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Aktuell

Lage der Schweizer Landwirtschaft

Auszug aus der Publikation "Landwirtschaftliche Monatszahlen"

November 2011
Grundlagen

Der November 2011 war in einem grossen Teil der Schweiz der trockenste November seit Messbeginn vor 150 Jahren. Zudem war er auch sehr warm. Allerdings gab es im Tessin, dem Misox und in den Walliser Südtälern teilweise überdurchschnittliche Niederschläge. Für die Landwirtschaft bot das Wetter weiterhin beste Bedingungen, wobei das trockene Wetter im November aufgrund der geringen Evapotranspiration kaum ein Problem darstellte. Mittelfristig sind ausgiebige Niederschläge für Quellen, Grundwasser und Gewässer notwendig, um wieder normale hydrologische Verhältnisse herzustellen.

Pflanzenbau

Die Zuckerrübenernte hat vom guten Wetter profitiert und die Zuckergehalte sind im November weiter angestiegen. Die Ernte 2011 wird das Ergebnis des Jahres 2009 trotz leicht tieferer Anbaufläche wohl übertreffen. Die Gemüselager waren Mitte November gut gefüllt und die Menge der beiden Vorjahre wurde übertroffen (Tabelle 2.6). Die Lagermengen an Obst (Tabelle 2.9) waren im November vergleichbar mit jenen des Jahres 2009, aber deutlich höher als die Lagermengen der Jahre 2010 sowie 2008. Die verarbeiteten Mengen an Mostobst sind mit 185 160 Tonnen sehr gross (Tabelle 2.10). Im Ackerbau wurden durch die Berichterstatter des SBV für 2011 ebenfalls überdurchschnittliche bis sehr hohe Erträge (u.a. bei Futterweizen, Wintergerste, Körnermais, Raps) gemeldet.

Milchwirtschaft

Die Milchanlieferung wird für den Oktober auf 290 000 Tonnen geschätzt und bleibt damit weiterhin höher (+1.5 %) als im Vorjahresmonat. Das schöne, trockene Oktoberwetter dürfte für das hohe Niveau der Milchproduktion sicher mitverantwortlich sein. Bei der Milchverwertung lag die Butterproduktion auch im September weiterhin deutlich über dem Wert des Vorjahresmonats. Dies lässt sich teilweise auch durch die weiterhin überdurchschnittlichen Fettgehalte in der Milch erklären (Tabelle 3.3).

Viehwirtschaft

Der Bestand der gemolkenen Kühe war Ende Oktober im Vergleich mit dem Vorjahr stabil. Bei den Mutterkühen hält die kontinuierliche Zunahme an (Tabelle 4.3). Der gegenüber dem Vorjahr leicht tiefere Gesamtbestand wurde durch eine Reduktion des Bestandes von weiblichen Tieren unter 2 Jahren erreicht. Die Schlachtungen von Bankvieh (Muni, Rinder, Ochsen) lag im Oktober auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Dasselbe gilt für die Kuhschlachtungen. Kälber wurden leicht weniger geschlachtet. Die Schweineschlachtungen haben gegenüber dem Vorjahresmonat um knapp 2 % abgenommen. Dies nachdem im August und September noch mehr Schweine als im Vorjahr geschlachtet wurden. Die Schafschlachtungen lagen um gut 1000 Schafe höher als im Vorjahresmonat. Die Eierproduktion war im Oktober tiefer als im Vorjahr (-2.6 %), aber kumuliert für die ersten 10 Monate um 1.2 % höher als 2010. Die Produktion von Schlachtgeflügel nimmt sowohl für den Oktober allein (+11.4 %) wie auch kumuliert (+4.2 %) gegenüber dem Vorjahr weiter zu.

Aussenhandel

Nach Menge ging der Käseexport im Oktober um 0.5 % zurück, weist kumuliert jedoch immer noch eine Zunahme von 3.3 % aus (Tabelle 5.1). Im Aussenhandel fällt die starke Zunahme der Exporte von alten Legehennen auf (Tabelle 5.2). Deutlich angestiegen sind auch die Butterexporte. Die Futtermittelimporte lagen im Oktober unter Vorjahresniveau (-10.9 %), kumuliert jedoch deutlich höher (+15.3 %). Mengenmässig ergeben sich Abnahmen bei Stroh, Düngern und Pflanzenschutzmitteln (Tabelle 5.10).

Preise

Die Schlachtviehpreise für Bankvieh und Kühe sanken im November leicht, lagen aber immer noch etwas über dem Vorjahresniveau. Die Tränkerpreise befanden sich im November saisongemäss im Sturzflug, lagen jedoch in etwas auf dem Niveau der Vorjahre. Während die Jagerpreise im November auf tiefem Niveau leicht angestiegen sind, verharrten die Preise für Schlachtschweine weiterhin auf dem Tiefstpreis von 3.32 CHF/kg SG franko. Die Lämmerpreise hielten sich auch im November weiterhin auf hohem Niveau. Der Verkehrsmilchpreis gemäss BLW ist im September geringfügig angestiegen. Von einer Preiserhöhung konnten jedoch nur die Biomilch und die Milch gewerblicher Käsereien profitieren. Der Produzentenpreisindex lag im Oktober um 1.7 % tiefer als im Vorjahresmonat. Dafür verantwortlich waren die Preise in der tierischen Produktion und v.a. die Schlachtschweinepreise. Der Einkaufspreisindex zeigte im Oktober eine Zunahme von 1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Preistreibend wirkten v.a. die Preise für Erdölprodukte, während die Preise von Maschinen gesunken sind. Die Kaufkraft bleibt im Oktober stabil auf sehr tiefem Niveau. International tendierten die Preise landwirtschaftlicher Rohstoffe und Nahrungsmittel im Oktober eher wieder fester.

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