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Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Juni 2019

Grundlagen

Der Juni 2019 brachte Starkniederschläge und Hochwasser in der ersten Monatshälfte und eine massive Hitzewelle im letzten Monatsdrittel. Die Durchschnittstemperatur war die zweithöchste seit Messbeginn 1864, nur der Juni 2003 war noch wärmer. Vielerorts gab es neue Junirekorde für die Höchsttemperatur. Trotz dem sehr warmen Juni hatte die Vegetation keinen Vorsprung auf die mittlere Entwicklung. Die Entwicklung war durch die kühlen Maitemperaturen verzögert worden. Spätfröste traten 2019 in der ersten Maihälfte auf und führten regional zu Schäden bei Kulturen wie Mais und Obstbäumen (Tabelle 1.4). Bis Ende Mai gab es mit insgesamt 368 Schadenmeldungen vergleichsweise wenig Hagel im Vergleich zu früheren Jahren (Tabelle 1.5). Sehr hoch war im Mai die Anzahl Meldungen von Elementarschäden (Tabelle 1.7). 

 

Pflanzenbau

Im kühlen Mai entwickelte sich die Gemüseproduktion mengenmässig unter dem Niveau der beiden Vorjahre mit einem Rückstand von 14,2 % auf das Vorjahr. Aufgrund der guten Ernte 2018 waren Ende Mai immer noch 19 228 Tonnen Äpfel im Lager. Ein Viertel der Lagermenge bestand aus Äpfeln der Sorte Gala (Tabelle 2.6).

 

Milchwirtschaft

Die Milchanlieferung wird für den Mai auf 321 700 Tonnen geschätzt und damit um 1,1 % höher als im Vorjahr (Tabelle 3.1). Dies ist die erste Zunahme nach neun Monaten. Die Butterlager waren Ende April mit 4292 Tonnen deutlich kleiner als im Vorjahresmonat (Tabelle 3.5). Die Milchgehalte waren im April auf dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 3.6). 

 

Viehwirtschaft

Der Rückgang des Milchkuhbestandes hat sich im Mai leicht beschleunigt (Tabelle 4.1). Im Vergleich zum Mai 2018 war der Bestand um 11 521 Milchkühe kleiner. Die Schlachtgewichte lagen im Mai beim Rindvieh und den Schweinen geringfügig höher als im Vorjahr (Tabelle 4.4). Bei den Schafen und Ziegen betrug die Zunahme 2,1 bzw. 9,6 %. Die Abnahme der Schlachtzahlen bei den Stieren ( 7,8 %) konnte durch die Zunahme bei den Ochsen (+2,3 %) und den Rindern (+6,9 %) nicht kompensiert werden (Tabelle 4.5). Deutlich zugenommen gegenüber dem Vorjahr haben die Kuhschlachtungen (+12,5 %). Die Schweineschlachtungen lagen um 4,8 % tiefer als im Vorjahresmonat. Die Schafschlachtungen lagen um 1,2 % höher, jene der Ziegen um 20 % tiefer. Equiden wurden 110 Stück geschlachtet gegenüber 130 im Vorjahr. Im Mai hat damit die Inlandproduktion von Rindfleisch (+4,6 %), Kalbfleisch (+0,5 %) und Schaffleisch (+3,5 %) zugenommen. Beim Schweinefleisch war eine Abnahme um 4,4 % zu verzeichnen. Die Inlandproduktion von Eiern nahm im Mai gegenüber dem Vorjahr um 1,3 % zu, kumuliert um 3,8 % (Tabelle 4.9). Auch die Importe nahmen sowohl im Mai wie auch kumuliert zu (1,9 bzw. 3,5 %). Die Produktion von Geflügelfleisch hat im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,0 % abgenommen. Kumuliert besteht jedoch weiterhin eine Zunahme von 1,6 % (Tabellen 4.10 und 4.11). Die Importe von Geflügelfleisch nahmen sowohl im Mai (+2.5 %) wie auch kumuliert (+2,0 %) zu.

 

Aussenhandel 

Die Einfuhr von Frischgemüse lag im Mai mengenmässig um 9,0 % höher als im Vorjahr (Tabelle 5.2). Dafür lagen die Importe von Früchten und Nüssen weiterhin deutlich tiefer als im Vorjahr (Tabelle 5.3). 
Die Käseexporte haben im Mai gegenüber dem Vorjahr um 4,4 % abgenommen (Tabelle 5.6). Kumuliert lagen die Exporte noch um 0,9 % höher als im Vorjahr. Allerdings nahmen auch die Importe um 2,0 % ab, kumuliert jedoch um 2,0 % zu. Am stärksten abgenommen gegenüber dem Vorjahr haben im Mai die Exporte von anderem Hartkäse und von Gruyère AOP (Tabelle 5.8). Die höchsten Zunahmen waren bei anderem Frischkäse und anderem Halbhartkäse zu verzeichnen. Die Importe von Futtermitteln und insbesondere von Dürrfutter sind im Mai stark zurückgegangen. Die Futtermittelimporte lagen im Mai 15,4 % tiefer als im Vorjahresmonat. 

 

Preise

Die Preise für Muni, Ochsen und Rinder blieben im Juni nahezu unverändert (Tabelle 6.3). Dasselbe gilt für die Preise der Verarbeitungstiere. Die Schlachtkälberpreise gingen im Juni nochmals leicht zurück und lagen massiv unter den Preisen der beiden Vorjahre (Tabelle 6.4). Die Tränkerpreise hatten im Juni saisongemäss weiter Aufwind, lagen jedoch unter dem Niveau der beiden Vorjahre (siehe Tabelle 6.5). Die Preise für Schlachtschweine blieben auch im Juni stabil (Tabelle 6.6). Die Jagerpreise gingen weiter zurück, allerdings auf deutlich höherem Niveau als in den beiden Vorjahren. Die Lämmerpreise konnten im Juni nochmals zulegen, während die Preise für Schlachtschafe stabil blieben (Tabelle 6.7). Das Preisniveau der Schlachtschafe ist gegenüber den beiden Vorjahren jedoch tief. Der Produzentenpreisindex landwirtschaftlicher Produkte lag im Mai um 2,7 % über dem Vorjahreswert. Dafür waren v.a. die Preise für Schlachttiere und Frischgemüse verantwortlich (Tabellen 6.13 und 6.14). Die Einkaufspreise landwirtschaftlicher Produktionsmittel lagen gemäss Index im Mai um 0,8 % höher als im Vorjahr (Tabellen 6.17 und 6.18). Die Teuerung betraf die Mehrzahl der Positionen. 

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"