Dépêches
Weniger Feuerbrand und weniger Streptomycin-Einsatz 2009
24.11.2009 - (lid) – Der Feuerbrandbefall in den Schweizer Kernobstanlagen war 2009 geringer als im Vorjahr. Aus 394 Gemeinden wurden Befälle gemeldet – im Jahr 2008 waren in mehr als 660 Gemeinden befallene Pflanzen entdeckt worden.
Entsprechend geringer war auch der Einsatz des Antibiotikums Streptomycin. Nach Angaben des Bundesamtes für Landwirtschaft wurden insgesamt 303 Kilogramm Streptomycin-Wirkstoffe für die Bekämpfung des Feuerbrandes eingesetzt. Die Menge ist damit um ein Drittel kleiner als im Vorjahr. Das Mittel wurde in 134 Gemeinden aus elf Kantonen eingesetzt.
Viele Apfel- und Birnenbäume hätten schon Ende April abgeblüht, sie seien deshalb gar nicht in die kritische Blüteninfektionsperiode des Feuerbrand-Erregers von Anfang Mai gekommen, erklärt der Spezialist der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW, Eduard Holliger.
Weil der Feuerbrand-Erreger eine Resistenz gegen das Antibiotikum Streptomycin bilden könnte, darf das Mittel nur mit amtlicher Bewilligung und unter genauen Richtlinien eingesetzt werden. Die Richtlinien werden jedes Jahr geprüft und nach Bedarf angepasst, erklärt der BLW-Leiter des Fachbereichs Pflanzenschutzmittel, Olivier Félix. Die Regelungen für das nächste Jahr würden in nächster Zeit bearbeitet. Der genaue Zeitpunkt ist laut Félix noch nicht bekannt.
Die Konsumentenorganisationen fordern, daß der Streptomycin-Einsatz im Jahr 2010 nur erlaubt sein soll, wenn Früchte nach 2008 erneut nach Antibiotika-Spuren untersucht würden. Auch der Schweizerische Obstverband (SOV) will deshalb laut Pressesprecher Rolf Matter Anfang 2010 prüfen, ob eigene Laboruntersuchungen in Auftrag gegeben werden sollen.

