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Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Oktober 2019

Grundlagen

Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 8,5 Grad lag der Oktober um 2 Grad über der Norm 1981-2010 und war damit der fünftwärmste Oktober seit Messbeginn. Nach dem trockenen September brachte der Oktober nun reichliche Niederschläge. Im Tessin kam es teilweise zu Überschwemmungen. Mit bisher 4875 Meldungen zu Hagelschäden liegt das Jahr 2019 auf dem Niveau der beiden Vorjahre und damit deutlich höher als in den eher wenig betroffenen Jahren 2015 und 2016 (Tabelle 1.4). Mit bisher 2269 Meldungen von Elementarschäden sind diese deutlich zahlreicher als in den meisten vorhergehenden Jahren. Nur das Jahr 2017 lag mit insgesamt 3394 Meldungen deutlich höher (Tabelle 1.5). Der Bestand der in der Landwirtschaft erwerbstätigen nicht ständigen ausländischen Wohnbevölkerung lag im August 2019 mit 5053 Personen um 13 % tiefer als im Vorjahr (Tabelle 1.7).

 

Pflanzenbau

Im aktuellen Jahr war eine Menge von 26 182 Tonnen inländischen Pflanzkartoffeln verfügbar (Tabelle 2.1). Dies sind knapp 3 % weniger als im Vorjahr. Der Bio-Anteil sank von 5,5 % auf 5,2 %. Die Anbaufläche von Kartoffeln ging 2019 nach ersten Schätzungen (AGRISTAT 2019-08) um 1 % zurück. Die Zuckergehalte der aktuellen Zuckerrübenernte lagen bisher tief, in der Ostschweiz bei 17 %, in der Westschweiz noch tiefer (Tabelle 2.2). Die Gemüseproduktion liegt seit dem Monat Mai unter den Vorjahresmengen (Tabelle 2.2). Im September betrug die Differenz 1,5 %. Deutlich höher lag im September die Erntemenge der Zwiebeln mit 19 560 Tonnen gegenüber 16 467 Tonnen im Vorjahr.

 

Milchwirtschaft

Die September-Milchmenge wird im aktuellen Jahr um 0,6 % tiefer als im Vorjahr geschätzt. Bisher ergab sich 2019 nur im Juni eine leicht höhere Milchproduktion als im Vorjahr (Tabelle 3.1). Betrachtet man die 12-Monats-Menge, so scheint sich die Milchproduktion aktuell zu stabilisieren. Von der abnehmenden Milchmenge ist die Produktion von Käse, Quark und anderen Milchspezialitäten nicht betroffen (Tabelle 3.2). Der Rückgang zeigt sich bei den übrigen Produkten, insbesondere bei den Dauermilchwaren. Entsprechend waren Ende August nur 3123 Tonnen Butter an Lager, gegenüber 4333 Tonnen im Vorjahr (Tabelle 3.5). Die Milchgehalte an Fett und Eiweiss sind im August deutlich angestiegen und lagen höher als in den beiden Vorjahren (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Rindviehbestand nimmt weiter ab. Erstaunlich hoch liegen dabei die Bestände der Tiere mit einem Alter bis zu einem Jahr (Tabelle 4.2). Einerseits nahmen die Geburten seit 2018 weniger stark ab als der Kuhbestand, andererseits nimmt die Grossviehmast laufend auf Kosten der Kälbermast zu. Die Schlachtgewichte veränderten sich im September im Vergleich zum Vorjahr nur bei den Ziegen (+9,2 %), den Schafen (+2,6 %) und den Kühen (+1,5 %) in einem relevanten Ausmass (Tabelle 4.4). Im September 2019 wurden weniger Kühe (‑5,1 %), Schafe (-1,2 %) und Ziegen (-5,2 %) als 2018 geschlachtet (Tabelle 4.5). 2018 waren im Herbst v.a. die Kuhschlachtungen aufgrund der Trockenheit bzw. des Futtermangels zahlreicher. In allen anderen Kategorien gab es Zunahmen bis maximal im einstelligen Prozentbereich. Die Inlandproduktion von Rindfleisch nahm trotz dem Rückgang bei den Kühen aufgrund der übrigen Kategorien (Stiere, Ochsen, Rinder) leicht zu (Tabelle 4.8). Die Kalbfleischproduktion nahm um 4,3 % zu, jene von Schweinefleisch um 5,0 % und jene von Schaffleisch um 1,5 %. Kumuliert liegt die Inlandproduktion von Schaffleisch bisher höher als im Vorjahr. Die Eierproduktion nahm im September um 1 % zu und liegt damit kumuliert um 3 % höher als im Vorjahr (Tabelle 4.9). Die Importe stiegen kumuliert ebenfalls um 3 % an. Die Geflügelproduktion ist im September gegenüber dem Vorjahr um 6 % angestiegen. Kumuliert lag die Produktion 1 % höher als im Vorjahr. Die Importe sind jedoch zurückgegangen, womit die verfügbare Fleischmenge leicht rückläufig ist und der Inlandanteil ansteigt.

