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Standpunkte 2005

Landwirtschaft muss Wertschöpfung steigern

Standpunkt vom 7. Oktober 2005

Die Schweizer Landwirtschaft ist mehr und mehr den Kapriolen der Natur ausgeliefert, jedoch auch dem politischen und wirtschaftlichen Umfeld. Speziell die laufenden Verhandlungen im Rahmen des nächsten WTO-Abkommens, die bilateralen Abkommen mit der EU und erst recht die Agrarpolitik 2011 geben noch zur Sorge Anlass. Gerade in diesem Zusammenhang ist es interessant festzustellen, dass, wenn andere Wirtschaftssektoren unter Kritik geraten, mit allen Mittel versucht wird, die errungenen Vorteile zu bewahren und möglichst gar nichts zu ändern. Gerade die jüngst vom Schweizerischen Bauernverband verlangte Senkung der Produktionsmittelkosten illustrierte anschaulich, wie jeder Sektor versucht, sich nicht einem lebhafteren Wettbewerb auszusetzen. Die Landwirtschaft akzeptiert nicht, dass die anderen Sektoren von uns ständig mehr Wettbewerbsfähigkeit verlangen, aber genau das ablehnen, falls es sie selber betrifft.

Angesichts der unvermeidbaren Marktöffnungen muss die Landwirtschaft versuchen, ihren Anteil an der Wertschöpfung an den Produkten zu erhöhen. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass von 46 Milliarden, welche die Schweizer Bevölkerung für Nahrungsmittel ausgibt, ganze drei Prozent zu den Bauern gelangen. Um einen möglichst grossen Anteil Wertschöpfung in den Händen der landwirtschaftlichen Produktion zu behalten, müssen vermehrt branchenübergreifende Massnahmen ergriffen werden. Das betrifft folgende nicht direkt die Landwirtschaft betreffende Gesetze: Das Tourismusgesetz, das Wirtschaftsförderungsgesetz, das zukünftige Regionalpolitikgesetz und demnächst die Revision des Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz, welches die Rahmenbedingungen für die zukünftigen Nationalpärke bestimmt. Dies könnte eine Gelegenheiten sein, um vernetzt darüber nachzudenken, wie mittels einer Koordinierungsplattform oder eines Rahmengesetzes die regionale, verbrauchernahe Nahrungsmittelproduktionen mit einer verbesserten Wertschöpfung der Schweizer Bevölkerung bekannt gemacht werden könnte. Dank diesen Massnahmen sollte es der Landwirtschaft gelingen, ihre Wertschöpfung zu halten oder sogar zu steigern.

Jacques Bourgeois, Direktor Schweizerischer Bauernverband

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