Standpunkte 2007
Mit Tempo zu Michael!
Standpunkt vom 20. März 2007
Nach einem Vortrag in Tufertschwil im Toggenburg rase ich nach Gland am Genfersee für das Treffen mit Michael Schumacher und seiner Frau Corina. Dass ich im Tunnel in Murten nicht abbremse, wird mir zum Verhängnis und kostet mich 180 Franken. Auch ein Treffen mit einem Formel 1-Weltmeister gilt nicht als Entschuldigung für Geschwindigkeitsübertretungen. Während meiner Arbeit beim Bauernverband habe ich schon mit einigen prominenten Leuten zu tun gehabt und trotzdem bin ich vor dem Treffen aussergewöhnlich nervös. Die Nervosität verfliegt bei der Begrüssung: Der Weltstar und seine Gattin erweisen sich als sehr freundlich und unkompliziert. Als ich ihn über unsere Kampagne und die Schweizer Landwirtschaft informiere, hört er aufmerksam zu, stellt Fragen. Er betont, dass die Qualität der Lebensmittel ihm wichtig sei. Deshalb mache er aus Überzeugung bei dieser Kampagne für die Schweizer Landwirtschaft mit. Dank Schumacher und den übrigens hochkarätigen Prominenten wollen wir nochmals viel Aufmerksamkeit für die Landwirtschaft und die Bauernfamilien erzeugen und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen: So beispielsweise mit Stefanie Glaser Filmfreunde und die ältere Generation, mit Noemi Nadelmann die Kultur- und Operninteressierten, mit Stefan Eicher Musikbegeisterte und mit Stefan Lambiel die Frauen und Sportfans. Die Prominenten machen ohne, z.B. Michael Schumacher, oder gegen eine sehr geringe Entschädigung mit. Gibt es einen besseren Beweis für den Rückhalt den die Landwirtschaft geniesst?
Nach der Neulancierung unserer Kampagne "Gut, gibt's die Schweizer Bauern" im vergangenen Jahr mit Prominenten aus Wirtschaft, Politik, Sport, Kultur und Showbusiness wie Michelle Hunziker und Köbi Kuhn folgt nun die nächste Runde. Wir hoffen natürlich eine ebenso grosse Beachtung wie bei der Lancierung vor einem Jahr. Diese war riesig und löste die gewünschten Diskussionen über die Bedeutung und die Leistungen der Landwirtschaft aus. Schliesslich versorgen die Schweizer Bauernfamilien die Bevölkerung mit einer Vielfalt hochwertiger Lebensmittel. Sie erbringen zudem mit der Pflege der Landschaft, der Erhaltung der Lebensgrundlagen und ihrem Beitrag zur dezentralen Besiedelung unverzichtbare Leistungen für unser Land. Diese Leistungen müssen wir der Bevölkerung, die heute grösstenteils keinen direkten Bezug zur Landwirtschaft mehr hat, stetig ins Bewusstsein rufen. Auch deshalb, weil die Landwirtschaft immer wieder ungerechtfertigten Angriffen aus Teilen der Wirtschaft, von Medien und von selbsternannten Experten ausgesetzt ist und Institutionen weltfremde Zukunftsszenarien für die Landwirtschaft vorschlagen. Viel besser als wenn Bäuerinnen und Bauern selbst auf ihre Leistungen aufmerksam machen, ist es, wenn andere dies tun.
Der Start der Basiskommunikation 2007 erfolgt aus einer Pole-Position: In einer unabhängige Imagestudie des Schweizer Fernsehens, die nach den wichtigsten Institutionen unseres Landes fragte, lag die Landwirtschaft auf dem ersten Platz. Bekanntlich ist es schwieriger eine gute Position zu halten, als eine solche zu erringen. Es braucht daher weitere Anstrengungen und glaubwürdige Massnahmen auf allen Stufen. Nur gemeinsam können wir das Ziel, dass die Bauernfamilien ihre Produkte zu angemessenen Preisen verkaufen können und die Landwirtschaft über Rückhalt in der Bevölkerung verfügt, erreichen. Auf nationaler Ebene leistet die Imagekampagne ihren Beitrag dazu. Ergänzend dazu braucht es Massnahmen der kantonalen Bauernverbände in den Regionen und der Branchenorganisationen für ihre Produkte. Nicht zuletzt ist auch das Verhalten jeder Bäuerin und jedes Bauern im direkten Kontakt mit der Bevölkerung wichtig. Eine gute persönliche Erfahrung ist Gold wert.
Urs Schneider, Stv. Direktor und Leiter Kommunikation SBV, Brugg


