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Schweizerischer Bauernverband
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Standpunkte 2011

Nur wo Schweiz drin ist, darf Schweiz drauf stehen

Standpunkt vom 07. Oktober 2011

Schweizer Produkte geniessen im In- und Ausland einen hervorragenden Ruf. Die Herkunft Schweiz vermittelt Werte wie Spitzenqualität, Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit, Exklusivität und Tradition. Somit hat sie einen bedeutenden wirtschaftlichen Wert. Hinsichtlich der sich öffnenden Märkte gewinnt das Hervorheben und Nutzen der Herkunft Schweiz an Bedeutung. Dies zeigt sich auch daran, dass in der Werbung sehr stark auf die Herkunft Schweiz und die damit verbundenen Werte oder eben „Swissness“ gesetzt wird. Der Mehrwert der Swissness wird auf 5.8 Milliarden Franken geschätzt.

Die Schweizer Landwirtschaft ist mit sich öffnenden Märkten konfrontiert. Sie kann sich nur behaupten, wenn sie auf eine Qualitätsproduktion setzt und ihre Produkte in Hochpreissegmenten und kaufkräftigen Märkten positioniert. Agrarrohstoffe aus der Schweiz sind nachhaltig und mit Rücksicht auf das Tierwohl produziert und genügen höchsten Ansprüchen an Sicherheit und Rückverfolgbarkeit. Daher weisen Schweizer Nahrungsmittel einen finanziellen Mehrwert auf. Dieser beträgt je nach Produkt 5 – 20 Prozent. Um diesen zu erhalten, brauchen Schweizer Nahrungsmittel eine glaubwürdige Auszeichnungsmöglichkeit. Nur so können sich auch Schweizer Agrarprodukte mittel- und langfristig von den ausländischen abgrenzen. Eine glaubwürdige Swissness-Regelung ist daher im Zusammenhang mit dem Abbau des Grenzschutzes für die Schweizer Landwirtschaft existentiell!

Studien und Umfragen zeigen, dass die Konsumenten erwarten, dass Schweizer Lebensmittel aus Rohstoffen aus der Schweiz hergestellt sind. Mit einer glaubwürdigen Swissness-Regelung geht es folglich darum, diese Konsumentenerwartungen zu erfüllen. 

All dies hat auch der Bundesrat erkannt und im Frühling 2009 in seiner Swissnessvorlage vorgeschlagen, dass Lebensmittel mindestens 80% inländische Rohstoffe enthalten müssen, wenn sie das Schweizer Kreuz tragen wollen. Vorgesehen sind aber eine ganze Reihe Ausnahmen für Rohstoffe, die in der Schweiz gar  nicht oder nicht in genügender Menge oder Qualität vorhanden sind. Diesen Vorschlag unterstützt auch der Schweizerische Bauernverband. Nur leider tut sich die Lebensmittelindustrie schwer damit. Für sie reicht es, wenn ein Produkt in der Schweiz verarbeitet wurde – unabhängig davon, woher die Inhaltsstoffe stammen. Die unterschiedlichen Ansichten haben die Beratung im Parlament blockiert.

Aus diesem Grund ist der Bauernverband daran, eine Volksinitiative für eine glaubwürdige Swisseness auszuarbeiten. Denn wenn ein Produkt, das in der Schweiz verarbeitet wird, auch ohne einheimische Rohstoffe das Schweizer Kreuz bekäme, dann wäre das eine doppelte Katastrophe. Einerseits für die Glaubwürdigkeit der Marke Schweiz und andererseits für die Schweizer Bauern, weil sie ihr wichtigstes Verkaufsargument am Markt verlieren. Nur wo Schweiz drin ist, darf auch Schweiz drauf stehen!

 

Nationalrat Jacques Bourgeois, Direktor Schweizerischer Bauernverband

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