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Standpunkte 2006

Biotreibstoffe: den Zug nicht verpassen!

Standpunkt vom 7. Juli 2006

Die Diskussionen über die Zukunft der Biotreibstoffe in der Schweiz haben im Bundeshaus begonnen. Der Bundesrat schlägt eine totale Steuerbefreiung für Biotreibstoffe vor, was die Importprodukte deutlich bevorteilt. In den kommenden Jahren dürfte der weltweite Energiebedarf von 85 auf 115 Millionen Barell pro Tag ansteigen, was für die steigenden Barrelkurse nicht folgenlos bleiben wird. Aufgrund dieser Tatsache und der Entwicklung der Nahrungsmittelpreise, die noch stärker unter Druck kommen werden (WTO-EU), sollten intern alle Möglichkeiten offen gelassen werden. Zurzeit wächst unser Waldbestand jährlich um 4'500 Hektar, ein Potenzial, das bereits unzureichend genutzt wird. Unsere Nebenprodukte oder beispielsweise die Zuckerrüben oder der Raps könnten ebenfalls zu diesem Zweck eingesetzt werden. Die Änderung des Mineralölsteuergesetzes sollte diesem Potenzial Rechnung tragen. Zudem sollte festgelegt werden, dass dem Benzin und Diesel mindestens 5 % Biotreibstoff beigemischt werden muss. Diese Mindestbeimischung würde deutlich zum Abbau unserer Treibhausgasemissionen beitragen, wie es das Kyoto-Protokoll vorschreibt. Zur Deckung eines Teils des Bedarfs durch regionale Produkte könnten Importlizenzen an eine Inlandleistung gebunden werden, oder auf diesem Markt tätige Unternehmen gezwungen werden, Biotreibstoffe aus nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Anlagen während einer bestimmten Zeit zum Selbstkostenpreis zu übernehmen und zu verkaufen. Ferner sollte eine positive, globale Ökobilanz verlangt werden. Der SBV hat entsprechende Vorstösse beim Parlament eingebracht. Verpassen wir den Zug nicht! Die Europäische Union hat die Sachlage gut eingeschätzt und entsprechend reagiert - nun sind wir gefordert.

Jacques Bourgeois, SBV-Direktor

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