Standpunkte 2012
Volk will glaubwürdige Swissness
Standpunkt vom 24. Mai 2012
Die Herkunft Schweiz vermittelt Werte wie Spitzenqualität, Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit und Tradition. Sie profitiert von einem bedeutenden wirtschaftlichen Wert, der am Markt umgesetzt werden kann. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) hat sich daher von Beginn weg für eine glaubwürdige Swissness-Vorlage eingesetzt und die Vorlage des Bundesrats unterstützt.
Nachdem das Parlament die Vorlage vorerst auf die lange Bank schob und die Gefahr besteht, dass auf Druck von Teilen der Lebensmittelindustrie die Vorlage verwässert wird, hat der SBV an der Delegiertenversammlung im letzten November die Lancierung einer Volksinitiative beschlossen. In dieser fordert die Landwirtschaft, dass mit Swissness ausgelobte Lebensmittel mindestens 80 Prozent Schweizer Rohstoffe enthalten müssen.
Im Vorfeld der Beratung der Swissness-Vorlage im Ständerat wollte es der SBV genau wissen. In einer repräsentativen Umfrage des renommierten Link Instituts hat er abklären lassen, welche Erwartungen die Schweizer Bevölkerung zum Thema Swissness hat. Das Ergebnis ist eindrücklich. Die Schweizer Bevölkerung und Stimmbürger wollen bei Lebensmitteln eine griffige Swissness. 83 Prozent der befragten 1321 Personen erwarten, dass ein mit Schweizer Kreuz ausgezeichnetes Lebensmittel auch Schweizer Rohstoffe enthält. Für sieben von zehn Befragten müssen es mindestens 80 Prozent Schweizer Rohstoffe sein.
Der SBV klärte in der Umfrage weiter die Unterstützung für seine bereits vorbereitete Volksinitiative „Für eine glaubwürdige Swissness“ ab. 73 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie eine solche unterstützen würden, nur gerade 24 Prozent würden sie ablehnen. Die Befragung bestätigt, dass die grosse Mehrheit der Bevölkerung hinter den Forderungen des SBV für eine glaubwürdige Swissness steht.
Es ist zu hoffen, dass das Parlament dieses klare Signal nicht missachtet und in die Ausgestaltung der Vorlage einbezieht. Der SBV wartet nun das Ergebnis der parlamentarischen Beratungen ab und wird dann das weitere Vorgehen festlegen. Wenn das Resultat die Bedürfnisse der Produzenten und die Erwartungen der Bevölkerung sowie der Konsumentinnen und Konsumenten zu wenig oder gar nicht erfüllt, wird er die bereits beschlossene Initiative starten.
Urs Schneider, Stv. Direktor Schweizerischer Bauernverband, Brugg



