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Bericht zur Lage der Landwirtschaft - August 2019

Grundlagen

Mit dem August 2019 endet einer der heissesten Sommer seit Messbeginn. Wesentlich wärmer war nur der Hitzesommer 2003. In den meisten Regionen fielen im Sommer genügend Niederschläge. Im Monat August lag die Durchschnittstemperatur mit 15,1 Grad um 1,3 Grad über der Norm 1981-2010, das reicht für Rang 14 seit Messbeginn 1864. Der Monat brachte reichliche Niederschläge und lokal sogar Rekordmengen (Arosa, Aigle, Bex). Lokal führten heftige Niederschläge zu Überschwemmungen und im Kanton Appenzell auch zu Erdrutschungen. Das Dorf Chamoson wurde am 11. August von einer Schlammlawine getroffen. Die Vegetation hatte im August trotz dem insgesamt sehr warmen Sommer keinen Vorsprung auf die mittlere Entwicklung.

 

Pflanzenbau

Die Gemüseproduktion lag auch im Juli um 7,5 % tiefer als im Vorjahr (Tabelle 2.2). Eine Ursache für die kleinere Produktion dürfte die um 1,9 % kleinere Fläche sein (siehe «Aktuell»). Nach dem Rekord-Obstjahr 2018 werden für 2019 kleinere Obsternten erwartet. Die Schätzung der Mostäpfel-Ernte wird mit 78 740 Tonnen auf eine ähnliche Menge geschätzt wie die Ernte 2016. Die Mostbirnen-Ernte soll mit 7 180 Tonnen etwas geringer als die Ernte 2015 ausfallen, aber höher als die Ernten 2016 und 2017 (Tabelle 2.4).

 

Milchwirtschaft

Für den Monat Juli wird eine Abnahme der Milchanlieferungen um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr geschätzt (Tabelle 3.1). Die 2019 bisher tiefere Milchproduktion führte auch in der Verwertung zu einem Rückgang der Milchmengen. Die Produktion von Konsumrahm, Käse, Quark und anderen Milchspezialitäten konnte bisher trotzdem leicht gesteigert werden, auf Kosten der übrigen Produkte (Tabelle 3.2). Die Butterlager waren Ende Juni um 21,1 % tiefer als vor einem Jahr, was auf eine entspannte Situation auf dem Milchmarkt hindeutet (Tabelle 3.5). Die Milchgehalte nahmen im Juni saisongemäss ab, lagen jedoch höher als in den beiden Vorjahren (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Rückgang des Rindviehbestandes ging auch im Juli mit beinahe unveränderter Geschwindigkeit weiter. Ende Juli waren noch 534 173 Milchkühe registriert (Tabelle 4.1). Der Bestand weiblicher Rinder bis zu einem Alter von einem Jahr war Ende Juli ähnlich hoch wie in den beiden Vorjahren. Natürlich kann zu diesem Zeitpunkt anhand der TVD-Daten noch nicht beurteilt werden, welcher Anteil der weiblichen Jungtiere in die Zucht oder in die Mast geht (Tabelle 4.2). Das durchschnittliche Schlachtgewicht der Schweine sank im Juli auf 88,4 kg SG und damit tiefer als im Vorjahr (Tabelle 4.4). Dies deutet auf einen weiterhin flüssigen Absatz hin. Im Juli lagen nur die Schlachtungen der Stiere (-1.4 %) und der Kühe (-5,9 %) unter den Vorjahreszahlen (Tabelle 4.5). Bei den übrigen Kategorien ergaben sich leicht höhere Anzahlen als im Vorjahr: Ochsen +6,3 %, Rinder +5,4 %, Kälber +4,3 %, Schweine +4,1 %, Schafe +6,9 % und Ziegen +3,9 %. Entsprechend wurde im  Juli weniger Rindfleisch (-1,0 %), mehr Kalbfleisch (+5,1 %), mehr Schweinefleisch (+3,2 %) und mehr Schaffleisch (+8,8 %) als im Vorjahr produziert (Tabelle 4.8). Der Importanteil beim Schweinefleisch lag bei 8 %. Die Inlandproduktion von Eiern nahm im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 3 % zu und stieg auf 84,1 Millionen Eier (Tabelle 4.9). Die Schlachtgeflügelproduktion stieg im Juli um 5,4 % an, kumuliert für die ersten sieben Monate des Jahres beträgt das Wachstum 1,1 % (Tabelle 4.11).

 

Aussenhandel 

Die Käseexporte lagen im Juli mit 5356 Tonnen um 11,7 % höher als im Vorjahr. Auch kumuliert übersteigt die Exportmenge jene der Vorjahresperiode um 1,2 %. Viele Käsesorten haben von dieser Entwicklung profitiert, am meisten der Frischkäse mit einer Zunahme von 243 Tonnen und der Emmentaler AOP mit einer Zunahme von 167 Tonnen (Tabelle 5.8). Ähnlich stark zugenommen haben die Importe, nämlich um 9,1 %. Kumuliert betrug das Wachstum bei den Importen bisher 2,3 %. Die Düngerimporte haben mengen- und wertmässig 2019 bisher deutlich zugenommen (Tabellen 5.13 und 5.15). Das Ende der Schweizer Produktion von Stickstoffdünger im Jahr 2018 dürfte die Ursache sein. Entsprechend sind v.a. die Importe von Stickstoffdünger angestiegen.

 

Preise

Im August stiegen die Preise für Muni, Ochsen und Rinder nochmals leicht an, auf leicht höherem Niveau als im Vorjahr. Rückläufig waren die Preise für Verarbeitungstiere. Der grosse Preissturz des Trockenjahres 2018 blieb jedoch aus. Der mittlere Preis für Kühe KV T3 QM blieb leicht über 8.00 CHF/kg SG (Tabelle 6.3). Die Preise für Schlachtkälber stiegen im August saisongemäss an, lagen jedoch im Mittel mehr als einen Franken unter dem Preisniveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.4). Die Preise für Schlachtschweine sanken im August erstmals im aktuellen Jahr, lagen jedoch mit einem Durchschnittspreis von 4.34 CHF/kg SG QM deutlich über den Vorjahrespreisen (Tabelle 6.5). Die Jagerpreise blieben im August konstant und lagen um 2.77 CHF höher als im Vorjahr. Ungünstiger ist die Situation im Bio-Bereich, wo die Preise sowohl bei den Schlachtschweinen wie bei den Jagern tiefer lagen als im Vorjahr. Die Lämmer- und Schafpreise wurden im August vom saisonalen Abwärtstrend erfasst. Bei den Lämmern lagen die Preise leicht höher als im Vorjahr, bei den Schafen deutlich tiefer (Tabelle 6.7). Im Juli lagen die Milchpreise insgesamt leicht höher als im Vorjahr. Leicht schlechter wurde die Milch für gewerbliche Käsereien bezahlt. Der Preis für Biomilch sank gegenüber dem Vorjahr um 1.88 CHF/100 kg. Die Einkaufspreise landwirtschaftlicher Produktionsmittel stiegen gemäss Index im Juli gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % an (Tabellen 6.14 und 6.15). Der Anstieg der Preise insbesondere der Düngemittel und Investitionsgüter war stärker als jener der Energie- und Schmiermittel. Exakt gleich stark stieg der Landesindex der Konsumentenpreise an (Tabelle 6.20). Der Teilindex der Nahrungsmittelpreise nahm jedoch um 0,1 % ab.

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"