Aktuell
Lage der Schweizer Landwirtschaft
Auszug aus der Publikation "Landwirtschaftliche Monatszahlen"
Januar 2010
Grundlagen
Der Januar 2010 war der kälteste Januar seit 1987. Die Temperaturen waren zwar nie extrem tief, aber regelmässig unterdurchschnittlich. Nach den niederschlagsreichen Monaten November und Dezember 2009 fielen im Januar 2010 mengenmässig sehr wenig Niederschläge, trotz den häufigen Schneefällen. Auf der Alpennordseite und im Tessin war die Sonnenscheindauer unterdurchschnittlich.
Die Vermittlung von landwirtschaftlichen Praktikanten ist seit mehreren Jahren rückläufig. Der grösste Teil der Praktikanten stammt aus Osteuropa.
Pflanzenbau
Die Verkäufe von Wintergetreidesaatgut sind im Allgemeinen stabil bis leicht abnehmend. Stark zugenommen haben die Verkäufe von Dinkelsaatgut. Im Jahr 2009 wurde fast 10 % mehr Gemüse als 2008 produziert. Der Durchschnittspreis ist dabei nur wenig angestiegen. Mit mehr als 53 000 Tonnen war der Lagerbestand an Äpfeln Ende Januar sehr hoch. Bei den Birnen waren die Lager mit 6 500 Tonnen auch gut gefüllt, aber z.B. kleiner als für die Ernte 2007 zum gleichen Zeitpunkt. Bei den Flächen der Dauerkulturen (Tabelle 2.8) gab es 2009 wenig Änderungen gegenüber 2008. Die Flächen der Obst- und Beerenkulturen haben gemäss provisorischen Zahlen geringfügig zugenommen.
Milchwirtschaft
Die Inland-Milchanlieferungen für den Monat November werden auf 273 000 Tonnen geschätzt. Damit liegt die Menge im Bereich des Vorjahresmonats. Insgesamt haben die Milchanlieferungen 2009 fast exakt das Niveau von 2008 erreicht, wenn man die unterschiedliche Anzahl Tage (Schaltjahr 2008) berücksichtigt.
Viehwirtschaft
Der Rindvieh- und auch der Kuhbestand lagen am Jahresende 2009 leicht tiefer als Ende 2008. Insgesamt scheint sich der Rindviehbestand derzeit zu stabilisieren. Die Schlachtviehmärkte der Proviande haben im Jahr 2009 bei den Auffuhren gegenüber 2008 deutlich zugelegt. 2009 wurden nach provisorischen Schlachtzahlen insgesamt deutlich mehr Rindvieh und Schweine geschlachtet als 2008. Rückläufig waren die Schlachtungen bei den Schafen. Dementsprechend stieg die Inlandproduktion von verkaufsfertigem Fleisch 2009 gegenüber 2008 beim Rindfleisch um 3.5 %, beim Kalbfleisch um 6.1 % und beim Schweinefleisch um 3.2 %, während die Importe rückläufig waren. Ebenfalls gesteigert wurde 2009 die Produktion von Inlandeiern und zwar um 4.8 % gegenüber 2008, auch hier waren die Importe rückläufig. Eine etwas geringere Zunahme ergab sich bei der Inlandproduktion von Geflügelfleisch für 2009 mit + 1.6 % gegenüber 2008, auch hier nahmen die Importe (- 2 %) ab.
Aussenhandel
Die Einfuhr von ganzem Getreide nahm 2009 gegenüber 2008 um 16 % ab. Noch stärker sank der Wert (- 26.2 %) aufgrund der tieferen Importpreise. Demgegenüber wurden mengenmässig mehr Müllereierzeugnisse importiert, allerdings mit einem ähnlichen Preisrückgang (Tabelle 5.1). Die Einfuhr von landwirtschaftlichen Produkten (Tabelle 5.9) hat wertmässig 2009 um 7.3 % abgenommen, während die Ausfuhren um 0.8 % gesteigert werden konnten. Während 2009 beim Käse die Exporte wertmässig um 5.2 % abgenommen haben (Tabelle 5.8), haben die Exporte von anderen Milchprodukten gegenüber 2008 um 29.9 % zugenommen und konnten so den Wertzerfall beim Käse kompensieren. Am spektakulärsten ist die Zunahme der Exporte von Kaffe, Tee und Gewürzen. Die Ausfuhren unter dieser Position konnten gegenüber 2008 um 25 % bzw. 209 Millionen CHF gesteigert werden.
Preise
Die Preise für grosses Schlachtvieh sind im Januar deutlich angestiegen. Rückläufig waren jene für Schlachtkälber. Weiterhin tief waren im Januar die Preise für Tränkekälber. Die Preise für Schlachtschweine notierten im Januar leicht schwächer, während die Preise für Jager saisongemäss weiter zulegten. Die Preise für Schlachtschafe waren im Januar leicht schwächer als im Vormonat. Der Produzentenpreis für Verkehrsmilch lag im Januar im Mittel bei 63.03 Rappen/kg Milch. Der Produzentenpreisindex landwirtschaftlicher Erzeugnisse lag 2009 im Mittel um 8.7 % tiefer als 2008 (Tabelle 6.11). Demgegenüber hat der Einkaufspreisindex landwirtschaftlicher Produktionsmittel 2009 um 0.7 % abgenommen gegenüber 2008. Verantwortlich für diese Stabilisierung waren v.a. die grossen Preisrückgänge bei Erdölprodukten (Diesel, Benzin) und Düngemitteln.
Diverses
Der Verkaufswert der wichtigsten tierischen Produkte nahm 2009 gegenüber 2008 um 11.2 % ab. Grössere Zunahmen waren im Geflügelsektor (Mastgeflügel und Eier) zu verzeichnen. Bei Rind-, Schweine- und Schaffleisch sowie bei der Milch waren trotz insgesamt gestiegenen Produktionsmengen wertmässig bedeutende Einbussen zu verzeichnen.
