Inhalt - Bericht zur Lage der Landwirtschaft

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Januar 2018

Grundlagen

Der Januar 2018 war der mildeste Januar seit Messbeginn im Jahr 1864 und brachte einige Stürme mit sich. Am 3. Januar machte Sturm Burglind den Anfang. Die Windspitzen im Mittelland erreichten bis 125 km/h und auf den Berggipfeln wurden bis 200 km/h gemessen. Vom 6. bis 9. Januar erhielt die Alpensüdseite viel Niederschlag, der in höheren Lagen erhebliche Mengen Neuschnee brachte. Vom 16. bis 22. Januar herrschte in der Schweiz eine stürmische Nordwest- bis Westlage und es gab in den Bergen viel Neuschnee. In dieser Zeit überquerten Sturmtief Evi am 17. Januar und Sturmtief Friederike am 18. Januar die Schweiz. Beide Stürme erreichten aber nicht mehr so hohe Windgeschwindigkeiten wie Burglind.

 

Pflanzenbau

Die Erträge im Futterbau lagen im Jahr 2017 in etwa auf gleichem Niveau wie im Vorjahr. Einzig die Erträge im Herbst wurden höher beurteilt als im Jahr 2016 (Tabelle 2.2). Ackerbaulich war das Jahr 2017 erfreulich. Die Erträge lagen höher als in den beiden Vorjahren und erreichten ungefähr das Niveau wie im Jahr 2014 (Tabelle 2.5). Die Produktion von Frischgemüse lag im Dezember 2017 24 % höher als im Dezember 2016. Insgesamt wurde im Jahr 2017 8,2 % mehr Gemüse produziert als im Vorjahr. Die Preise lagen aber 6,5 % tiefer (Tabellen 2.6 und 2.7). Der Bestand an Lagergemüse lag am 15. Januar deutlich über den beiden Vorjahresmengen. Bei Rotkabis und Randen lag der Bestand mehr als doppelt so hoch wie letztes Jahr um die gleiche Zeit. Einzig der Lagerbestand der Zwiebeln lag unter demjenigen des Vorjahres (Tabelle 2.8).

 

Milchwirtschaft

Im Jahr 2017 wurde insgesamt leicht weniger Milch angeliefert als im Vorjahr. In den ersten fünf Monaten wurde weniger Milch eingeliefert als in der gleichen Zeit der Vorjahresperiode. Von Juni bis Dezember 2017 wurde mehr Milch eingeliefert. Im Dezember 2017 waren es 3,5 % mehr als im Dezember 2016 (Tabelle 3.1). In den ersten elf Monaten des Jahres 2017 wurde mehr Milch zu Jogurt (+4,3 %) und Käse (+4,0 %)  und weniger zu Butter (-9,3 %) und Quark (-12,9 %) verarbeitet als in der Vorjahresperiode (Tabelle 3.2). Beim Käse wurde vor allem mehr Vacherin Fribourgeois AOP (+10 %) und Emmentaler AOP (+10,2 %) produziert. Am stärksten rückläufig war die Produktion von Bündner Bergkäse (-18 %) (Tabelle 3.4). Das Butterlager erreichte im November einen neuen Tiefstand von 327 Tonnen und lag somit 90,7 % unter der Menge von November 2016 (Tabelle 3.5). Der Fettgehalt der Milch erreichte im November mit 4,19 %  den zweithöchsten Wert des laufenden Jahres und erreichte das Niveau vom Vorjahresmonat. Der Eiweissgehalt lag mit 3,44 % auf dem Höchststand im laufenden Jahr und 0,02 % höher als im November 2016 (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Rindviehbestand war im Dezember 2017 leicht höher als im Dezember des Vorjahres, wobei im Vergleich zum Dezember 2016 die Anzahl der Milchkühe rückläufig war während der Bestand der anderen Kühe stieg (Tabelle 4.2). Auf den Schlachtviehmärkten der Proviande wurden im Jahr 2017 mehr Rindvieh bei weniger Märkten und weniger Schafe bei einer grösseren Anzahl von Märkten aufgeführt als im Vorjahr (Tabelle 4.3). Die durchschnittlichen Schlachtgewichte lagen im Dezember 2017 bei allen Kategorien über denjenigen des Vorjahresmonats. Verglichen mit dem November waren aber im Dezember 2017 die Schlachtgewichte für Stiere, Ochsen, Kühe und Schafe höher (Tabelle 4.4). Die Schlachtungen waren im Jahr 2017 mit Ausnahme der Schafe und Ziegen unter dem Niveau des Vorjahres. Am stärksten rückläufig waren die Schlachtungen bei den Equiden (-18,5 %) und den Kälbern (-5,6 %). Die Ziegenschlachtungen nahmen hingegen um 6,9 % und die Schafschlachtungen um 0,6 % zu (Tabelle 4.5). Obwohl mehr Schweine-, Schaf- und Ziegenfleisch produziert wurde,  war im Jahr 2017 insgesamt weniger Fleisch verfügbar als im Vorjahr. Dies weil der Export von Fleisch stärker zunahm als der Import (Tabelle 4.8). Die inländische Eierproduktion nahm im Jahr 2017 um 1,8 % zu und setzte den Trend der letzten Jahre von der zunehmenden Produktion von Eiern fort. Die Importe stiegen in der gleichen Zeit um 0,5 % (Tabelle 4.10). Auch bei der Geflügelfleischproduktion hielt der Trend zu einer steigenden Produktion an. Im Jahr 2017 stieg sie aber mit 0,5 % im Vergleich zu den Vorjahren nur noch schwach an. Die verfügbare Menge sank jedoch im Jahr 2017 um 0,9 % gegenüber dem Vorjahr, da die Ausfuhr von Geflügelfleisch zunahm (+6,6 %) während die Einfuhr zurückging (-2,1 %) (Tabelle 4.12).

