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Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Mai 2019

Grundlagen

Der Mai 2019 war der kühlste Mai seit 1991. Regional war der Monat auch sehr sonnenarm, die Sonnenscheindauer erreichte verbreitet bloss 60 bis 80 % der Norm 1981-2010. Während in der Zentral- und Ostschweiz die Niederschläge 110 bis 150 % der Norm 1981-2010 erreichten, erhielt die Südschweiz in einigen Gebieten weniger als 50 % der normalen Niederschläge. Am 4. auf den 5. Mai brachte Polarluft nochmals Schnee bis in tiefe Lagen. Dies führte teilweise zu Schneedruck und Kälteschäden bei den Kulturen. Nach den warmen Monaten März und April führte das kühle Mai-Wetter zu einer Verzögerung bei der Vegetation und der bisherige Entwicklungsvorsprung ging verloren. Der Zeitpunkt der phänologischen Beobachtungen wich im Mai grösstenteils nicht mehr vom langjährigen Mittel ab. Das kühle und niederschlagsreiche Mai-Wetter führte zudem zu Verzögerungen bei der Raufutterernte.

 

Pflanzenbau

2018 stellten die Betriebe eher spät auf die Winterfütterung um, während der Weidebeginn im Frühling des laufenden Jahres zu einem durchschnittlichen Zeitpunkt erfolgte (Tabelle 2.1). Dies ergab eine leicht unterdurchschnittliche Dauer der Winterfütterung, was angesichts der knappen Futtervorräte infolge des Trockenjahres 2018 sicher ein Vorteil war. Ende Mai hat sich die Wassersituation im Ackerbau deutlich verbessert und wurde durch die Berichterstatter als durchschnittlich eingestuft (Tabelle 2.2). Die Kulturen des Getreides und der Körnerleguminosen waren in einem guten Zustand. Unter der Kälte hatten der Mais und die Ölsaaten gelitten. Die Aussicht auf gute Ernten beim Getreide und den Körnerleguminosen sind somit intakt, beim Körnermais und den Ölsaaten sind die Aussichten etwas schlechter (Tabelle 2.3). Aufgrund der Ausdehnung des Anbaus kann jedoch auch bei den Ölsaaten eine Ernte auf dem Niveau der beiden Vorjahre erwartet werden. Gemäss den Angaben der Zuckerfabriken hat die Anbaufläche der Zuckerrüben 2019 um 1201 Hektaren oder 6,4 % abgenommen (Tabelle 2.5). Entsprechend ging die Zahl der Pflanzer zurück. Im April wurden 10,4 % mehr Gemüse als im Vorjahresmonat geerntet (Tabelle 2.6). Insgesamt wies die Produktion gegenüber dem Vorjahr jedoch einen leichten Rückstand von 2,5 % auf.

 

Milchwirtschaft

Die Milchanlieferung wird für den April auf 314 600 Tonnen geschätzt und damit um 0,8 % tiefer als im Vorjahr (Tabelle 3.1). Die tieferen Milchmengen führten in der Verwertung zu sinkenden Milchmengen (Tabelle 3.2). Nur beim Käse, Quark und den Milchspezialitäten ging die verwertete Milchmenge nicht zurück. Der Fett- und der Eiweissgehalt der Milch war im März mit 4,15 % bzw. 3,31 % tiefer als im Vorjahr jedoch höher als 2017 (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Abbau bei den Milchkühen setzte sich auch im April fort (Tabelle 4.1). Im Vergleich zum April 2018 war der Bestand um 9927 Milchkühe kleiner. Dabei ist auch der Bestand der ein- bis zweijährigen weiblichen Rinder deutlich kleiner als in den Vorjahren (Tabelle 4.2). Im April wurden deutlich mehr Ochsen (+6,5 %) und Kühe (+7,2 %) als im Vorjahresmonat geschlachtet (Tabelle 4.5). Aufgrund des späten Osterdatums lagen die Schlachtungen von Schafen und Ziegen massiv höher als im Vorjahr. Eine deutliche Abnahme wurde bei den Stieren (-7,8 %) und den Schweinen (-3,8 %) registriert. Die Inlandproduktion von Rindfleisch nahm damit leicht zu (1,5 %), während die Kalbfleischproduktion nahezu stabil blieb (Tabelle 4.8). Die Inlandproduktion von Schweinefleisch nahm um 3,8 % ab, womit der Anteil der Importe auf 13,3 % anstieg. Bei den Schafen kann die Inlandproduktion kaum mit dem Vorjahresmonat verglichen werden, da Ostern 2018 schon am 1. April stattfand. Die Inlandproduktion von Eiern nahm im April gegenüber dem Vorjahr um 4,0 % zu, kumuliert um 4,5 % (Tabelle 4.9). Auch die Importe nahmen sowohl im April wie auch kumuliert deutlich zu (19,1 bzw. 4,2 %). Weiter auf Wachstumskurs ist die Produktion von Mastpoulets mit einer Zunahme von 5,2 %, kumuliert 2,6 % (Tabellen 4.10 und 4.11). Demgegenüber nahm die Produktion von Trutenfleisch ab um 14,9 % bzw. 11,1 % kumuliert. Die Importe von Geflügelfleisch nahmen in den ersten vier Monaten des Jahres ebenfalls um 1,4 % zu.

