Aktuell
Lage der Schweizer Landwirtschaft
Auszug aus der Publikation "Landwirtschaftliche Monatszahlen"
Grundlagen | Pflanzenbau | Milchwirtschaft | Viehwirtschaft | Aussenhandel | Preise |
April 2012
Grundlagen
Nach einem sehr kalten Februar war der März 2012 extrem mild. Er war einer der wärmsten Märzmonate seit 1864. Nördlich der Alpen war der Monat zudem sehr trocken und sehr sonnig. Bis Ende März war die Trockenheit aufgrund der geringen Wasserverdunstung jedoch noch kaum ein Problem. Mit dem Vegetationsbeginn wären aber in der nächsten Zeit einige Niederschläge willkommen.
Pflanzenbau
Die Kartoffellager waren Ende März mit mehr als 40 000 Tonnen noch überdurchschnittlich gut gefüllt (Tabelle 2.3). Die Winterfrüchte (Weizen, Gerste, Raps, Eiweisserbsen) haben v.a. an Lagen ohne Schneedecke gelitten. Um ein ähnlich schlechtes Überwintern der Kulturen zu finden, muss man ins Jahr 2003 zurückgehen. Vielerorts müssen Kulturen nachgesät oder ersetzt werden. Die Kulturen werden durch die Berichterstatter denn auch entsprechend schlecht beurteilt. Dafür sind die Saatbedingungen in diesem Frühling dank dem trockenen, schönen Wetter ausgezeichnet. Das aktuelle Jahr ist im März insgesamt am ehesten mit dem Jahr 2003 vergleichbar und es ist zu hoffen, dass es etwas weniger trocken wird als damals (Tabelle 2.4). Die Produktion von Frischgemüse lag 2011 mit 295 799 Tonnen deutlich höher als in den Vorjahren. Dafür wurde mit 71 305 Tonnen weniger Lagergemüse als in den beiden Vorjahren produziert (Tabelle 2.5).
Milchwirtschaft
Die Schweizer Milchproduktion 2011 wird mit 4 146 Millionen kg um 1 % höher berechnet als im Vorjahr. 3,445 Milliarden Milchäquivalente an Inlandmilch wurden 2011 verwertet. Der überwiegende Teil wird von Milchkühen produziert. Bei der Kuhmilch nahmen die für die Rahm- und Butterproduktion verwendeten Milchäquivalente wie schon in den letzten Jahren zu (+4,6 % bzw. 0.5 %), während weniger Milchäquivalente zu Konsummilch, Joghurt und Käse verwertet wurde. Auf der Basis Produktemenge stieg die Käseproduktion gegenüber dem Vorjahr um 0.2 % an, während sie auf der Basis der verwerteten Milchäquivalente um 0.7 % zurückging (Tabelle 3.1). Die Inlandmilchanlieferungen für den Februar werden auf 282 000 Tonnen geschätzt und dürften somit knapp 6 % über der Vorjahresmenge liegen. Korrigiert auf 28 Tage liegt die Menge noch 2 % über der Vorjahresmenge (Tabelle 3.2). Aufgrund der weiter steigenden Milchmenge wurde im Januar fast für alle Verwertungsarten mehr Milch verwendet als im Vorjahr (Tabelle 3.4).
Viehwirtschaft
Die vorliegenden Bestandesdaten der TVD müssen aufgrund der Migration mit Vorsicht interpretiert werden. Die Geburten lagen im Februar gemäss diesen Zahlen sehr tief. Möglicherweise konnten nicht alle Geburten gemeldet werden, was gleichzeitig zu einem zu tiefen Kuhbestand führen müsste. Das Schlachtgewicht bei den Schweinen lag im Januar und Februar jeweils um 1 kg pro Schlachtschwein über dem Vorjahreswert (Tabelle 4.4). Auch im Februar wurden nochmals mehr Schweine als im Vorjahr geschlachtet. Die Schlachtdaten für Tiere der Rindergattung sind wahrscheinlich auch durch die Migration der TVD betroffen und dürften insbesondere bei den Kühen und Kälbern zu tief liegen. Eine allfällige Korrektur wird bei der Berechnung der Schlachtvieh- Statistik für den Monat März nochmals geprüft werden. Dies hat natürlich für die ganze Schlachtvieh- und Fleischstatistik entsprechende Konsequenzen.
Aussenhandel
In den beiden ersten Monaten des Jahres 2012 sind die Exporte von lebenden Hühnern auf 161 300 Stück angestiegen. Mit 2 633 t wurde auch deutlich mehr Butter als in der Vorjahresperiode exportiert. Demgegenüber entwickelten sich die Exporte von Rindersperma auf tieferem Niveau als im Vorjahr. Auch die Exporte von Wein waren mit 240 Tonnen rückläufig. Bei den Importen wurde deutlich weniger Geflügelfleisch importiert als im Vorjahr. Auch die Getreideimporte liegen auf deutlich tieferem Niveau (Details in den Tabellen 5.2 ff).
Preise
Die Schlachtviehpreise für Tiere der Rindergattung legten im März allgemein zu (Tabelle 6.3). Gleichzeitig stagnierten die Preise für Tränkekälber auf tiefem Niveau. Nach einer langen Durststrecke von mehreren Monaten stiegen die Schweinepreise im März erstmals wieder leicht an. Allerdings dürfte dies v.a. ein Effekt der saisonal abnehmenden Schlachtungen sein. Die Schlachtviehpreise für Lämmer- und Schafe standen im März saisongemäss unter Druck, konnten sich aber im Vergleich zum Vorjahr gut halten (Tabelle 6.6). Die Produzentenmilchpreise lagen im Januar 2012 gemäss BLW tiefer als im Vorjahresmonat, mit Ausnahme der Preise in den gewerblichen Käsereien. Der Produzentenpreisindex lag im Februar 2012 um 3.8 % tiefer als im Vorjahr. Verantwortlich waren gleichermassen die Preise pflanzlicher wie tierischer Produkte (Tabellen 6.11 und 6.12). Die Einkaufspreise landwirtschaftlicher Produzentenpreise blieben gemäss Index im Februar sowohl gegenüber dem Vorjahr wie dem Vormonat stabil (Tabelle 6.16). Insbesondere bei den Investitionsgütern ist das Preisniveau zurzeit tiefer als in den letzten drei Jahren. International standen die Preise für Agrarprodukte in den Monaten Februar/März vermehrt unter Druck, sei es bei Pflanzenbauprodukten in Deutschland (Tabelle 6.27), bei der Milch (Tabelle 6.28) oder generell auf dem Weltmarkt (Tabelle 6.30).