 

Aussenhandel 

Im Jahr 2017 wurde mehr Getreide zu einem höheren Preis importiert als im Vorjahr (Tabelle 5.1). Da im vergangenen Jahr in der Schweiz mehr Gemüse produziert wurde, nahmen die Importe von Gemüse um 15,5 % ab. Das Frischgemüse wurde aber zu einem höheren Preis importiert, was dessen Wert um 3,5 % ansteigen liess. Da aber der Wert des übrigen Gemüses tiefer war als im Vorjahr, nahm der Wert insgesamt um 0,3 % ab (Tabelle 5.2). Bei der Einfuhr von Früchten schlägt sich die schlechte Inlandernte zu buche. So wurden im Jahr 2017 37,3 % mehr Aprikosen, 14,2 % mehr Kirschen und 7,7 % mehr Äpfel importiert als im Vorjahr (Tabelle 5.3). Nachdem in den beiden Jahren 2015 und 2016 die Nutzviehexporte in etwa gleich blieben, sanken sie im Jahr 2017 deutlich um -42,6 % gegenüber 2016 (Tabelle 5.5). Die Käseexportmenge ging im Dezember 2017  gegenüber dem Vormonat zurück während die Importmengen leicht zunahmen. Über das ganze Jahr gesehen wurde sowohl mehr Käse exportiert (+2 %) als auch importiert (+4,2 %) (Tabelle 5.7). Am stärksten zugenommen hat der Export von Mozzarella (+25,9 %). Bedeutend weniger ausgeführt als im Jahr 2016 wurde Tilsiter (-29,8 %) und Weichkäse (-16 %) (Tabelle 5.8). Im Jahr 2017 wurden 23,4 % weniger Kalidünger und 54,1 % weniger Superphosphatdünger importiert. Dafür stieg die Einfuhr von übrigem Phosphatdünger um 66,9 % (Tabelle 5.14).  

 

Preise

Im Dezember 2017 sanken die Preise auf den überwachten Märkten für Rinder RG T3 erstmals in diesem Jahr unter das Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.2). Die Schlachtviehpreise für Bankvieh nahmen im Januar 2018 weiter stark ab und lagen deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Auch die Preise für Kühe waren gegenüber dem Vormonat leicht rückläufig, lagen aber noch deutlich über dem Preis von Januar 2017 (Tabelle 6.3). Stark zurückgegangen waren im Januar 2018 die Preise für Natura-Beef. Sie lagen deutlich unter den Vorjahreswerten. Die Kälberpreise nahmen im Januar 2018 gegenüber dem Dezember 2017 ab, lagen aber über dem Niveau von 2017 (Tabelle 6.4). Die Preise für Tränkekälber blieben im Januar 2018 je nach Kategorie unverändert oder stiegen gegenüber dem Vormonat an und lagen über dem Preisniveau der beiden Vorjahresmonate (Tabelle 6.5). Die Jagerpreise stiegen im Januar 2018 weiter an und erreichten das Niveau der beiden Vorjahresmonate, während die Schlachtschweinepreise seit September 2017 unverändert bei 3.60 CHF/kg SG lagen (Tabelle 6.6). Die Milchpreise waren im November 2017 gegenüber dem Vormonat rückläufig. Am stärksten war die Biomilch betroffen, welche um 3,5 Rappen abnahm (Tabelle 6.10). Der Produzentenpreiseindex nahm im Dezember 2017 gegenüber dem Vormonat aber auch dem Vorjahresmonat zu. Während die pflanzliche Erzeugung gegenüber dem Dezember 2016 abnahm, stieg die tierische Erzeugung (Tabellen 6.11 und 6.12). Aber auch der Einkaufspreisindex nahm im Dezember 2017 gegenüber des Vormonats und des Vorjahresmonats zu (Tabellen 6.16 und 6.17). Da der Produzentenpreisindex im Vergleich zum Einkaufspreisindex stärker zunahm, stieg im Dezember 2017 die Kaufkraft gegenüber dem Vormonat. Auf das Jahr gesehen, nahm die Kaufkraft der landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Verhältnis zu den landwirtschaftlichen Produktionsmitteln aber auch zu den Konsumentenpreisen zu (Tabelle 6.25 und 6.26). Die Preise für Milchprodukte auf dem Weltmarkt waren im Januar 2018 gegenüber dem Vormonat rückläufig und lagen vor allem beim Milchpulver deutlich unter den Preisen von Januar 2017 (Tabelle 6.29).