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Aktuell

Lage der Schweizer Landwirtschaft

Auszug aus der Publikation "Landwirtschaftliche Monatszahlen"

Oktober 2011
Grundlagen

Der Oktober war etwa 0.5 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1961-1990. Die Niederschläge waren weitgehend unterdurchschnittlich mit Ausnahme des Alpennordhangs und Nordbündens, dort war es nass. Die Sonnenscheindauer war in allen Landesteilen überdurchschnittlich. Damit wurde das schöne Herbstwetter fortgesetzt und 2011 bleibt vorerst ein sehr trockenes Jahr. 2011 war bisher ein durchschnittliches Hageljahr. Es gab 6 357 Schadenmeldungen bis Ende September, während es im Mittel der vorhergehenden 10 Jahre 8 074 Meldungen waren. Mit bisher 437 Meldungen gab es bisher im Vergleich zu den Vorjahren wenig Elementarschäden (Tabelle 1.5). Der Bestand der erwerbstätigen nicht ständigen ausländischen Wohnbevölkerung mit einer Tätigkeit in Land-, Forstwirtschaft oder Tierzucht lag im August 2011 mit insgesamt 6 443 Personen tiefer als in den Vorjahren. Der Rückgang ist gegenüber dem Vorjahr (7 084 Personen) besonders ausgeprägt (Tabelle 1.6).

Pflanzenbau

Die Zuckerrübenernte schreitet mit dem guten Wetter zügig voran. Die Ernte wird insgesamt auf etwa 1.8 Millionen Tonnen Rüben geschätzt. Sie wird somit aufgrund der Flächenausdehnung und der guten Erträge deutlich grösser ausfallen als 2010 und wahrscheinlich sogar grösser als im Rekordjahr 2009. Dabei erreichen die Zuckergehalte jedoch nicht ganz das Niveau von 2010 (Tabelle 2.1). Beim Gemüse wurde auch im September 2011 mehr produziert als in den beiden Vorjahren. Kumuliert bis September betrug die Steigerung im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr 19 %. Schon bis Ende Oktober wurde 2011 deutlich mehr Mostobst verarbeitet als in den beiden Vorjahren. Die Zunahme stammt dabei grösstenteils von den Äpfeln (Tabelle 2.4).

Milchwirtschaft

Mit 291 000 Tonnen werden die Milcheinlieferungen im September um 1.2 % höher als im Vorjahr geschätzt. Die über ein Jahr kumulierte Milchmenge steigt damit weiter an. Im August wurde mehr Butter, Konsumrahm und Käse als in den beiden Vorjahren produziert (Tabelle 3.2). Mit 4.04 % blieb der Fettgehalt der angelieferten Milch im August weiter auf höherem einem Niveau als in den Vorjahren.

Viehwirtschaft

Der Bestand der gemolkenen Kühe blieb Ende September innert Jahresfrist stabil, während der Bestand der Mutterkühe geringfügig zunahm (Tabelle 4.2). Der Bestand weiblicher Jungtiere lag etwas tiefer als im Vorjahr (Tabelle 4.1). Die Durchschnittsgewichte lagen bei den Schlachtschweinen in den letzten Monaten relativ hoch (Tabelle 4.4). Ursache sind die derzeit sehr zahlreichen Schweineschlachtungen, welche offensichtlich zu einem gewissen Rückstau führen. Dabei ist die frühere Baisse der Schweinefleischproduktion mit dem Tiefpunkt in den Monaten April bis Juni in den letzten Jahren zunehmend verschwunden (vgl. Grafik zu Tabelle 4.8). Grosses Bankvieh und Kälber wurden im September mehr geschlachtet als im Vorjahr. Die Schlachtungen von Kühen lagen auf Vorjahresniveau und jene von Schafen tiefer. Die Inlandproduktion von Eiern war im September gegenüber dem Vorjahr mit geschätzten 61 Millionen Eiern stabil. Kumuliert ergibt sich für die ersten neun Monate des Jahres eine Zunahme um 1.7 %. Die Produktion von Geflügelfleisch lag dagegen leicht tiefer (-2 %) als im Vorjahresmonat, kumuliert jedoch immer noch um 3.4 % höher als im Vorjahr (Tabelle 4.10). Die Milchproduktion hat in der EU in den letzten Jahren ständig leicht zugenommen und erreichte 2010 ein Niveau 117 Millionen Tonnen. Die Schweiz produzierte 2010 im Vergleich eine Menge von 3,4 Millionen Tonnen Verkaufsmilch.

Aussenhandel

Die Getreideimporte lagen in den ersten drei Quartalen 2011 mit 691 759 Tonnen deutlich höher als 2010. Die Durchschnittspreise lagen mit 403 CHF/t dabei ebenfalls deutlich höher als im Vorjahr (Tabelle 5.1). Mengenmässig verliefen die Käseexporte 2011 bisher recht gut und auf leicht höherem Niveau als in den beiden Vorjahren. Allerdings sind die durchschnittlichen Exportpreise stark gesunken (Tabelle 5.5). Die Importe von Käse (ohne Schmelzkäse) sind in den ersten drei Quartalen 2011 um 4.7 % angestiegen, die Importe von Schmelzkäse sogar um 16.4 %. Im Gegensatz dazu hat der Schweizer Schmelzkäse im Export am meisten Probleme: die Menge geht in den ersten drei Quartalen 2011 um 22.6 % zurück. Ebenso zurück gehen die Mengen bei Emmentaler und Sbrinz, während sie sich bei den anderen Käsesorten positiv entwickeln. Bei den Durchschnittspreisen landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Aussenhandel zeigt sich beim Vergleich der drei ersten Quartale 2011 mit dem Vorjahr sehr gut der Preisrückgang als Effekt des starken Schweizer Frankens (Tabelle 5.11). Die Einfuhren landwirtschaftlicher Produkte sind in den ersten drei Quartalen mengenmässig um 7.9 % angestiegen, wertmässig ergab sich dabei ein leichter Rückgang um 1.2 %. Die Exporte landwirtschaftlicher Produkte nahmen in derselben Periode wertmässig um 0.4 % ab (Tabelle 5.13).

Preise

Der Produzentenpreisindex landwirtschaftlicher Produkte lag im September bei 98.7 Punkten (Dezember 2010 = 100) gegenüber 103.2 im September 2010. Ursache für diese Entwicklung sind einerseits die grossen Ernten im Pflanzenbau (Gemüse, Kartoffeln, Obst) mit entsprechendem Preisdruck sowie die tieferen Preise für Schlachtvieh mit Ausnahme der Lämmerpreise (Tabelle 6.9). Der Einkaufspreisindex landwirtschaftlicher Produktionsmittel ist demgegenüber innert Jahresfrist von 103.1 auf 104.1 angestiegen, d.h. um 1 %. Eigentlich wären die meisten Positionen stabil oder rückläufig. Die Teuerung wird v.a. durch die Preise für Erdölprodukte, Dünge- und Futtermittel verursacht (Tabelle 6.11). Die Kaufkraft landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Verhältnis zu den Produktionsmitteln ist damit jedoch auf einem neuen Tiefstand angelangt (Tabelle 6.20). Stark rückläufig sind jedoch auch die Konsumentenpreise für Nahrungsmittel. Der entsprechende Konsumentenpreisindex ist innert Jahresfrist von 101.6 auf 97.2 Punkte oder um 4.3 % gesunken (Tabelle 6.19). International tendieren die Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe eher fest oder ansteigend.

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