Schweizerischer Bauernverband ::

Schweizerischer Bauernverband
Laurstrasse 10
5200 Brugg
Telefon 056 462 51 11
Fax 056 441 53 48
eMail

Aktuell

Lage der Schweizer Landwirtschaft

Auszug aus der Publikation "Landwirtschaftliche Monatszahlen"

Februar 2010

Grundlagen
Die Temperaturen reichten im Februar von sehr tiefen Minuswerten bis zu relativ warmem Tauwetter. Insbesondere im letzten Drittel wurde es deutlich wärmer mit teilweise frühlingshaften Temperaturen.
2009 sind beinahe 25 % mehr Kurzaufenthalter im Primärsektor beschäftigt worden als 2008 (Tabelle 1.4).

Pflanzenbau
Die gemeldeten Lagerbestände von inländischem Gemüse lagen am 15. Februar 2010 mit 56 087 Tonnen tiefer als im Februar 2009 aber höher als im Februar 2008 (Tabelle 2.3). Der Hauptunterschied zum Vorjahr bestand in der deutlich tieferen Karottenmenge. Die Lagerbestände von Äpfeln und insbesondere von Birnen lagen im Februar 2010 deutlich höher als im Vorjahr. Bei den Birnen waren die Lager im Vorjahr zu demselben Zeitpunkt beinahe leer.

Milchwirtschaft
Die Inland-Milchanlieferungen für den Monat Januar werden auf 290 000 Tonnen geschätzt. Dies entspricht einer Zunahme (+ 2.7 %) gegenüber dem Vorjahresmonat. In Vollmilchäquivalenten ist 2009 weniger Milch in Form von Konsummilch, Jogurt, Käse, Quark und übrigen Frischmilchprodukten verwertet worden (Tabelle 3.2 und Grafik). Dafür wurde für dieselbe Periode mehr Milch in Form von Konsumrahm, Butter und Dauermilch verwertet. 2009 wurden grössere Mengen von Butter exportiert, während 2008 noch ein Importüberschuss registriert worden war (Tabelle 3.6).  Die Inlandverkäufe von Butter blieben 2009 auf dem Niveau des Vorjahres.

Viehwirtschaft
Unverändert hoch ist der Bestand an jungen weiblichen Rindern (Tabelle 4.1). Der gesamte Rindviehbestand und auch der Kuhbestand lag Ende Januar 2010 etwas tiefer als zum entsprechenden Zeitpunkt des Vorjahres. Im Gegensatz dazu hat der Milchkuhbestand (gemolkene Kühe mit und ohne Verkehrsmilchproduktion) gemäss den Angaben der TVD jedoch noch leicht zugenommen. Im Januar 2010 wurde weniger Rindvieh (inkl. Kälber) geschlachtet als im Vorjahresmonat. Dafür lagen die Schlachtungen bei den Schafen und den Schweinen höher.

Aussenhandel
Die Käseexporte starteten im Januar 2010 höher als 2009 jedoch tiefer als 2008. Die durchschnittlichen Export- und Importpreise weisen weiterhin eine sinkende Tendenz aus. Der Überschuss der Milch-Aussenhandelsbilanz (Tabelle 5.4) hat 2009 gegenüber 2008 zugenommen, vor allem im Bereich Dauermilch. Die Düngerimporte (Tabelle 5.6) nahmen 2009 mengenmässig um 18.8 % gegenüber 2008 ab. Wertmässig war der Rückgang aufgrund der sinkenden Weltmarktpreise noch deutlicher. Auch die Einfuhren von Saatgut (Tabelle 5.7) und Futtermitteln (Tabellen 5.8, 5.9) gingen mengen- und wertmässig 2009 zurück. Ebenfalls zurück ging der Importwert von Maschinen und Geräten für den Primärsektor (Tabelle 5.10).

Preise
Die Schlachtviehpreise für Rindvieh und Kälber standen im Februar unter starkem Druck. Nur die Preise der Schlachtkühe konnten sich halten. Rückläufig waren auch die Preise für Tränkekälber sowie jene für Schlacht- und Weidelämmer. Der Produzentenpreisindex lag im Januar um 8.6 % tiefer als im Vorjahresmonat (Tabelle 6.11). Nach dem Anstieg in der zweiten Hälfte 2009 stehen die internationalen Preise für Milchprodukte anfangs 2010 wieder vermehrt unter Druck (Tabelle 6.13). Die Weltmarktpreise für landwirtschaftliche Produkte sind im Allgemeinen weiterhin tief (Tabelle 6.16). Einen Höhenflug absolvieren dafür die Preise der Kolonialwaren, d.h. die Preise für Zucker, Kakao und Kaffee. Die Einkaufspreise landwirtschaftlicher Produktionsmittel waren im Januar 2010 insgesamt stabil und lagen auf dem Niveau von 2008. Auf tiefem Niveau bewegen sich dabei die Futtermittelpreise. Die Teuerung war gemäss Landesindex der Konsumentenpreise im Januar rückläufig, wobei die Lebensmittelpreise leicht anstiegen (Tabelle 6.24).

Werbung

  • Patricia Schmid