Inhalt - Bericht zur Lage der Landwirtschaft

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - April 2017

Grundlagen

Der März 2017 ist der zweitwärmste seit Messbeginn 1864. Die Durchschnittstemperatur liegt 3 Grad über der Norm 1981-2010. Nur das Jahr 1994 war noch wärmer. Das erste Monatsdrittel war durch eine Föhnlage mit teilweise stürmischem Wetter in den Föhntälern geprägt. Auf der Alpensüdseite und am Alpennordhang brachte der März reichliche Niederschläge. Aufgrund der hohen Temperaturen entwickelte sich die Vegetation sehr schnell. Der Vorsprung auf das Mittel beträgt ca. 10 bis 17 Tage. Auf der Alpennordseite ist es dabei in den meisten Regionen eher zu trocken.

 

Pflanzenbau

Raufutter war Ende Februar auf vielen Betrieben noch reichlich vorhanden. Mit dem voraussichtlich frühen Beginn der Grünfütterung dürfte es am Ende der Winterfütterung kaum zu Raufuttermangel kommen (Tabelle 2.1). Die Qualität des Raufutters ist dabei mässig, jene des Heus so schlecht wie nie mehr seit 2007 (Tabelle 2.2). Die Ackerkulturen präsentierten sich Ende März in einem guten Zustand. Dabei präsentierten sich Weizen und Roggen leicht schlechter als im Vorjahr (Tabelle 2.4). Die Gemüseproduktion legte nach zwei sehr schwachen Monaten im März etwas zu, lag jedoch unter dem Vorjahresniveau (Tabelle 2.5). Die Produzentenpreise für Gemüse lagen auch im März noch deutlich über dem Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 2.6).

 

Milchwirtschaft

Die Februar-Milchmenge liegt schätzungsweise um 8,6 % tiefer als im Vorjahr (Tabelle 3.2). Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass der Februar im Schaltjahr 2016 einen Tag länger dauerte. Die Milchmenge fällt damit auf das Niveau des Jahres 2013. Die Butterlager enthielten Ende Januar noch 2995 Tonnen Butter, womit sich auch hier der Druck reduziert (Tabelle 3.8). Weiterhin hoch sind die Milchgehalte. Im Januar lagen Fett- und Eiweissgehalt deutlich über den Vorjahreswerten (Tabelle 3.5).

 

Viehwirtschaft

Im Februar hat sich der Rückgang des Milchkuhbestandes weiter verlangsamt (Tabelle 4.2). Dies könnte u.a. damit zu tun haben, dass die Anzahl weiblicher Tiere von zwei bis drei Jahren zurzeit höher liegt als in den beiden Vorjahren (Tabelle 4.1). Die Schlachtgewichte von grossem Rindvieh, Schafen und Ziegen lagen im Februar tiefer als im Vorjahr. Höher waren jene der Kälber und der Schweine (Tabelle 4.4). Im Februar wurden weniger Rinder, Kälber (-11,3 %), Schweine (-6,5 %), Ziegen und Pferde als im Vorjahresmonat geschlachtet (Tabelle 4.5). Mehr Schlachtungen gab es nur bei den Schafen (+8,8 %). Die Produktion und die verfügbare Menge von Rind-, Kalb- und Schweinefleisch gingen damit gegenüber dem Vorjahr zurück. Beim Schaffleisch stieg die Produktion leicht an, was aufgrund leicht sinkender Importe gegenüber dem Vorjahr zu einer vergleichbaren verfügbaren Menge führte (Tabelle 4.8). Die Inlandproduktion von Eiern blieb im Februar gegenüber dem Vorjahr sozusagen konstant. Die Importe und damit auch der gesamte Angebot gingen geringfügig zurück (Tabelle 4.9). Die Produktion von Geflügelfleisch ging im Februar leicht zurück. Deutlich zurück gingen die Importe (-27,2 %). Kumuliert bis Ende Februar ging die verfügbare Menge jedoch nur um -1,6 % zurück, was unter der Berücksichtigung des Schaltjahreffekts unbedeutend ist (Tabelle 4.11). Gemäss Tabelle 4.13 nahm 2016 der Pro-Kopf-Verbrauch der meisten Fleischarten ab. Ausnahmen waren nur das Rindfleisch (+0,2 %), das Schaffleisch (0,0 %), das Fleisch von Wild (+0,1 %) und die Fische (+0,8 %). Bei der Interpretation der Entwicklung gegenüber dem Vorjahresmonat muss berücksichtigt werden, dass der Februar im Schaltjahr 2016 einen Tag länger dauerte.

 

Aussenhandel

Die Importe von Getreide, Müllereierzeugnissen und Nahrungsmitteln auf Getreidebasis waren im laufenden Jahr bis Ende Februar im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, sowohl nach Menge wie auch nach Wert (Tabelle 5.1). Mengenmässig rückläufig bei deutlich höherem Wert waren die Importe von Gemüse (Tabelle 5.2). Mengen- und wertmässig leicht rückläufig waren bisher die Importe von Früchten und Nüssen (Tabelle 5.3). Nach Vollmilchäquivalenten gingen die Importe von Milch und Milchbestandteilen im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Deutlich zurück gingen die Exporte (Tabelle 5.4). Mengenmässig waren die Käseimporte im Februar stabil, während die Exporte gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgingen. Wertmässig war sowohl bei den Käseimporten wie auch bei den –exporten ein Rückgang zu verzeichnen (Tabelle 5.5). Deutlich zurück gingen im laufenden Jahr bisher die Importe von Futtermitteln, Dünger und Maschinen (Tabelle 5.15).

 

Preise

Die Preise für Muni, Ochsen und Rinder sanken im März, lagen aber deutlich über dem Niveau der beiden Vorjahre. Die Preise für Verarbeitungstiere stiegen weiter an und lagen leicht über dem Niveau der beiden Vorjahre (Grafik 6.3). Beim Preis für Schlachtkälber konnte der Abwärtstrend im März gestoppt werden. Der Preis lag leicht höher als in den beiden Vorjahre (Tabelle 6.4). Die Tränkerpreise stiegen im März saisongemäss an (Tabelle 6.5). Die Preise für Schlachtschweine verbesserten sich im Monat März, der Anstieg war jedoch weniger stark als im Vorjahr (Tabelle 6.6). Die Lämmerpreise lagen 2017 bisher leicht höher als im Vorjahr (Tabelle 6.7). Der Produzentenpreisindex lag im Februar um 2,5 % höher als im Vorjahr. Gestützt wird der Index v.a. durch gute Preise im Pflanzenbau (zum Teil auf Grund der kleinen Ernten), aber auch für die tierische Erzeugung ist die Entwicklung insgesamt positiv (Tabellen 6.12 und 6.13). Auf dem Weltmarkt verläuft die Preisentwicklung positiver als im Vorjahr. Die Preise für Milchprodukte stagnieren jedoch zurzeit oder sind schon wieder am Sinken (Tabellen 6.29, 6.30, 6.32).