Positionen
Gentechnologie
Am 27. November 2005 wurde die Initiative für ein fünfjähriges Gentech-Moratorium vom Schweizer Stimmvolk angenommen. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) hat sich für das Moratorium ausgesprochen. Die fünf Jahre, während denen die Gentechnologie nicht kommerziell genutzt werden darf, sollen dafür genutzt werden, Chancen und Risiken der Gentechnologie zu erforschen. Der SBV steht der Gentechnologie kritisch gegenüber, weil zum heutigen Zeitpunkt über die Risiken der Genmanipulation von Pflanzen noch zu wenig bekannt ist. Zudem sind mit der Anwendung der Gentechnologie für Schweiz keine eindeutigen Vorteile im Kostenwettbewerb zu erzielen. Vielmehr entstehen zusätzliche Kosten durch einen grossen logistischen und administrativen Aufwand, der betrieben werden müsste, um Verunreinigungen beim Saatgut, beim Transport, bei der Ernte und bei der Lagerhaltung wirkungsvoll zu begegnen. Ausserdem wäre eine Auskreuzung durch Pollenflug zu verhindern, was Isolationsabstände zwischen den verschiedenen Kulturen bedingen würde. Zudem möchte sich die Schweizer Landwirtschaft mit qualitativ hoch stehenden Produkten profilieren, da eine billige Massenproduktion von Agrargütern in der Schweiz auf Grund ihrer Grösse und der Topografie nicht möglich ist. Solange die Gentechnologie in der Schweizer Bevölkerung umstritten ist, gibt es insofern keinen Grund, sie anzuwenden.
Im Mai 2007 wurden zwölf Projekte für das nationale Forschungsprogramm 59, „Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen“, ausgewählt. Der SBV begrüsst, dass in diesem Gebiet verstärkt geforscht wird. Ob die ausgewählten Projekte die offenen Fragen der schweizerischen Landwirtschaft beantworten können, wird der SBV in den kommenden Monaten überprüfen.

