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Bankvieh top - Bankkälber flop

Marktkommentar vom 01. November 2019 in der BauernZeitung

Muni der Qualität T3 wurden bis Ende Oktober im Schnitt um 38 Rappen je kg Schlachtgewicht (SG) teurer verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Jahr 2019 startete mit einem vergleichsweise guten Preis von Fr. 8.80 je kg SG für T3. In den ersten drei Quartalen wurde gewichtsmässig 6,5% weniger Fleisch von Muni, 0,6% weniger von Rindern und 4% mehr von Ochsen produziert. Die Aussichten beim Bankvieh sind für das Jahr 2020 gut.

Bankkälber T3 galten bisher im Jahresschnitt 65 Rp. je kg SG weniger als im gleichen Zeitraum 2018. Der Jahresstart 2019 erfolgte bei Fr. 14.60 für T3, Ende Mai stürzte dieser Kälberpreis auf Fr. 12.30. Die Produktion von Kalbfleisch lag in den ersten drei Quartalen 1,7% tiefer als in der gleichen Zeit 2018. Die Kuhpreise für A3-Kühe liegen aktuell um einen Rappen höher als 2018. Bei den T3-Kühen gibt es ein Plus von 4 Rappen. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres war die Kuhfleischproduktion ungefähr gleich (+0,1%) wie in den ersten drei Quartalen 2018. Es fällt auf, dass vor allem in den ersten 5 Monaten 2019 viele Kühe geschlachtet wurden, seit Juni sinkt die Kuhfleischproduktion. Die Aussichten bei den Kühen sind sehr gut, der Bestand ist tief.  Ende September zählte man rund 15 000 Kühe weniger als vor einem Jahr.

Hans Rüssli

Schweizer Bauernverband

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Bericht zur Lage Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Juli 2021

10.08.21 | Der Juli 2021 zählt zu den fünf niederschlagreichsten Monaten seit Messbeginn. Dabei waren die Böden schon Ende Juni weitgehend mit Wasser gesättigt. Die grossen Niederschlagsmengen fielen v.a. in der ersten Monatshälfte ab dem fünften Juli. Sie führten zu Überschwemmungen, Hangrutschen und Murgängen. Das Hochwasser erforderte auch die temporäre Einstellung der Schifffahrt auf dem Rhein. Mehrere Gewitter mit Hagelzügen führten am 7./8. Juli sowie am 12./13. Juli zu grossen Schäden. Regional kam es bei landwirtschaftlichen Kulturen wie Gemüse und Reben bis zum Totalverlust. Eine Phase mit etwas sonnigerem Wetter folgte vom 17. bis am 23. Juli, bevor erneut tiefdruckbestimmtes Wetter folgte. Zwischen dem 24. bis 28. Juli hagelte es erneut mit Korngrössen, welche nur alle 20 bis 50 Jahre erwartet werden. Insgesamt wurden im Juli schweizweit acht Hageltage gezählt. Dabei waren die Hagelschäden schon im Juni mit 6927 Schadenmeldungen weit überdurchschnittlich (Tabelle 1.5). Die mittlere Temperatur lag im Juli um 0,3 Grad unter der Norm 1981-2010, während die Temperatur auf der Alpensüdseite im Bereich der Norm lag.

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Statistik der Woche
Woche 31/2021

06.08.21 | Das Jahr 2021 droht im Pflanzenbau zu noch schlechteren Ergebnissen als das Jahr 2016 zu führen. 2016 hat die anhaltende Nässe v.a. im Ackerbau zu Problemen geführt. Im laufenden Jahr kommen dazu die Folgen der Spätfröste im Frühling und der massiven Hagelfälle. Dadurch sind im Gegensatz zur Situation im Jahr 2016 auch die Spezialkulturen stark betroffen.

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Statistik der Woche Woche 30/2021

29.07.21 | Die Unwetter der letzten Wochen zeigen erste Auswirkungen auf Produktionszahlen. So nahm die Menge an Sala-ten im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,2 % ab. Bei einigen Salatsorten liegt die Mengenabnahme gar deutlich über 30 %. Die kumulierte Gemüsemenge bis Juni liegt 11,7 % unter der Vorjahresmenge. Entsprechend sind viele Gemüsepreise gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Der durchschnittliche Gemüsepreis lag im Juni 4,3 % über dem Vorjahresmonat. Auch die Importe nahmen vereinzelt stark zu: Bei den Salaten lagen sie im Juni 26,2 % über dem Vorjahreswert. Die Importe von Zucchetti nahmen um 43,4 % zu und die von Blumenkohl gar um 73,0 %. Die anhaltende Nässe verunmöglicht teils das Nachsäen; in der Gemüseversorgung werden daher Aus-wirkungen bis in den Frühling 2022 befürchtet.

