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Aktuell

Lage der Schweizer Landwirtschaft

Auszug aus der Publikation "Landwirtschaftliche Monatszahlen"

April 2013
Grundlagen

Im April wich die Durchschnittstemperatur im Talgebiet nur wenig vom langjährigen Mittel ab. Allerdings wurde der April seinem Ruf gerecht und zeigte sich sehr wechselhaft. Nach einem kühlen Start folgte eine warme zweite Dekade, welche ab Mitte April zu einem raschen Vegetationsstart führte. Insgesamt war der Frühlingsbeginn im Talgebiet jedoch deutlich später als im Mittel der Jahre, während sich in den höheren Lagen keine Verspätung ergab. Zu Beginn der letzten Dekade folgte nochmals ein Temperatursturz, der Schnee bis in die Niederungen brachte. In den meisten Regionen fielen überdurchschnittliche Niederschläge, womit sich das eher feuchte Wetter der Vormonate fortsetzte. 

Pflanzenbau

Die Saatbedingungen waren aufgrund der nassen und teilweise kalten Verhältnisse schlecht. In den letzten 10 Jahren war es gemäss den Berichterstattern des SBV Ende April auf den Feldern nie so nass wie im aktuellen Jahr. Die Kulturen präsentieren sich eher etwas schlechter als in früheren Jahren, wobei dies im jetzigen Zeitpunkt nicht überbewertet werden darf (Tabelle 2.2). Nach dem hervorragenden Jahr 2011 fiel die Ernte von Getreide und Ölsaaten im Jahr 2012 wieder auf das Niveau von 2010 zurück. Die Erntemenge an Eiweissträgern fiel sogar unter das Niveau des Jahres 2010. Bei einer guten Entwicklung im Jahr 2013 sollten die Erntemengen von 2012 ohne weiteres erreicht oder überschritten werden können. Nur bei der Gerste wird ein grösserer Rückgang geschätzt (Tabelle 2.3).

Milchwirtschaft

Die Milchanlieferung für den Monat März wird auf 315 000 Tonnen und somit um 1.8 % tiefer als im März 2012 geschätzt. Februar wird um 6.5 % tiefer als im Vorjahr geschätzt. Die Produktion von Butter und Dauermilch war in den Monaten Januar und Februar bisher deutlich tiefer als im Vorjahr (Tabelle 3.2). Tiefer als im Vorjahr sind auch die Fett- und Eiweissgehalte der Milch (Tabelle 3.3).

Viehwirtschaft

Dir Rindviehbestände lagen Ende März 2013 in allen Alterskategorien – ausser bei den 1-2 jährigen Stieren - tiefer als im Vorjahr (Tabelle 4.3). Der Bestand der gemolkenen Kühe nahm innert Jahresfrist um 7 346 Stück ab, während die anderen Kühe (Mutterkühe) um 2 196 Stück zunahmen (Tabelle 4.4). Im März 2013 wurden weniger Rindvieh (Ausnahme: Ochsen), Kälber, Schweine und Schafe geschlachtet als im März 2012. Massiv war der Rückgang bei den Schweinen mit 207 892 Schlachtungen im März 2013 gegenüber 245 145 Schlachtungen im Vorjahr (Tabelle 4.7). Die Importe von Rind-, Schaf- und Schweinefleisch sind denn auch gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich angestiegen (Tabelle 4.10). Beim Geflügelfleisch lagen sowohl die Inlandproduktion (+1.4%) wie auch die Importe (+12 %) im März höher als im Vorjahresmonat.

Aussenhandel

Im ersten Quartal 2013 lagen die Importe von frischem Gemüse in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Wertmässig ergab sich eine leichte Zunahme (Tabelle 5.2). Die Käseexporte erreichten im März 2013 fast das Niveau des Vorjahres. Aufgrund des guten Resultats im Januar wurde im ersten Quartal 2013 rund 3.6 % Käse mehr exportiert als im Vorjahr (Tabelle 5.6). Besonders erfreulich ist der Umstand, dass die Durchschnittspreise im Export bisher deutlich höher als im Vorjahr lagen, womit sich wertmässig im ersten Quartal eine markante Steigerung um 8.1 % gegenüber dem Vorjahr ergab. Demgegenüber stagnierten die Importe und lagen mengenmässig nur 0.5 % über dem Wert des Vorjahresquartals, wertmässig ergab sich eine Abnahme um 1 %.

Preise

Die Kuhpreise an den Nutzviehauktionen liegen zurzeit um 200 bis 300 CHF pro Kuh höher als im Vorjahr (vgl. Tabelle 6.1). Die Preise für Bankvieh standen im April etwas unter Druck, lagen aber immer noch deutlich höher als in den beiden Vorjahren. Die Preise für Verarbeitungstiere blieben stabil. Nur die Preise für Schlachtkälber lagen tiefer als im Vorjahr (Tabelle 6.3). Die Tränkerpreise legten im April deutlich zu und erreichten auch ein höheres Niveau als im Vorjahr (Tabelle 6.4). Die Preise für Jager waren im April leicht rückläufig. Demgegenüber stiegen die Preise für Schlachtschweine weiter an (Tabelle 6.5). Dabei ist das Preisniveau sowohl bei den Jagern wie den Schlachtschweinen massiv höher als in den beiden Vorjahren. Ebenfalls fest tendieren die Preise für Weide- und Schlachtlämmer. Auch die Preise für Schlachtschafe blieben stabil und auf vergleichsweise hohem Niveau (Tabelle 6.6). Der mittlere Produzentenpreise für Käsereimilch lag im Februar mit 65.8 CHF/100 kg über dem Vorjahresniveau. Der Preis für Industriemilch lag minim unter dem Vorjahreswert (Tabelle 6.8). Aufgrund der guten Preise in der Viehwirtschaft und beim Frischgemüse lag der Produzentenpreisindex im März 2013 um 7.7 % höher als im Vorjahresmonat (Tabellen 6.9 und 6.10). Beim Einkaufspreisindex kompensieren Preisreduktionen (Energie, Maschinen, Bauten) innert Jahresfrist die Preiszunahmen (Saatgut, Dünger, Futtermittel). Das Verhältnis von Produzentenpreisindex zu Einkaufspreisindex („Kaufkraft“, Tabelle 6.21) entwickelt sich damit zurzeit positiv. Im Ausland bewegen sich die Preise für Pflanzenbauprodukte (Getreide, Ölsaaten) auf hohem Niveau. Tief sind zurzeit die Preise für Kolonialwaren (Kaffee, Kakao, Zucker). Ansteigende Tendenz weisen auch die Preise für Milchprodukte auf (Tabelle 6.23).

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