Inhalt - Preise

Märkte und Preise

Marktkommentar

Brigitte Thüring

Ausgetrockneter Kuhmarkt

Marktkommentar vom 26. Juni 2015 in der BauernZeitung

Der QM-Bankviehmarkt ist vor den Ferien gut abgeräumt. Der Absatz läuft erfreulich und die Bankfleischproduktion erfährt Aufwind. Muni wie Rinder sind je nach Kategorie sehr gesucht. Erneut wurden die Wochenpreise um 10 Rp. erhöht auf 9.00 Fr. je kg Schlachtgewicht (SG) franko Schlachthof für mittellfleischige, gleichmässig gedeckte Muni, Rinder und Ochsen T3. Die Proviande-Wochenpreise liegen damit 50 Rappen über dem Vorjahreswert.  Die Händler warnen vor Spekulationen, denn der Sommerferienanfang könnte die Marktsituation wieder etwas dämpfen.

Das Rindfleischangebot ist merklich kleiner als noch vor einem Jahr. Insgesamt wurde beim Rindvieh im Monat Mai 8,9% weniger geschlachtet als in derselben Vorjahresperiode. Bisher gab das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) 2625 Tonnen (t) High-Quality Rinds-Nierstücke zum Import frei, dies entspricht ungefähr derselben Menge in der gleichen Periode 2014. Beim Verarbeitungsfleisch wurden 7125 t Kühe in Hälften zum Import freigegeben. Das sind 1225 t weniger als in der gleichen Zeit des Vorjahres, entsprechend waren die Gebote sehr hoch. In der letzten Versteigerung 7/2015 wurden die Importe der halben Kühe zu 1.47 Rp. je kg versteigert, im letzten Jahr in der Versteigerung 7/2014 waren es noch 41 Rp. je kg.

Der Schlachtkuhmarkt ist völlig ausgetrocknet. Das inländische Angebot ist viel zu gering für die sehr lebhafte Nachfrage. Durch den Beginn der Alpsaison hat sich diese Lage noch zugespitzt. Weniger als 400 Kühe werden in einer Woche auf den öffentlichen Schlachtviehmärkten aufgeführt. Seit Ende Mai ist der Wochenpreis für Schlachtkühe wöchentlich um 10 Rp. auf aktuell 8.30 Fr. je kg SG  für T3-Kühe herauf geklettert. Ein solch hoher Preis hat es in den letzten 15 Jahren nicht gegeben. Weil Verarbeitungsfleisch so sehr gesucht ist, werden die Wochenpreise der Kühe auf den öffentlichen und von Proviande überwachten Märkten trotz Preisaufschlag noch immer kräftig überboten.

 

Brigitte Thüring, Geschäftsbereich Viehwirtschaft, SBV