Aktuell
Lage der Schweizer Landwirtschaft
Auszug aus der Publikation "Landwirtschaftliche Monatszahlen"
Juli 2010
Grundlagen
Der Juli 2010 war einer der fünf wärmsten seit 1864. V.a. in der ersten Monatshälfte herrschte sehr hochsommerliches Wetter. Heftige Gewitter am 10. und 12. Juli brachten am ersten Termin auch Hagel. Im westlichen Mittelland, im Tessin und Wallis blieb es im Juli lange Zeit sehr trocken. In der zweiten Monatshälfte und insbesondere ab dem 22. Juli gingen die Temperaturen deutlich zurück. In der Deutschschweiz nahmen die Niederschläge zu.
2009 nahm die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe gemäss BFS um 1.4 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab. Damit blieb der Rückgang auf dem Niveau der Vorjahre. Allerdings verstärkte sich der Rückgang der Haupterwerbsbetriebe, während die Nebenerwerbsbetriebe zunahmen.
Pflanzenbau
Gemäss den Berichterstattern der SBV Statistik war die Heuernte 2010 quantitativ sehr gut und qualitativ mittelmässig. Im Juni wurde deutlich weniger Frischgemüse als im Vorjahresmonat produziert, allerdings zu deutlich besseren Durchschnittspreisen als im Vorjahr. Beim Wachstumsstand der Reben ist v.a. im Juni ein Rückstand gegenüber den Vorjahren ersichtlich (Tabelle 2.6). Dafür dürfte zu einem guten Teil das schlechte Wetter im Mai verantwortlich sein.
Milchwirtschaft
Für den Juni wird die angelieferte Milchmenge auf 279 000 Tonnen geschätzt. Sie bleibt somit auf dem Niveau des Vorjahres. Die Gehaltswerte der Milch liegen auch 2010 unverändert hoch und weisen tendenziell weiterhin eher eine leichte Zunahme aus (Tabelle 3.3).
Viehwirtschaft
Gemäss TVD ist der Bestand von weiblichen Rindern bis zu drei Jahren immer noch sehr hoch. Reduziert hat sich v.a. der Bestand der Kühe über 3 Jahre. Der Rindviehbestand nimmt insgesamt weiter ab. Gegenüber dem Vorjahresmonat haben im Juni die Schlachtungen von Ochsen und Schweinen zugenommen. Die Schlachtungen bei den übrigen Rindviehkategorien und von Schafen lagen tiefer als im Vorjahresmonat.
Die Eierproduktion ist weiterhin im Aufwand. Allerdings nehmen die Importe zurzeit noch stärker zu (Tabelle 4.9). Auch die Produktion von Geflügelfleisch nimmt weiter zu. Hier nehmen die Importe jedoch ab (Tabelle 4.11).
Aussenhandel
Die Käseausfuhr lag im Juni 0.9 % tiefer als im Vorjahresmonat. Der Käseexport hat nach einem guten Start im ersten Quartal 2010 im zweiten Quartal wieder Einbussen hinnehmen müssen. Ein wichtiger Grund dürfte hier der tiefe Eurokurs sein. Im ersten Semester 2010 sind die Importe von Getreide mengenmässig stark angestiegen. Wertmässig ist die Veränderung deutlich schwächer (Tabellen 5.9 und 5.10). Insgesamt wurde wertmässig in den Kapiteln 1-24 im 2. Quartal weniger in die EU exportiert als im 1. Quartal (Tabelle 5.12). Eventuell hat auch hier die Euro-Krise mitgespielt.
Preise
Die Schlachtviehpreise für Rindvieh und Kälber stiegen im Juli an und bewegten sich mit Ausnahme der Schlachtkälberpreise in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Ebenfalls angestiegen sind die Preise für Tränker. Diese liegen jedoch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Preise für Schlachtschweine sind im Juli weiter gesunken, jene für Jager ebenso (Tabelle 6.5). Die Preise für Schlacht- und Weidelämmer sind im Juli angestiegen. Sie liegen jedoch deutlich unter dem Niveau der beiden Vorjahre. Die Produzentenmilchpreise sind im Mai weiter zurückgegangen. Der mittlere Verkehrsmilchpreis lag gemäss BLW bei 58.46 Rappen pro kg. Der Produzentenpreisindex landwirtschaftlicher Erzeugnisse stieg im Juni gegenüber dem Vormonat minim um 0.2 %, lag dafür aber 5.7 % tiefer als im Vorjahresmonat. Die Einkaufspreise für landwirtschaftliche Produktionsmittel gingen im Juni leicht zurück. Gegenüber dem Vorjahresmonat lagen sie um 2.1 % tiefer. Insbesondere die Futtermittelpreise sind auf dem tiefsten Niveau der letzten Jahre (Tabelle 6.18).

