Schweizerischer Bauernverband ::

Schweizerischer Bauernverband
Laurstrasse 10
5200 Brugg
Telefon 056 462 51 11
Fax 056 441 53 48
eMail

Standpunkte 2004

Lieber agieren als reagieren

Standpunkt vom 30. Juli 2004

In Anbetracht der zunehmenden Marktöffnung, der bilateralen Abkommen mit der Europäischen Union (EU) und der Abkommen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) muss die Landwirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Dies soll nicht nur durch Rationalisierung und Optimierung der Abläufe innerhalb der Produktionsketten erfolgen. Es braucht auch eine Lockerung unseres wirtschaftlichen Umfeldes. Beispiel sind der Elektrizitätsmarkt oder andere geschützte Bereiche des Inlandmarkts.

In den Produktionszweigen müssen die Konsenssuche und Strategieüberlegungen gegenüber einem grundsätzlichen Oppositionskurs den Vorrang haben. Immer nur zu reagieren anstatt zu agieren ist weder im Interesse der Branche noch unseres Berufsstandes. Die Interessenvertretung soll nicht nur dem Erhalt einer professionellen, produktiven und flächendeckenden Landwirtschaft dienen, sondern ebenfalls neue Wege aufzeigen, die vor dem Hintergrund eines sich ständig wandelnden Umfelds einzuschlagen sind. Wer die Ereignisse kommen sieht und entsprechende Vorkehrungen trifft, ist eine entscheidende Nasenlänge voraus und kann seine Positionen besser einbringen. Genau so wie für die Interessenvertreter gilt das auch für die Produzenten selber.

In diesem Sinne begrüssen wir den Vorstoss des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes (SGPV). Der SGPV packt den Stier bei den Hörnern und zeigt einen möglichen Weg für die inländische Getreideproduktion auf. Wie die Getreideproduzenten unterstreichen, kann dieser Weg nur beschritten werden, wenn sowohl auf Stufe der Produktion als auch auf der Stufe der Handelspartner und Politik gewisse Bedingungen erfüllt sind. Agieren anstatt zu reagieren hat den Vorteil, dass man das Ruder selber in der Hand hält und so aktiv seine Positionen einbringen kann. Die Alternative hiesse, sich konzeptlos dem herrschenden Druck auszusetzen, nur um schliesslich ohne jegliche Zugeständnisse dazustehen und nachzugeben zu müssen.

Wie verschiedene aktuelle Beispiele zeigen, könnten gewisse Segmente der Tierproduktion, insbesondere beim Schweinefleisch, neue Märkte ausserhalb unserer Landesgrenzen erschliessen. Da die Futtermittel mehr als die Hälfte der Produktionskosten ausmachen, beeinflusst der Futtermittelpreis direkt die Wettbewerbsfähigkeit der Geflügel- und Schweineproduktion. Der Vorschlag des SGPV trägt zur Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit bei. Im Gegenzug müssen die Getreideproduzenten am Markterfolg der Tierproduktion teilhaben können.


Schweizerischer Bauernverband

Hansjörg Walter, Präsident
Jacques Bourgeois, Direktor

Werbung

  • buuretv.ch
    androidmarket