Inhalt - WTO

Die Doha-Runde ist ein Paket von Aufträgen, die die Wirtschafts- und Handelsminister der WTO-Mitgliedstaaten ab 2001 bearbeiteten und 2005 hätten abschliessen sollen. Ziel der Verhandlungen ist, die Märkte weiter zu öffnen und Entwicklungsländer besser in das Welthandelssystem einzubinden. Die WTO setzt sich aus 164 Mitgliedern zusammen, die einen sehr unterschiedlichen Entwicklungsstand aufweisen. Aufgrund der vielfältigen Ansichten der Mitgliedstaaten kam es bis heute zu keinem Abschluss der Doha-Verhandlungen.

Die Agrarverhandlungen der Doha-Runde zielen darauf ab, ein weltweites System für den Agrarhandel zu schaffen. Das Verhandlungsmandat beinhaltet für die Landwirtschaft die folgenden fünf Ziele, wobei die ersten drei die sogenannten Pfeiler der Agrarverhandlungen bilden: 

  1. Verbesserung des Marktzugangs
  2. Reduktion der handelsverzerrenden Inlandstützung
  3. Herabsetzung aller Formen von Exportsubventionen im Hinblick auf deren  schrittweise Abschaffung
  4. Behandlung spezifischer Probleme von Entwicklungsländern
  5. Einbezug von Anliegen, die über Handelsfragen hinausgehen, zum Beispiel Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung


Auch bei den Agrarverhandlungen verfolgen die WTO-Mitglieder abweichende Ziele. Primäres Ziel der Verhandlungen ist es, eine Einigung über ein Dokument zu den Modalitäten zu erzielen, dank deren die Liberalisierung bei den drei Säulen umgesetzt werden könnte. Nachdem die Modalitäten einmal vereinbart sein werden, wird sie jedes Mitglied auf seine Agrarprodukte anwenden müssen.

Im Rahmen der Verhandlungen bilden sich sogenannte Verhandlungsgruppen. Eine Verhandlungsgruppe ist ein Zusammenschluss von Ländern mit ähnlichen Interessen, Positionen und Vorschlägen. Die Schweiz bildet gemeinsam mit Island, Israel, Japan, Lichtenstein, Mauritius, Norwegen, Südkorea und Taiwan die G10, die Gruppe der Netto-Agrarimporteure. Ihnen gemein sind Sensibilitäten in puncto Marktzugang und die Förderung von Nicht-Handelsanliegen.