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Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Dezember 2019

Grundlagen

Der Dezember 2019 ist der drittwärmste seit Messbeginn. Dafür waren nicht zuletzt die vielen Föhntage mitverantwortlich. V.a. in der Südschweiz fielen überdurchschnittlich viele Niederschläge, regional mehr als das doppelte der Dezembernorm 1981-2010. In der Nordschweiz waren die Niederschläge im Dezember nach den regenreichen Monaten Oktober und November eher unterdurchschnittlich.

Pflanzenbau

Aufgrund der kleineren Ernte 2019 waren die Kartoffellager Ende November 2019 mit 65 686 Tonnen Speisekartoffeln und 96 004 Tonnen Veredlungsware etwas weniger gut gefüllt als in den beiden Vorjahren (Tabelle 2.1). Am 15. Dezember 2019 lag mit 94 581 Tonnen 4,8 % mehr Dauergemüse am Lager als im Vorjahr (Tabelle 2.4). Die Produktion von Frischgemüse lag im November 2019 mit 23 710 Tonnen um 17,9 % tiefer als im Vorjahr (Tabelle 2.5). Kumuliert betrug der Rückstand aufs Vorjahr 8,1 %. Die Lager von Tafeläpfeln waren Ende November 2019 mit 61 830 Tonnen natürlich weniger gut gefüllt als nach der Rekordernte 2018 (Tabelle 2.7). Dafür waren mit 10 887 Tonnen etwas mehr Birnen am Lager als vor Jahresfrist.

Milchwirtschaft

Für den Monat November wird eine Abnahme der Milchanlieferungen um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr geschätzt. Damit ist die Milchmenge mit Ausnahme des Monats Juni bisher im ganzen Jahr 2019 rückläufig. Einzig die Produktion von Käse, Quark und Milchspezialitäten war bisher nicht vom Rückgang der Milchmenge betroffen (Tabelle 3.2). In den letzten zehn Jahren war der Stand der Butterlager nie so tief wie Ende November 2019. Die Menge ist von 540 Tonnen Ende Oktober auf 85 Tonnen Ende November gesunken (siehe Grafik und Tabelle 3.5).

Viehwirtschaft

Ende November 2019 hat der Rindviehbestand gegenüber dem Vorjahr um 12 891 Tiere abgenommen, der Milchkuhbestand um 6301 Kühe. Der Bestand der anderen Kühe hat um 2935 Kühe zugenommen (Tabelle 4.1). Im November haben die Schlachtungen von Ochsen (+4,1 %), Kühen (+6,3 %) und Ziegen (+8,0 %) zugenommen, abgenommen haben die Schlachtungen von Stieren (-5,4 %), Rindern (-1,3 %), Kälbern ( 10,9 %), Schweinen (-3,4 %) und Schafen (-7,5 %). Die Inlandproduktion von Rindfleisch hat damit im November leicht (+1,9 %) zugenommen, jene von Kalbfleisch deutlich (-10,2 %) abgenommen (Tabelle 4.8). Abgenommen hat auch die Produktion von Schweine- (-3,0 %) und Schaffleisch (-9,3 %). Die verfügbare Fleischmenge erreichte 2019 bisher nur beim Rindfleisch das Vorjahresniveau. Die Eierproduktion ist im November 2019 gegenüber dem Vorjahr um 2,3 % angestiegen, kumuliert beträgt die Zunahme 2,7 %. Die Geflügelfleischproduktion hat im November um 0,4 % abgenommen, kumuliert ergibt sich eine Zunahme um 1,0 %.

Aussenhandel 

Die Käseexporte konnten mengenmässig auch im November gegenüber dem Vorjahr minim (+0,3 %) gesteigert werden (Tabelle 5.6). Wertmässig ergab sich mit 72 092 Tausend Franken allerdings eine Abnahme um 2,4 %. Im November nahmen v.a. die Exporte von Frischkäse, Raclette Suisse®, anderem Hartkäse und Tête de Moine AOP zu (Tabelle 5.8). Kleinere Rückschläge wurden u.a. bei einigen AOP-Käsen verzeichnet. Die Einfuhren von Produktionsmitteln waren im November ausser beim Dünger (+21,0 %) mengenmässig rückläufig. Nach Wert nahmen auch die Einfuhren von Pflanzenschutzmitteln (+76,5 %) deutlich zu. Kumuliert ergibt sich generell eine Abnahme, sowohl mengen- wie wertmässig. Eine Ausnahme ist auch hier der Dünger mit einer Zunahme von 30,5 % nach Menge und 24,5 % nach Wert.

Preise

Die Preise für Muni, Ochsen und Rinder gingen im Dezember 2019 nach dem Ende der Feiertagsschlachtungen leicht zurück, lagen jedoch deutlich höher als im Vorjahr (Tabelle 6.3). Die Preise für Verarbeitungstiere konnten sich sogar nahezu unverändert halten. Bei den Schlachtkälbern fand ein deutlicher Preisrückgang statt. Zudem lagen die Preise weiterhin unter dem Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.4). Die Preise für Schlachtschweine stiegen im Dezember geringfügig an, jene für Jager deutlich. Das Preisniveau lag weiterhin deutlich höher als in den beiden Vorjahren (Tabelle 6.6). Die Preise für Lämmer und Schlachtschafe nahmen im Dezember leicht zu. Die Preise für Schlachtlämmer entwickelten sich deutlich besser als in den beiden Vorjahren (Tabelle 6.8). Gemäss dem Bundesamt für Landwirtschaft war der Verkehrsmilchpreis im November seit 2013 nie mehr so hoch wie im November 2019 mit 66.93 Rappen pro Kilogramm (Tabelle 6.11). Nur der Biomilchpreis lag im November 2019 tiefer als in den beiden Vorjahren. Der Produzentenpreisindex lag im November 2019 um 4,8 % höher als im Vorjahr (Tabellen 6.12 und 6.13). V.a. in der Viehwirtschaft lag das Preisniveau im November hoch. Im Gegensatz dazu waren die Einkaufspreise im November 2019 leicht rückläufig und lagen um 1,2 % tiefer als im Vorjahr (Tabelle 6.18). Der grösste Preisrückgang fand bei den Heiz- und Treibstoffen statt. Das Verhältnis der Produzentenpreise zu den Einkaufspreisen von Produktionsmitteln und den Konsumentenpreisen entwickelte sich demgemäss für die Landwirtschaft in der letzten Zeit sehr positiv (Tabellen 6.25 und 6.26). Die Weltmarktpreise für Milchprodukte tendierten Ende 2019 fest bis leicht zunehmend (Tabelle 6.28). Stark entwickelten sich auf den Weltmärkten auch die Preise für Rind- und Schweinefleisch (Tabelle 6.30). Auch die Preise für Getreide und Rapsöl legten zu. Weiterhin tief lagen die Preise für Zucker.

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"