SBV-News
SBV-News Nr. 50 (12.12. - 17.12.2011)
Notiz der Woche
Am Rande der Ministerkonferenz bei der WTO in Genf hat sich der SBV mit verschiedenen landwirtschaftlichen Organisationen getroffen, um sich über die aktuelle Lage ins Bild zu setzen. Nach den Sitzungen kam der SBV mit der kanadischen Delegation ins Gespräch. Dabei kam das Thema Swissness zur Sprache. In Kanada müssen Produkte einen Anteil von 85 Prozent inländische Rohstoffe aufweisen, um das Ahornblatt – das Zeichen für eine kanadische Herkunft – zu erhalten. Das beweist, dass der SBV mit einem Rohstoffanteil von 80 Prozent für Swissness nichts Unmögliches verlangt.
WTO-Ministerkonferenz
Eine Delegation des SBV nahm an der Eröffnung der WTO-Ministerkonferenz in Genf teil. Der zentrale Punkt war die Unterzeichnung der Adhäsionsverträge mit dem neuen Mitglied Russland. Die SBV-Delegation benützte die Gelegenheit zum Austausch mit den Landwirtschaftsdelegationen anderer Länder, speziell mit jenen von Norwegen, Kanada und Japan. Weil die WTO-Verhandlungen stocken, lässt sich weltweit eine Zunahme von bilateralen und regionalen Vereinbarungen feststellen.
Biodiversität-Strategie
Der Bundesrat hat die Biodiversitäts-Strategie in Vernehmlassung gegeben. In seiner Stellungnahme schreibt der SBV, dass er die vorgeschlagene Strategie nicht akzeptiert. Die Finanzierung ist nicht gesichert, es gibt Zielkonflikte und es braucht eine bessere Koordination innerhalb der Sektoren. Weiter müssen die Anstrengungen der Schweizer Landwirtschaft in den letzten 20 Jahren zugunsten einer nachhaltigen Produktion und naturnahen Flächen anerkannt werden. Die Ökoflächen, Sömmerungsweiden und regionale Naturpärke müssen der Aichi-Zielvorgabe von 17 Prozent Naturschutzflächen angerechnet werden. Gute Landwirtschaftsböden sollen Biodiversitätsflächen zum Opfer fallen. Der SBV behält sich vor, auf politischem Weg seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Plattform Pflanzenschutz
Eine kritische Pflanzenschutz-Berichterstattung, die hohe Sensibilität der Bevölkerung bezüglich Rückstände und das komplizierte Bewilligungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln machen eine bessere Vernetzung zwischen den Akteuren nötig. Aus diesem Grund hat der SBV die betroffenen Kreise zu einer ersten Sitzung der „Plattform Pflanzenschutz“ eingeladen. Diese stösst besonders bei Produzentenorganisationen, die bisher kaum in die bestehenden Strukturen integriert waren, auf Interesse. Der SBV erarbeitet nun ein Register über die heutigen Strukturen.
Projekt Wurstkalb wird sistiert
Mit Vertretern der Produzenten, Handel, Verwertern und der Proviande hat der Geschäftsbereich Viehwirtschaft des SBV eine Zwischenbilanz über das Projekt Wurstkalb gezogen. Die Zielsetzung des Projektes wird als wichtig beurteilt. Es gibt jedoch Schwierigkeiten, weil die wirtschaftlichen Anreize auf allen Stufen der Wertschöpfungskette nicht genügend gross sind, damit Wurstkälber überhaupt produziert, gehandelt, geschlachtet und verarbeitet werden. Das Projekt wird vorerst sistiert, weil von Seiten des Marktes kein Bedürfnis vorhanden ist. Bei Bedarf könnte das Projekt reaktiviert werden.
Arbeitsgruppe Paralandwirtschaft
Die Arbeitsgruppe „landwirtschaftsnahe Tätigkeiten“ setzt sich aus VertreterInnen des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes und des SBV zusammen. Im nächsten März plant diese ein Seminar, das sich mit den Auswirkungen der Raumplanungsrevision und der Agrarpolitik 2014-2017 auf die Paralandwirtschaft, respektive landwirtschaftsnahe Tätigkeiten, befasst.
Mutterkuh neu bei der Stallvisite
Die Stallvisite, ursprünglich ein Projekt aus der Zentralschweiz unter der Federführung von ZMP und LBV, wurde 2006 in die Imagekampagne „Gut, gibt’s die Schweizer Bauern“ des SBV integriert. Bis anhin waren dem Projekt nur Milchviehbetriebe angeschlossen. Da sich aber immer mehr Mutterkuhbetriebe für eine Teilnahme interessierten, entschied man sich, das Projekt auszudehnen. Fast 60 Mutterkuhbetriebe haben sich gemeldet, so dass Stallvisite 2012 im April neu mit 330 Höfen startet. Die Zusammenarbeit öffnet viele neue Türen, benötigt aber auch die Anpassung des Logos und Sicherheitsmassnahmen auf Höfen mit Mutterkühen.

