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Medienmitteilungen - Archiv 2011

Bauern wollen für eine glaubwürdige Swissness kämpfen

Medienmitteilung des Schweizerischen Bauernverbands vom
17. November 2011

Die Delegierten des Schweizerischen Bauernverbands gaben heute an ihrer 79. Jahresversammlung in Fribourg grünes Licht für die Lancierung der Volksinitiative „Für eine glaubwürdige Swissness“. Weiter drückten sie ihre Sorge um die desolate Lage der Milchproduzenten und der Situation auf dem Milchmarkt aus und wählten drei neue Vorstandsmitglieder.

Die 79. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) stand im Zeichen der geplanten Volksinitiative „Für eine glaubwürdige Swissness“. Es sei unverständlich, dass grosse Teile der Lebensmittelindustrie das Gefühl hätten, eine Auszeichnung mit dem Schweizer Kreuz solle auch ohne jegliche Schweizer Inhaltsstoffe möglich sein, gab sich der Präsident Hansjörg Walter in seiner Eröffnungsrede enttäuscht. Eine glaubwürdige Regelung ist für Walter essentiell: „Wie sonst sollen wir unsere Produkte am Markt positionieren und gegenüber den Importen abgrenzen? Verarbeiter, die bewusst auf Schweiz setzen, wären ebenso bestraft wie die inländischen Bauern“. Die Delegierten gaben schliesslich einstimmig grünes Licht für die Lancierung. Der konkrete Startzeitpunkt hängt von den Entwicklungen im Parlament ab: Wenn sich das Geschäft in der nächsten Session im Sinne des SBV bewegt, wartet dieser zu, sonst gibt der Vorstand den offiziellen Startschuss ab.

Milchmarkt bereitet grosse Sorgen

Die Versammlung in Fribourg zeigte deutlich, wo der Schuh die Bauern im Moment am meisten drückt: Bei der katastrophalen Lage auf dem Milchmarkt und die Ohnmacht, etwas daran zu ändern. Das zeigten nicht nur die Voten von Delegierten, sondern auch die grosse Zustimmung zu einem von SBV-Direktor Jacques Bourgeois vorgestellten Aufruf an alle Beteiligten im Milchmarkt, die Probleme endlich aktiv anzugehen. Im Fokus stehen die Abnehmer und Detailhändler sowie die Branchenorganisation Milch, die mit der fehlenden Durchsetzung der Beschlüsse ihre Glaubwürdigkeit aufs Äusserste strapaziert hat. Die Delegierten rufen aber auch Produzenten, Konsumenten und Politik auf, ihren Beitrag zur Stabilisierung des Milchmarktes zu leisten.

Ein weiteres  Schwerpunktthema war der starke Franken, der damit zusammenhängende Rückgang der Käseexporte sowie der zunehmende Einkaufstourismus. In diesem Zusammenhang läuft seit dem 23. Oktober eine nationale Aktion, die am 19. November ihren Höhepunkt erreicht. An diesem Tag danken Bäuerinnen und Bauern an über 30 Standorten den Konsumenten, welche Schweizer Produkte kaufen.

Drei neue Mitglieder im SBV-Vorstand

Die ordentlichen Traktanden der DV verliefen mit regen Diskussionen reibungslos: Das Protokoll der letzten DV, der Jahresbericht 2010 und das Tätigkeitsprogramm 2012 wurden genehmigt. Die Delegierten stimmen einer moderaten Beitragserhöhung von 40 Rp. pro Hektare zugunsten des SBV zu und passen die Beitragssumme damit erstmals seit 20 Jahren an. Im Vorstand löste Christine Bühler als neue Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands Ruth Streit ab, die jurassische Bäuerinnenpräsidentin Anne Roy rückt für Jean-Paul Lachat nach und für Ueli Niklaus folgt mit einer Rochade der Vertretung der Präsident von Prométerre, Yves Pellaux, nach. In der Landwirtschaftskammer standen fünfzehn Rochaden an.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann, seit knapp einem Jahr Volkswirtschaftsminister, sprach als Gastreferent der diesjährigen DV zu den Zukunftsaussichten der Schweizer Landwirtschaft: „Der Bund lässt die Landwirtschaft nicht im Stich. Daran ändert auch das Reformpaket AP 2014-17 nichts.“ Er skizzierte verschiedene Punkte der Vorlage, die im Anschluss an die Vernehmlassung angepasst werden. So sei bei der Nachfolge der Tierbeiträge ein Kompromiss geplant. Es sei aber wichtig, so der Volkswirtschaftsminister weiter, dass die Landwirtschaft innovativ sei und das vorhandene Potential nutze. Als Beispiel dafür nannte der Bundesrat die Erfolgsgeschichte des Schweizer Rapsöls. Schneider-Amman versprach den anwesenden Bäuerinnen und Bauern schliesslich, dass sich der Bundesrat für eine glaubwürdige Swissnessregelung einsetzen werde. 

 

Gewinner SBV-Medienpreis 2011

Zum 3. Mal vergab der SBV an seiner Delegiertenversammlung einen Medienpreis und zeichnete damit eine überzeugende, mediale Auseinandersetzung mit dem Thema Landwirtschaft aus. In der Deutschschweiz gewann der Beobachter-Artikel „Die Bio-Illusion“ von Martin Müller, Susanne Loacker (Text) und Stefan Kubli (Fotos). Darin gehen die Journalisten der Frage nach, was Bio von konventionellem Anbau unterscheidet. Der Artikel beleuchtet den Biomarkt in der Schweiz und beschreibt kurzweilig, wie sich der biologische Anbau wirtschaftlich auf die Bauern auswirkt. Originell gestaltete Grafiken ziehen die Aufmerksamkeit der Leser auf sich. Der Westschweizer Preis ging an Jean-Bernard Menoud für seine Sendung im Westschweizer Fernsehen „Oh la vache!“. Diese portraitiert fünf Milchproduzenten aus der Romandie und erklärt an ihrem Beispiel die problematische Situation auf dem Milchmarkt. Es gelingt Menoud dabei viel Spannung aufzubauen und die Zuschauer in den Bann zu ziehen. Die Sendung ist, obwohl vor über einem Jahr produziert, zudem nach wie vor topaktuell. Der Medienpreis – im Wert von je 3000 Franken – wird gesponsert von den Tochterbetrieben des SBV, der Krankenkasse Agrisano und SBV Versicherungen.

 

Rückfragen:
Hansjörg Walter, Präsident SBV, Tel. 079 404 33 92
Jacques Bourgeois, Direktor SBV, Tel. 079219 32 33
Sandra Helfenstein, Mediensprecherin SBV, Tel. 079 826 89 75

Swissnessabstimmung
Bundesrat Schneider-Ammann
Hansjörg Walter, Präsident SBV

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