Inhalt - Bericht zur Lage der Landwirtschaft

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - März 2018

Grundlagen

Tiefdrucklagen bestimmten mehrheitlich das Wetter im März und führten zu meist trübem Wetter. Schnee fiel zu Monatsbeginn bis in die Niederungen. In vielen Gebieten viel auch am 18. März nochmals Schnee. Die Durchschnittstemperatur lag im Mittel um 0,8 bis 1,1 Grad unter der Norm 1981-2010. Trotz den dominierenden Tiefdrucklagen fielen wenige Niederschläge, regional sogar weniger als 50 % der Norm 1981 2010. Nur im Tessin gab es verbreitet Niederschläge von mehr als 100 % der Norm. Das kühle Wetter führte zu einer entsprechend langsamen Entwicklung der Vegetation.

 

Pflanzenbau

Die Raufuttervorräte auf den Landwirtschaftsbetrieben waren am Ende des aktuellen Winters etwas geringer als im Vorjahr (Tabelle 2.1). Dabei ist die Qualität des Raufutters ausgezeichnet (Tabelle 2.2). Die Kartoffellager waren Ende Februar deutlich besser gefüllt als in den beiden Vorjahren und es wurde wenig importiert. Veredlungsgeschäfte mit dem Ausland führten in gewissen Monaten gemäss Zollstatistik sogar zu Exportüberschüssen (Tabelle 2.3). Die Produktion von Frischgemüse erreichte 2017 einen neuen Höchstwert mit 311 271 Tonnen (+8,2 %). Deutlich rückläufig (-11,9 %) war die Produktion von Lagergemüse (Tabelle 2.6).

 

Milchwirtschaft

2017 wurde leicht weniger Milch vermarktet als 2016 (-1,6 %). Dabei floss im Vergleich zum Vorjahr mehr Milch in die Jogurt- und die Käseproduktion (Tabelle 3.1). Aktuell steigt die Milchproduktion weiter an. Für den Februar wird eine Zunahme um 4,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat erwartet (Tabelle 3.2). Aufgrund der laufenden Produktionsausdehnung floss im Januar in die meisten Verwertungsarten mehr Milch als im Vorjahresmonat (Tabelle 3.3). Die höchsten Mehrmengen gingen in die Butter- und Käseproduktion.

 

Viehwirtschaft

Der Abbau des Milchkuhbestandes hat sich gegenüber 2017 beschleunigt, verläuft aber deutlich langsamer als im Jahr 2016 (Tabelle 4.2). Die Schlachtgewichte des Klein- und Grossviehs waren im Januar und Februar im Vergleich zu den Vorjahren vergleichsweise hoch (Tabelle 4.5). Ausser bei den Kühen und den Equiden wurde im Februar in allen Kategorien mehr geschlachtet als im Vorjahresmonat (Tabelle 4.6). Beim grossen Bankvieh ergab sich eine Zunahme der Fleischproduktion um 10,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Eierproduktion wurde im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 % gesteigert. Weiterhin rückläufig waren die Importe (Tabelle 4.10). Auch die Schlachtgeflügelproduktion setzte das Wachstum fort mit einer Zunahme um 1,7 % im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat (Tabelle 4.12). Die Importe waren rückläufig.
2017 wurde mit Ausnahme von Schafen und Ziegen weniger Gross- und Kleinvieh geschlachtet als 2016 (Tabelle 4.3). Da die durchschnittlichen Schlachtgewichte sich nur wenig änderten, entwickelte sich die Fleischproduktion sehr ähnlich. Einzig bei den Schweinen ergab sich aufgrund der höheren Schlachtgewichte trotz abnehmenden Schlachtungen kein Rückgang der Produktion. Mit Berücksichtigung der ausser bei Rind- und Ziegenfleisch rückläufigen Importe, ergeben sich dementsprechend ausser beim Ziegenfleisch und beim Wild rückläufige Verbrauchsmengen (Tabelle 4.14). Der Pro-Kopf-Verbrauch entwickelt sich aufgrund der weiter wachsenden Bevölkerung noch negativer. Nicht berücksichtigt in diesen Verbrauchszahlen ist der Einkaufstourismus.

 

Aussenhandel 

Deutlich höher als im Vorjahr lagen bisher die Einfuhren von Früchten, was unter anderem auf die sehr schlechte Inlandernte 2017 zurückzuführen ist (Tabelle 5.3). Die Importe von Milchprodukten nahmen auch im Februar umgerechnet in Vollmilchäquivalente stärker zu als die Exporte (Tabelle 5.5). Eine positive Entwicklung zeichnete sich 2018 bisher beim Käseexport ab mit höheren Mengen und höheren Durchschnittspreisen als in den beiden Vorjahren (Tabelle 5.6). Aufgrund des höheren Eurokurses sind auch die durchschnittlichen Importpreise deutlich angestiegen. Bei den Zunahmen lagen „andere“ Käsesorten im Februar an der Spitze, die Zunahmen bei den AOP-Sorten fielen geringer aus (Tabelle 5.7). Deutlich tiefer ( 34,5 %) waren 2018 im Vergleich zum Vorjahr bisher die Importmengen von Fleisch im Zollkapitel 2 (Tabelle 5.9). Trotz tieferen Mengen bei Saatgut, Futtermitteln und Pflanzenschutzmitteln ist der Wert der importierten Produktionsmittel in den beiden ersten Monaten des Jahres aufgrund höherer Importpreise generell angestiegen (Tabelle 5.15).

 

Preise

Die Preise für Stiere, Rinder und Ochsen verbesserten sich im März leicht, lagen aber weiterhin deutlich tiefer als in den beiden Vorjahren (Tabelle 6.3). Die Preise für Verarbeitungstiere (RV, KV) entwickelten sich stabil und lagen im März in etwa auf dem Vorjahresniveau. Die Preise für Schlachtkälber blieben im März stabil und lagen minim über dem Vorjahresniveau (Tabelle 6.4). Die Preise für Ferkel und Schlachtschweine legten im März leicht zu, erreichten jedoch nicht ganz das Vorjahresniveau (Tabelle 6.6). Lämmer und Schlachtschafe konnten zu unveränderten Preisen verkauft werden, dabei erreichten jedoch nur die älteren Schlachtschafe (SM4) das Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.7). Der Produzentenpreisindex lag im Februar 1,3 % höher als vor Jahresfrist (Tabellen 6.12 und 6.13). Der Index wird v.a. durch die höheren Milchpreise gestützt. Die allgemeine Teuerung betrug im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat 0,6 % (Tabelle 6.24). Rückläufig waren jedoch die Nahrungsmittelpreise im Detailhandel mit einer Abnahme um 0,5 %.