Inhalt - Bericht zur Lage der Landwirtschaft

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Juli 2017

Grundlagen

Das Wetter im Juli 2017 war wechselhaft und zum Teil gab es starke Gewitter. Der Monat startete kühl und feucht. Einzig auf der Alpensüdseite war es recht sonnig. Ab dem 3. Juli wurde es wärmer und das Thermometer kletterte verbreitet auf über 30 Grad. Am Abend entluden sich jeweils Gewitter. Am 8. Juli gewitterte es in der Region Zofingen heftig. Innerhalb drei Stunden fielen zwei Drittel der durchschnittlichen Julimenge an Regen. Auch fiel Hagel und es kam zu Überschwemmungen. Am 13. Juli wurde es im Norden etwas kühler. Danach wurde es wieder wärmer mit Temperaturen bis zu 34 Grad. Die Luft blieb aber gewitteranfällig. Ab dem 23. Juli floss kühle und feuchte Luft zur Alpennordseite. Die mittlere Tagestemperatur lag 3 bis 5 Grad, in den Bergen 5 bis 7 Grad unter der Norm 1981-2010. Auf der Alpensüdseite blies kräftiger Nordföhn und liess die Temperaturen auf 26 bis 30 Grad ansteigen.

 

Pflanzenbau

Die Heuernte verlief im Jahr 2017 unterschiedlich. Einerseits wurde sehr gute Qualität gemeldet, andererseits ein unterdurchschnittlich tiefer Ertrag (Tabelle 2.1). Obwohl die Wassersituation als ungenügend eingestuft wurde, werden die Ackerkulturen im Juli gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat mehrheitlich als besser eingeschätzt (Tabelle 2.2). Die Frischgemüseproduktion lag im Juni 15.4 % über dem Vorjahresmonat. In der ersten Jahreshälfte wurde 8.6 % mehr Frischgemüse produziert als in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres, aber zu einem 4.9 % tieferen Preis (Tabellen 2.4 und 2.5). Die Kirschenmenge wurde gegenüber der Schätzung vom letzten Monat nach oben korrigiert und liegt bei 1500 Tonnen, 300 Tonnen tiefer als im Vorjahr. Die Tafelzwetschgenmenge wird in etwa gleich hoch wie im Vorjahr geschätzt (Tabelle 2.6).

 

Milchwirtschaft

Im ersten Halbjahr 2017 wurde 2.4 % weniger Milch eingeliefert als vor einem Jahr. Der Juni 2017 war der erste Monat im Jahr, in dem mehr Milch als in den Vorjahresmonaten abgeliefert wurde (Tabelle 3.1). Bis im Mai 2017 wurde gegenüber der Vorjahresperiode vor allem weniger Butter und Quark produziert. Hingegen stieg die Produktion von Jogurt und Käse (Tabelle 3.2). Die Fett- und Eiweissgehalte lagen im Mai über den Gehalten der beiden Vorjahre (Tabelle 3.3). Die Butterverkäufe stiegen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2017 um 7.3 %, im Mai 2017 nahmen sie gar um 15.7 % gegenüber dem Vorjahresmonat zu (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Rindviehbestand im Juni 2017 war um 1710 Tiere grösser als im Vorjahresmonat. Abgenommen hat vor allem der Bestand der 1 bis 2 Jahre alten Tiere. Zugenommen hat der Bestand der bis einjährigen Tiere (Tabelle 4.1). Der Bestand der Milchkühe war weiter rückläufig und lag in etwa auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Bestand der anderen Kühe lag über demjenigen des Vorjahres, aber war gegenüber dem Vormonat rückläufig (Tabelle 4.2). Im ersten Semester 2017 wurden weniger Bankvieh, Kühe, Kälber, Schafe und Pferde geschlachtet als im ersten Halbjahr 2016. Die Schweine- und Ziegenschlachtungen haben hingegen zugenommen (Tabelle 4.5). Da sich die Schlachtgewichte nur leicht geändert haben, haben sich die Fleischmengen ähnlich entwickelt, wie die Schlachtungen (Tabelle 4.6). In den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 stieg die inländische Eierproduktion um 1.5 % gegenüber dem Vorjahr. Die Importe für die menschliche Ernährung haben in derselben Zeitperiode um 0.3 % abgenommen (Tabelle 4.9). Die Schlachtgeflügelproduktion war im Juni 2017 um 3.4 % tiefer als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2017 nahm die Produktion gegenüber der Vorjahresperiode hingegen um 1.5 % zu (Tabelle 4.10).

