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Bericht zur Lage der Landwirtschaft - März 2017

Grundlagen

Nach dem kalten Januar war der Februar überdurchschnittlich warm. Je nach Landesteil lag die Durchschnittstemperatur um 2 bis 4 Grad über dem langjährigen Mittel. Am 23. Februar brachten stürmische Südwestwinde sogar Höchsttemperaturen von gebietsweise über 20 Grad (Grafik 1.3). In den meisten Gegenden blieben die Niederschläge deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Überdurchschnittliche Regenmengen fielen auf der Alpensüdseite, im Engadin und in der Nordwestschweiz. Der meteorologische Winter 2016/2017 war insgesamt sehr trocken. Die Einwanderung von in der Landwirtschaft tätigen Personen hat in den letzten Jahren kontinuierlich leicht abgenommen (Tabelle 1.4).

Pflanzenbau

Die Kartoffelvorräte lagen Ende Januar nur unwesentlich höher als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Wie nach der vorangehenden Ernte werden deshalb grosse Mengen an Kartoffeln importiert (Tabelle 2.1). Im kalten Januar war die Gemüseernte wohl insbesondere auf Grund der tiefen Temperaturen kleiner als in den beiden Vorjahren (Tabelle 2.2). Die Gemüselager waren am 15. Februar mit 50 487 Tonnen minim besser bestückt als in den beiden Vorjahren (Tabelle 2.4). Zwiebeln und Karotten sind dabei mengenmässig am stärksten vertreten.

Milchwirtschaft

Die nachfolgende Grafik „Entwicklung im Milchsektor“ kombiniert vier wichtige Grössen des Milchmarktes. Um die saisonalen Schwankungen zu eliminieren und damit den Trend aufzuzeigen, werden alle Werte als Mittel der jeweils letzten 12 Monate abgebildet. Zudem wurden die Daten z-transformiert, d.h. sie wurden auf eine einheitliche Varianz bzw. Standardabweichung von 1 skaliert. Es ist deutlich zu sehen, dass die Milchmenge seit dem zweiten Semester 2016 am Sinken ist und sich die Abnahme eher noch beschleunigt hat. Für den Januar wird ein Rückgang um 6,4 % gegenüber der Vorjahresmenge geschätzt (Tabelle 3.1). Der zweite Wert zeigt, dass die Entwicklung beim Butterlager seit Kurzem in die richtige Richtung geht (Tabelle 3.6). Hohe Butterlager weisen auf Absatzprobleme hin und waren in der Vergangenheit jeweils ein Hinweis auf sinkende Produzentenpreise für die Milch. Der dritte Wert, die Preisdifferenz zwischen dem mittleren Exportpreis für Schweizer Käse und dem mittleren Importpreis für ausländischen Käse, zeigt den Mehrwert, den der Schweizer Käse gegenüber den Importen generieren kann. Der Anstieg seit Mitte 2012 ist zu einem guten Teil eine Folge des sinkenden Eurokurses (u.a. Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Schweizer Nationalbank am 15. Januar 2015) und des Preiszerfalls auf dem Weltmarkt. Die Preisdifferenz ist somit auch ein Massstab für den Preisdruck auf dem ausländischen Milchmarkt (Tabelle 5.6). Der Trend des Industriemilchpreises, der vierten Grösse, verläuft seit Mitte 2014 saisonbereinigt nach unten (Tabelle 6.9). Anhand der aktuellen Marktdaten erscheint eine Preiserholung jedoch in Reichweite zu kommen. Die aktuellsten Monatswerte werden am rechten Grafikrand aufgeführt. Der Wert für die Milchmenge ist jeweils geschätzt.

Viehwirtschaft

Der Rückgang des Milchkuhbestandes hat sich nochmals etwas verlangsamt (Tabelle 4.2). Weiterhin sehr hoch war im Januar das durchschnittliche Schlachtgewicht der Schweine mit 90.3 kg (Tabelle 4.4). Im Januar gingen die Schlachtungen von Grossvieh und Kälbern gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Weiter zugelegt haben jedoch die Schlachtungen von Ochsen (+4,7 %). Angestiegen sind die Schlachtungen von Schweinen (+4,9 %), Schafen (+10,6 %) und Ziegen (+9,3 %). Die produzierte Schlachtkörpermenge nahm bei den Schweinen aufgrund der hohen Schlachtgewichte um 6 % zu (Tabelle 4.6). Im Januar wurde deutlich mehr Fleisch importiert als im Vorjahresmonat, v.a. Rindfleisch, Schweinefleisch und Schaffleisch (Tabellen 4.7, 4.8 und 5.9). Die Eierproduktion lag im Januar leicht höher (+1,1 %) als im Vorjahresmonat. Auch die Importe haben um 6,2 % zugenommen (Tabelle 4.9).

Aussenhandel

Die Einfuhren von frischem Gemüse nahmen mengenmässig im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,9 % ab, wertmässig legten sie dafür um 27,1 % zu (Tabelle 5.2). Grund dafür dürften insbesondere die schlechten Wetterbedingungen in den Anbaugebieten Europas gewesen sein. Die Importe von Früchten verhielten sich mit Abnahmen von 1,4 % (Menge) bzw. 2,1 % (Wert) weniger auffällig (Tabelle 5.3). Die Importe von Milchprodukten nahmen nach Vollmilchäquivalenten gegenüber Januar 2016 um 3,6 % zu, während die Exporte um 4,8 % abnahmen (Tabelle 5.5). Vom Rückgang nicht betroffen waren die Käseexporte, welche mengenmässig minim zulegten (Tabellen 5.6 und 5.8). Dies ist allerdings vor allem dem Frischkäse zu verdanken, während die Exporte der Sortenkäse sich eher rückläufig entwickelten. Im Januar wurde deutlich mehr Fleisch, insbesondere Schlachtnebenerzeugnisse, exportiert (Tabelle 5.10). Bei den Produktionsmitteln haben die Einfuhren von Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel sowohl mengen- wie wertmässig im Januar abgenommen. Jene von Futtermittel haben zugenommen. Rückläufig war auch der Importwert von landwirtschaftlichen Maschinen (Tabellen 5.11 bis 5.15).

Preise

Die Preise von grossem Bankvieh gingen im Januar zurück, während jene von Verarbeitungstieren anstiegen. Das Preisniveau war jedoch höher als im Vorjahr (Tabelle 6.3). Auch die Schlachtkälberpreise gingen saisongemäss zurück. Sie lagen leicht tiefer als im Vorjahr (Tabelle 6.4). Die Tränkerpreise lagen im Januar auf tiefem Niveau, jedoch mit Ausnahme der der Kategorie AA männlich höher als im Vorjahresmonat (Tabelle 6.5). Die Preise für Lämmer und Schlachtschafe entwickelten sich stabil bis leicht rückläufig, tiefer als im Vorjahr lagen nur die Preise der Kategorie SM2 (Tabelle 6.7). Die Produzentenpreise für Milch entwickelten sich im Dezember 2016 stabil bis leicht abnehmend. Höher als im Vorjahresmonat waren nur die Preise für Biomilch (Tabelle 6.9). Der Produzentenpreisindex lag im Januar um 1,4 % höher als im Januar 2016. Der Index wird weiterhin v.a. durch die Schweinepreise gestützt (Tabellen 6.10 und 6.11). Die Preise für Landwirtschaftsprodukte auf den internationalen Märkten notierten anfangs Jahr eher höher als 2016 (Tabellen 6.25 und 6.28). Die Preise für Milchprodukte gingen in Westeuropa im Februar grösstenteils schon wieder zurück (Tabelle 6.26).

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"