Schweizerischer Bauernverband ::

Schweizerischer Bauernverband
Laurstrasse 10
5200 Brugg
Telefon 056 462 51 11
Fax 056 441 53 48
eMail

Aktuell

Lage der Schweizer Landwirtschaft

Auszug aus der Publikation "Landwirtschaftliche Monatszahlen"

April 2011
Grundlagen

Der April 2011 wies einen Wärmeüberschuss von 4 bis 5 Grad aus. Dies war nach 2007 der zweitwärmste April seit Messbeginn 1864. Nur 1893 sowie 2007 gab es in der Deutschschweiz noch mehr Sonne als im April des aktuellen Jahres. Insgesamt fielen im April sehr wenig Niederschläge, auf der Alpennordseite waren es 20 bis 35 % der üblichen Regenmenge, in der Südschweiz und im Wallis meist weniger  als 10 %. Nachdem schon die Monate Januar bis März deutlich trockener waren als im Mittel der Jahre, wird der Wassermangel in vielen Gegenden immer ausgeprägter. Die Wasserbilanz ist ausgesprochen negativ.

Pflanzenbau

Die Kulturen im Ackerbau haben sich recht gut entwickelt. An den meisten Orten ist der Wassermangel derzeit mit Abstand das grösste Problem, Schäden drohen u.a. in Getreide- und Rapskulturen (Tabelle 2.2). Im Jahr 2010 fiel die Getreideernte deutlich tiefer aus als in den Vorjahren und lag erstmals seit mehreren Jahren deutlich unter einer Million Tonnen (Tabelle 2.3). Demgegenüber lagen die Ernten der Ölsaaten und der Eiweissträger in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Für 2011 sind die Aussichten auf ansprechende Ernten beim Getreide insbesondere aufgrund erster Flächenschätzungen grundsätzlich gut, damit dies aber auch so bleibt, wird dringend Regen benötigt.

Milchwirtschaft

Für den Monat März wurde die Inland-Milchanlieferung auf 308 000 Tonnen geschätzt und damit geringfügig tiefer als im Vorjahresmonat (Tabelle 3.1). Im Februar lag die Rahmproduktion gegenüber dem Vorjahr um 13.3 % höher, kumuliert für Januar und Februar immer noch um 10.9 %. Dementsprechend hat die Butterproduktion abgenommen (Tabelle 3.2 und 3.5). Die Butterlager sind saisongemäss wieder am ansteigen. Sie lagen mit 7 612 Tonnen Ende Februar um mehr als 40 % höher als vor einem Jahr (Tabelle 3.6)

Viehwirtschaft

Der Rindviehbestand nahm im März leicht ab, auch saisonbereinigt bzw. gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Bestand der Kühe - insbesondere auch jener der gemolkenen Kühe - verhält sich zurzeit jedoch im Vergleich zum Vorjahr stabil, d.h. abgesehen vom saisonal bedingten Rückgang (Tabelle 4.3). Gemäss den provisorischen Angaben des BFS zu den Tierbeständen 2010 nahmen die Bestände an Kühe, Pferde und Schafe gegenüber 2009 ab, während jene an Rindvieh, Schweinen, Ziegen und Hühnern zunahmen (Tabelle 4.4). Im März 2011 wurden weniger grosses Rindvieh und weniger Schafe als im Vorjahresmonat geschlachtet. Für Kälber und Schweine ergaben sich keine grossen Änderungen gegenüber dem Vorjahr (Tabelle 4.7). Die Eierproduktion hat im ersten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahresquartal um 5.2 % zugenommen (Tabelle 4.11). Die Produktion von Geflügelfleisch hat im März gegenüber dem Vorjahresmonat leicht abgenommen, über das ganze Quartal jedoch um 4 % zugenommen (Tabelle 4.13).

Aussenhandel

Im ersten Quartal 2011 wurde massiv Getreide importiert. Neben der eher tiefen Inlandernte 2010 dürfte auch die Erwartung tendenziell weiter ansteigender Preise zu diesen umfangreichen Importen geführt haben (Tabelle 5.1, 5.8). Die Ausfuhren von Milchprodukten sind gemessen in Milchäquivalenten im ersten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahresquartal leicht angestiegen (Tabelle 5.4). Insbesondere die Käseexporte (Tabelle 5.5) haben nach einem schwachen Januar im Februar und März wieder Boden gut gemacht, allerdings lag das Preisniveau deutlich tiefer als im Vorjahr. Der Wert der landwirtschaftlichen Exporte hat im März gegenüber dem Vorjahr deutlich abgenommen.

Preise

Die Preise für grosses Bankvieh standen im April unter Druck, während die Preise für Verarbeitungstiere gegenüber dem Vorjahresniveau etwas Boden gut machten. Die Preise für Schlachtkälber gingen nach den Schlachtungen für Ostern deutlich zurück. Die Tränkerpreise stagnierten oder waren leicht rückläufig. Die Preise für Schlachtschweine und Jager lagen auf  Vorjahresniveau (Tabelle 6.5). Stark angestiegen sind die Preise für Lämmer und Schafe der Klasse SM2. Die Preise für Lämmer LA und Schafe SM2 haben das Niveau beider Vorjahre überschritten. Der mittlere Verkehrsmilchpreis lag im Februar nur unwesentlich höher als im Vorjahr (+0.1 Rappen pro Kilogramm Milch). Der revidierte Produzentenpreisindex mit der neuen Basis Dezember 2010 = 100 steht nun zur Verfügung (Tabellen 6.9 und 6.10). Im März lag der Indexstand um 1.1 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Aber auch die Produktionsmittelpreise lagen um 1 % höher als im Vorjahresmonat. (Tabellen 6.12 und 6.13). Auf dem Weltmarkt waren die Preise für Agrarprodukte im März leicht rückläufig, lagen aber immer noch auf einem sehr hohen Stand.

Werbung

  • swissskills