 

Aussenhandel

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 wurde 6.5 % weniger Frischgemüse zu einem 6.0 % höheren Wert importiert. Wertmässig zugenommen haben vor allem Salate (+13.5 %), Tomaten (+12.4 %), Kohlgemüse (+14.6 %) sowie Wurzel- und Knollengemüse (+17.6 %) (Tabelle 5.2). Milchprodukte wurden im ersten Halbjahr 2017 2.0 % mehr importiert als im ersten Semester 2016. Der Export ging gar um 10.5 % zurück, hauptsächlich aufgrund tieferer Butterexporte (-40.5 %) (Tabelle 5.5). Die Käseexporte nahmen im ersten Halbjahr 2017 um 0.3% ab. Rückläufig waren vor allem Weichkäse (-24.0 %), Tilsiter (-29.1 %) und Vacherin Fribourgeois (-18.8 %). Zugenommen haben die Exporte von Mozzarella (+30.6 %). Importiert wurden in der gleichen Zeitspanne 4.8 % mehr Käse (Tabelle 5.7 und 5.8). Die Futtermittelimporte stiegen im Juni 2017 gegenüber dem Vorjahrsmonat um 33.1 % an. Betrachtet auf das erste Halbjahr blieben die Importe unverändert (Tabelle 5.11). Im Juni 2017 nahmen die Düngermitteleinfuhren um 56.3 % ab. Auch im ersten Semester 2017 waren die Düngermitteleinfuhren um 9.4 % tiefer als in der gleichen Periode des Vorjahres (Tabelle 5.12).

 

Preise

Die Preise für Rindvieh und Natura-Beef zeigten im Juli weiter nach oben und lagen über den Preisen der beiden Vorjahre. Auch die Preise für Schlachtkälber stiegen weiter an und lagen deutlich höher als in den beiden vorangehenden Jahren (Tabellen 6.3 und 6.4). Die Preise für Tränkekälber stiegen im Juli gegenüber dem Vormonat an (Tabelle 6.5). Bei den Schlachtschweinen sanken die Preise im Juli 2017 gegenüber dem Vormonat. In den beiden Vorjahren stieg der Preis jeweils in der gleichen Zeitperiode. Auch die Preise für Jager sind seit März 2017 weiter sinkend (Tabelle 6.6). Die Lämmer- und Schafpreise blieben gegenüber dem Vormonat praktisch unverändert (Tabelle 6.7). Die Milchpreise lagen im Mai 2017 über den Werten des Vormonats und zeigen somit erstmals in diesem Jahr nach oben. Verglichen mit dem Vorjahr lagen einzig die Industriemilch 2.08 CHF/100kg und die Biomilch 0.18 CHF/100kg über den Vorjahrespreisen (Tabelle 6.8). Die höheren Preise für Schlachtvieh hatten auch Auswirkungen auf den Produzentenpreisindex. So nahm der Teilindex Tiere im Juni 2017 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2.4 % zu. Insgesamt stieg der Produzentenpreisindex um 0.3 % im Vergleich zum Vorjahr (Tabellen 6.9 und 6.10). Der Einkaufspreisindex hingegen sank gegenüber dem Vorjahresmonat, hauptsächlich aufgrund tieferer Preise für Düngemittel im Juni 2017 um 0.5 % (Tabellen 6.14 und 6.15). Auf den internationalen Märkten verzeichnete die Butter weiterhin eine Preiszunahme. Bei den übrigen Milchprodukten nahm der Preis ab (Tabelle 6.27). Die Preise für Pflanzenbauprodukte auf den Weltmärkten nahmen mit Ausnahme von Weizen weiter ab und lagen unterhalb der Preise des Vorjahres (Tabelle 6.29).