Hauptinhalt

Drei- und vierjährige Grundbildung in Zukunft möglich

Medienmitteilung der OdA AgriAliForm vom 11. Januar 2021

Die landwirtschaftliche Grundbildung wird regelmässig den sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst. Als Ausgangslage für die nächste Revision führte die OdA AgriAlilForm Anfang 2020 eine Umfrage bei ihren Mitgliedorganisationen durch. Darauf aufbauend entstand ein neues Ausbildungsmodell mit einer 3-jährigen Lehre plus Zusatzjahr. Diese Variante kann die grosse Vielfalt an Ansprüchen an die Grundausbildung optimal abdecken. 

Im Zentrum des vorgesehenen neuen Modells steht nach wie vor eine 3-jährige EFZ-Ausbildung, wobei im dritten Jahr bereits eine Fachrichtung vertieft wird. Dazu kommt ein freiwillig viertes Lehrjahr, in dem eine weitere Fachrichtung intensiviert werden kann. So der Konsens der Vorstände des Schweizer Bauernverbands und der Agora.

Freiwilliges 4. Lehrjahr

Mit der 3-jährigen Grundausbildung bleibt der Beruf insbesondere auch für Zweitausbildner, Nachholbildner, Nebenerwerbsbetriebe und „einfache“ Betriebe mit nur einem Betriebszweig attraktiv. Für die Führung von vielseitigeren Betrieben oder solche mit Spezialzweigen ist das Absolvieren des Zusatzjahrs vorgesehen. So ist gewährleistet, dass sie für die hohen Anforderungen des Berufs gerüstet sind. In diesem Modell sind die ersten zwei Lehrjahre innerhalb eines Berufes für alle gleich. Sie decken die Grundkompetenzen des jeweiligen Berufs ab. Im 3. Lehrjahr wählt man dann eine Fachrichtung. Anschliessend kann man in einem weiteren Jahr eine weitere Fachrichtung vertiefen. Dieses 4. Jahr ist ebenfalls ein Lehrjahr, es braucht dazu einen Lehrvertrag und einen passenden Lehrbetrieb.  

Die Spezialberufe müssen noch Stellung nehmen

Im 3. und 4. Lehrjahr stehen die gleichen Fachrichtungen zur Auswahl. Der Inhalt ist also nicht aufbauend, sondern es handelt sich um andere Themen. Für den Beruf Landwirt ist denkbar: Futterbau, Ackerbau, Milchvieh, Mutterkühe und Rindviehmast, Kleinwiederkäuer, Schweinehaltung, Berg-/Alpwirtschaft, Geflügelproduktion. Die biologische Produktion ist ebenfalls als eigene Fachrichtung vorgesehen. Die Ausbildung soll es so erlauben, sich gezielt für die Führung des eigenen Betriebs und seinen Anforderungen vorzubereiten.

Das Modell ist auch für die Spezialkulturen, Geflügelfachleute oder Spezialisierung auf Schweinehaltung geeignet. Die bisherigen Berufe des Berufsfelds können dabei weiter eigenständig bestehen bleiben oder sich im Beruf Landwirt integrieren. Die Bildungsinhalte der Fachrichtungen würden von den jeweiligen Branchen definiert. Ob das gewünscht ist, müssen diese in den nächsten Wochen selbst entscheiden.

Weiteres Vorgehen

Den abschliessenden Entscheid trifft der Vorstand der OdA AgriAliForm im April 2021 ausgehend von den Wünschen der Mitgliedorganisationen. Die eigentliche Arbeit für die Revision mit der Überarbeitung der Bildungspläne geht danach erst richtig los. Bei optimalem Verlauf ist eine Umsetzung der revidierten Grundbildung ab August 2024 möglich.

 

Rückfragen

Loïc Bardet

Direktor Agora
Präsident OdA AgriAliForm

Mobile 079 718 01 88

Petra Sieghart

Leiterin Agriprof
Laurstrasse 10
5201 Brugg

056 462 54 31 
petra.sieghart@agriprof.ch
www.agriprof.ch 

Weitere Beiträge zum Thema

Stellungnahmen Vernehmlassung zur Änderung der Tierseuchenverordnung

28.01.22 | Stellungnahme des Schweizer Bauernverbands zur Vernehmlassung zur Änderung der Tierseuchenverordnung

Mehr lesen
Stellungnahmen Teilrevision der Raumplanungsverordnung, der Energieeffizienzverordnung und der Niederspannungs- Installationsverordnung

17.01.22 | Stellungnahme des Schweizer Bauernverbands zur Teilrevision der Raumplanungsverordnung, der Energieeffizienzverordnung und der Niederspannungs- Installationsverordnung

Mehr lesen
Stellungnahmen Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken Teilrevision Umweltschutzgesetz- Vernehmlassungsverfahren

14.01.22 | Stellungnahme des Schweizer Bauernverbands zu Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken Teilrevision Umweltschutzgesetz- Vernehmlassungsverfahren

Mehr lesen
Stellungnahmen Vollzugshilfe Umweltschutz

21.12.21 | Stellungnahme des Schweizer Bauernverbands zur Vollzugshilfe Umweltschutz in der Landwirtschaft, Konsultation des Moduls «Massnahmen der Landwirtschaft nach Artikel 62a GSchG».

Mehr lesen
Stellungnahmen Implementierung des «Swissness-Branchenmechanismus»

21.12.21 | Stellungnahme des Schweizer Bauernverbands zur Implementierung des «Swissness-Branchenmechanismus» (Verordnung über die Verwendung von schweizerischen Herkunftsangaben für Lebensmittel (HasLV; SR 232.112.1)).

Mehr lesen
Stellungnahmen Umweltschutzgesetz

13.12.21 | Stellungnahme des Schweizer Bauernverbandes zur Änderung des Umweltschutzgesetzes, betreffend der Bereiche Lärm, Altlasten, Lenkungsangaben, Informations- und Dokumentationssysteme, Strafrecht sowie die Finanzierung von Aus- und Weiterbildungskursen zum Umgang mit Pflanzenschutzmitteln.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Noch viel Potential beim Angurten!

06.12.21 | Eine Umfrage untersuchte die Wirkung der 2020 gestarteten Kampagne «Schon geschnallt», die für das Angurten in landwirtschaftlichen Fahrzeugen wirbt. Diese ist gut bekannt, aber noch zu viele Traktoren verfügen über keinen Sicherheitsgurt. Nur 5 Prozent der Befragten geben zudem an, sich immer anzugurten. Auch dieses Jahr hätten zahlreiche tödliche Unfälle durch Angurten verhindert werden können. Die Kampagne «Schon geschnallt» wird deshalb 2022 fortgesetzt: Ein kleiner Klick mit grosser Wirkung!

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Wetter hinterlässt Spuren im Pflanzenbau

05.10.21 | Die landwirtschaftlichen Einkommen 2021 litten im Pflanzenbau unter den schwierigen Wetterbedingungen. Diese führten zu Ausfällen und tieferen Erträgen bei den pflanzlichen Kulturen. Dank der Tierhaltung fiel das Gesamtergebnis dennoch nicht allzu schlecht aus. Die Einkommen 2021 sind jedoch tiefer als im Vorjahr.

Mehr lesen