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Märkte und Preise

Marktkommentar

Hans Rüssli

Keine Panik auf dem Kuhmarkt

Marktkommentar vom 21. August 2015 in der BauernZeitung

Es klemmt bei den Schlachtschweinen. Der Absatz kommt bei den QM-Schweinen nicht in Schwung und bei den IPS stauen sich die Schweine zurück. Die Preise sinken um 10 Rp. je kg Schlachtgewicht ab Hof Fr. 3.50 je kg Schlachtgewicht (SG) ab Hof für QM. Die Schweinemarkt wird sich erst grundlegend bessern, wenn die Produktion sinkt statt steigt und wenn das Schweinefleisch wieder im Ansehen gewinnt. Vor allem in der Gastronomie und bei den zahlreichen Ernährungsberater und -beraterinnen müsste Schweinefleisch wieder an Ansehen gewinnen.

Beim grossen Bankvieh - Muni, Rinder, Ochsen - ist der Markt ausgeglichen mit Ausnahme der IPS-Muni, denn diese stauen sich zurück. Die Bankviehpreise sind stabil mit Fr. 9.40 je kg SG franko Schlachthof für mittelfleischige QM-Tiere.

Die Preise der Metzgkühe sinken um 30 Rp. auf 8 Franken je kg SG franko Schlachthof für mittelfleischige, gleichmässig gedeckte QM-Kühe. Auf den öffentlichen Märkten sind Metzgkühe mit guter Fettabdeckung oder sogar fette Kühe gesucht und für diese wird der Wochenpreis überboten. Die Sommertrockenheit liess in den letzten Wochen das Kuhangebot in den Schlachthöfen ansteigen. Zugleich sank die Nachfrage weil Bell den Schlachthof Oensingen während zwei Wochen renovierte. Auf Kuhmarkt besteht jedoch kein Grund zur Panik. Denn ab dem 24. August wird in Oensingen wieder geschlachtet. Ausserdem wurden wegen der Trockenheit viele Kühe vorzeitig geschlachtet, aber weil jede Kuh nur einmal geschlachtet werden kann, wird sich das Kuhangebot im Herbst entsprechend reduzieren.

Ohnehin sinkt der Viehbestand. Die Zahl der Milchkühe sank laut TVD per Ende Juli auf noch rund 564 000, das sind rund 11 000 weniger als vor einem Jahr. Mutterkühe hatte es rund 118 000, dass wären rund 1400 mehr. Bei den Bankkälbern ist der Markt im Gleichgewicht bei einem Wochenpreis von Fr. 13.30 für QM.  Wenn das eingefrorene Kalbfleisch (445 Tonnen) aufgebraucht sein wird, werden ab Herbst die Kälberpreise ansteigen.

 

Hans Rüssli, Schweizer Bauernverband