 

Aussenhandel 

Die Käseexporte haben im April gegenüber dem Vorjahr um 13,1 % zugelegt (Tabelle 5.6). Aber auch die Importe nahmen um fast denselben Prozentsatz (+13,0 %) zu. Die Importmenge lag mit 5886 Tonnen sogar leicht höher als die Exportmenge mit 5837 Tonnen. Fast alle Käsesorten konnten von der Zunahme der Exporte profitieren. Rückschläge gab es nur für die Kategorien Gruyère AOP, anderen Hartkäse, Fertifgondue und Mozzarella (Tabelle 5.8). In den ersten vier Monaten des Jahres 2019 lagen die Importe von Saatgut (‑10,9 %), Stroh (-7,9 %) und Pflanzenschutzmitteln (‑26,2 %) tiefer als im Vorjahr, jene von Futtermitteln (+23 %) und Dünger (+30,9 %) höher (Tabelle 5.15). Auch die Maschinenimporte haben nach Wert (+5,1 %) zugenommen.

 

Preise

Die Preise für Muni, Ochsen und Rinder blieben im Mai nahezu unverändert (Tabelle 6.3). Die Preise für Verarbeitungstiere legten leicht zu und befanden sich über dem Niveau der beiden Vorjahre. Die Kälberpreise gingen im Mai deutlich zurück und fielen unter das Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.4). Der Preise für die Kategorie IP-Suisse ging dabei stärker zurück als der Basispreis QM. Aufgrund der rückläufigen Geburten (siehe Tabelle 4.1) hatten die Tränkerpreise im Mai saisongemäss Aufwind. Dabei blieben die Preise jedoch deutlich unter jenen der beiden Vorjahre (Tabelle 6.5). Die Preise für Schlachtschweine blieben im Mai stabil (Tabelle 6.6). Die Jagerpreise hatten den Peak schon im April hinter sich gelassen und bewegten sich weiter abwärts, allerdings auf deutlich höherem Niveau als in den beiden Vorjahren. Die Lämmerpreise konnten im Mai deutlich zulegen und auch die Preise für Schlachtschafe stiegen leicht an (Tabelle 6.7). Das Preisniveau von 2017 blieb jedoch unerreicht. Die Milchpreise übertrafen im April leicht das Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.9). Nur der Biomilchpreis blieb unter dem Niveau des Vorjahres. Die Weltmarktpreise für Milchprodukte standen anfangs 2019 etwas mehr unter Druck als im ersten Halbjahr 2018 (Tabelle 6.28). Der Produzentenpreisindex landwirtschaftlicher Erzeugnisse lag im April um 3,0 % höher als vor einem Jahr (Tabellen 6.10 und 6.11). Diese Entwicklung wird v.a. durch die derzeit hohen Schweinepreise gestützt. Das Trockenjahr 2018 hat zu deutlich höheren Raufutterpreisen geführt (Tabelle 6.14). Die Einkaufspreise landwirtschaftlicher Produktionsmittel stiegen innert Jahresfrist um 1,1 % (Tabellen 6.15 und 6.16). Die Teuerung betrifft die Mehrzahl der Produktionsmittel, besonders stark nahmen die Preise für Dünger und Treibstoffe zu. Die allgemeine Teuerung gemäss dem Landesindex der Konsumentenpreise war mit 0,7 % deutlich tiefer (Tabelle 6.22).

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"