 

Aussenhandel 

Die kumulierte Zunahme der Importe von Frischgemüse (+4261 Tonnen, Tabelle 5.2) liegt in einem ähnlichen Bereich wie die kumulierte Abnahme der inländischen Gemüseproduktion (-3426 Tonnen, Tabelle 2.3). Im September nahmen die Käseexporte mit 6260 Tonnen gegenüber dem Vorjahr um 11 % zu (Tabelle 5.6). Kumuliert beträgt die Zunahme der Exportmenge 2,0 %, jene des Exportwertes 1,5 %. Die grössten Zunahmen weisen die Kategorien «andere Halbhartkäse» und «andere Frischkäse» auf (Tabelle 5.8). Stark rückläufig waren 2019 bisher die Importe von Pflanzenschutzmitteln (Tabelle 5.15). Kumuliert haben sie bis September mengenmässig um 28,5 % und wertmässig um 23,7 % abgenommen.

 

Preise

Die Preise für Muni, Ochsen und Rinder stiegen im Oktober deutlich an und lagen wieder so hoch wie im guten Jahr 2017 (Tabelle 6.3). Stabil und auf deutlich höherem Niveau als im Vorjahr entwickelten sich die Preise für Verarbeitungstiere. Auch die Schlachtkälberpreise legten im Oktober deutlich zu, blieben jedoch gut 50 Rappen/kg SG unter den Vorjahrespreisen (Tabelle 6.4). Saisongemäss gingen die Tränkerpreise im Oktober weiter zurück, das Preisniveau war mit 3.92 CHF/kg LG für einen A-Tränker tiefer als im Vorjahr. Die Preise für Schlachtschweine nahmen im Oktober nur minim zu, lagen jedoch 60 bis 70 Rappen über dem Vorjahresniveau (Tabelle 6.6). Die Jagerpreise verspürten im Oktober schon wieder deutlichen Aufwind. Die Preisdifferenz zum Vorjahr betrug um die 2.50 CHF/kg LG. Weiterhin Überangebote gibt es im Bio-Bereich, wo die Preise für Schlachtschweine und für Jager weiterhin tiefer als im Vorjahr liegen. Die Preise der Schlachtlämmer konnten sich im Oktober leicht besser halten als im Vorjahr, jene der Weidelämmer entwickelten sich stabil (Tabelle 6.7). Die Preise für Schlachtschafe blieben stabil auf tiefem Niveau. Deutlich angestiegen sind im September die Milchpreise aufgrund des neuen Nachhaltigkeitszuschlages (Tabelle 6.8). Der Produzentenpreisindex lag im September um 2,6 % höher als im Vorjahr (Tabellen 6.9, 6.10). Die gegenüber dem Vorjahr besseren Preise in der tierischen Produktion hatten den grössten Einfluss auf die Indexentwicklung. Die Einkaufspreise landwirtschaftlicher Produktionsmittel nahmen im September gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % ab, da die Preise für Energie- und Schmierstoffe stark rückläufig waren (Tabelle 6.15).

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"