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Woche 29/2021

23.07.21 | Seit 2012 hat die Produktion von Kalbfleisch um rund einen Viertel abgenommen. Da der Kuhbestand kontinuier-lich sinkt, stehen immer weniger Kälber zur Verfügung. Zudem gehen diese vermehrt in die Weide- und Gross-viehmast. Stark gelitten haben die Kälbermäster im Jahr 2020 während des Lockdowns aufgrund der Schliessung der Restaurants, weil die Gastronomie ein wichtiger Abnehmer von Kalbfleisch ist.

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Woche 28/2021

16.07.21 | Das Jahr 2011 war für die Schweizer Landwirtschaft ausgesprochen günstig: Ein sehr trockenes Jahr mit einer ausgeglichenen Verteilung der Niederschläge ermöglichte bei vielen Kulturen Spitzenerträge sowohl in quantitativer wie qualitativer Hinsicht. Den Gegensatz dazu bildet das Jahr 2016: Es fielen sehr viele Niederschläge, vor allem während der Vegetationsperiode. Dies führte zu ausgesprochen schlechten Ernten im Pflanzenbau. Das Jahr 2012 war zwar insgesamt ähnlich niederschlagsreich wie 2016, die Verteilung der Niederschläge war jedoch deutlich günstiger für die Landwirtschaft. 2021 war bezüglich Niederschläge bis zum Ende der zweiten Juni-Dekade eher unauffällig. Mit den starken Niederschlägen der letzten Tage wurde nun aber das Niveau des Jahres 2016 erreicht und die Perspektiven sind ähnlich unerfreulich. Zudem sind die Hagel- und Elementarschäden jetzt schon grösser als im Jahr 2016.

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AGRISTAT aktuell
Agristat Aktuell 06-21: Transport und Herkunft von Schweizer Agrarimporten

12.07.21 | Eine deutliche Mehrheit der landwirtschaftlichen Einfuhren gelangt via Strassenverkehr in die Schweiz und stammt vorwiegend aus der EU. Weitere bedeutende Einfuhrregionen sind die Länder Südamerikas, Afrikas sowie Asiens (ohne China). Von dort werden vor allem Früchte, Kaffee, Tee und Gewürze sowie Getreide eingeführt. Dabei kommt unter anderem auch der Transport via Bahn- und Schiffverkehr zum Einsatz. Der Flugverkehr ist mit einem Anteil von 0,2 % an den Gesamteinfuhren selten. Jedes Verkehrsmittel hat seine eigene Nische; so ist der Flugverkehr tendenziell auf leichte Waren und/oder kleine Mengen, die einen hohen Kilogrammpreis aufweisen, spezialisiert. Via Flugverkehr werden vorwiegend Gemüse, Schaffleisch und Fisch sowie exotische Früchte importiert. Via Schiffverkehr werden vor allem Ölkuchen, Reis, Getreide und Kaffee eingeführt.

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Bericht zur Lage Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Juni 2021

12.07.21 | Mit Hitzetagen vor allem um die Monatsmitte war dies der viertwärmste Juni seit Messbeginn 1864. Gewitter gab es mehrheitlich im ersten und letzten Monatsdrittel. Kräftige Gewitter mit Starkniederschlägen, Hagel und Sturmböen zogen ab dem 18. Juni über die Schweiz. Teils fielen hohe Regenmengen innert kurzer Zeit, was in mehreren Gebieten auf der Alpennordseite zu Überschwemmungen führte. Bereits im Mai gab es zahlreiche Hagelschäden (Tabelle 1.5). Für den Juni liegen Agristat die genauen Meldungen noch nicht vor. Es gab aber ausserordentlich viele Hageltage. Insbesondere gab es am 28. Juni ein aussergewöhnlich grosses Hagelereignis mit Hagelkörnern von einem Durchmesser bis zu 7 cm. Es ist daher von zahlreichen Schäden auszugehen. Nachdem kalten und nassen Mai konnte im Juni viel geheut werden. Die Heuernte startete dieses Jahr somit eher spät: Der Rückstand auf den mittleren Termin der Vergleichsperiode 1981−2010 betrug 6 Tage.

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Statistik der Woche
Woche 26/2021

05.07.21 | Die Umsätze mit Nahrungsmitteln sind schon seit längerer Zeit zur Stütze des Detailhandels geworden. Während der Corona-Krise hat ihre Bedeutung nochmals stark zugenommen. Im Mai 2021 lagen die Umsätze mit Nahrungsmitteln gemäss Bundesamt für Statistik zwar immer noch hoch (118,2 Punkte), sie sind aber im Vergleich zum Vormonat (121,9 Punkte) und zu 2020 (123,9 Punkte) zurückgegangen. Offensichtlich nimmt der Einkaufstourismus wieder zu. Falls er das frühere Niveau erreicht, kann dies die Produzentenpreise vor allem bei jenen Nahrungsmitteln unter Druck setzen, bei denen der Inlandanteil hoch ist und sich die Produktion der zeitweise erhöhten Nachfrage angepasst hat. Dies betrifft z.B. die Produktion von Milch, Schlachtschweinen und Gemüse.

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