Inhalt - Bericht zur Lage der Landwirtschaft

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Oktober 2017

Grundlagen

Nach einigen Niederschlägen und Schneefall bis auf 1200 Meter (6. Oktober) im ersten Monatsdrittel wechselte der Oktober ab dem 10. zu sonnigem und warmem Wetter. Erst ab dem 21. führte mildfeuchte Luft zu etwas Niederschlägen. Anschliessend wurde das Wetter durch Strömungen aus dem Norden bestimmt und die Schneefallgrenze sank auf 1000 Meter. Nach einer erneuten Hochdrucklage vom 24. bis am 26. brachte ein Tiefdruckgebiet nochmals kühlere und feuchtere Luft. Insgesamt lagen die Oktobertemperaturen um 1.3 Grad über der Norm 1981-2010. Regen fiel nur spärlich und v.a. in der Südschweiz war es viel zu trocken, was zu einem erhöhten Risiko von Waldbränden führte.
Bezüglich der Meldung von Hagelschäden ist das Jahr 2017 bisher Durchschnitt. Erstaunlich ist die grosse Anzahl von Schadenmeldungen im Monat August (1230 Meldungen), der normalerweise deutlich weniger betroffen ist (Tabelle 1.5).

 

Pflanzenbau

Die Rübenkampagne ist anfangs Oktober gestartet. Die anfänglich tiefen Zuckergehalte stiegen deutlich an und haben in Aarberg mit 18.8 % ein erfreuliches Niveau für den Monat Oktober erreicht (Tabelle 2.1). Die Gemüseproduktion fiel im September leicht schwächer (-2.5%) aus als im Vorjahresmonat. Kumuliert lag die Produktionsmenge jedoch immer noch 4.9 % über dem Vorjahreswert (Tabelle 2.2).
 

Milchwirtschaft

Die Milchproduktion steigt seit vier Monaten wieder an und lag im September um geschätzte 2.3 % über dem Vorjahreswert (Tabelle 3.1). Im September hat die Verwertung zu Dauermilchwaren gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen (+19.4 %), während die Butterproduktion um 10.6 % abnahm (Tabelle 3.2). Der Fettgehalt der eingelieferten Milch war in den Sommermonaten eher tief bei einem vergleichsweise hohen Eiweissgehalt (Tabelle 3.3). In den letzten Jahren waren die Butterlager Ende August nur im Jahr 2013 (2576 Tonnen) kleiner als im aktuellen Jahr mit 3704 Tonnen (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Rindviehbestand lag Ende September mit 1 513 939 Tieren leicht höher als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Schon in den Monaten April bis Juni lag der Bestand jeweils höher als im Vorjahr. Das letzte Jahr mit einer teilweise positiven Bestandesentwicklung gegenüber dem Vorjahr ist 2013. Der Kuhbestand war Ende September nahezu stabil gegenüber dem Vorjahr (Tabelle 4.2). Die Schlachtgewichte der Schweine waren mit durchschnittlich 90.2 kg pro Schlachttier im September 2017 um 0.9 % höher als im Vorjahresmonat und um 2.7 % höher als 2015 (Tabelle 4.4). Im September wurden weniger Rindvieh und Schweine geschlachtet als im Vorjahresmonat (Tabelle 4.5). Die inländische Fleischproduktion verläuft aktuell beim Rindfleisch, Kalbfleisch und Schaffleisch auf tieferem Niveau als im Vorjahr. Die Schweinefleischproduktion liegt nicht zuletzt aufgrund der hohen Schlachtgewichte leicht höher (Tabelle 4.8). Die Produktion von Geflügelfleisch lag im September um 4.1 % tiefer als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig sind die Importe von Geflügelfleisch deutlich angestiegen (Tabelle 4.11). 

 

Aussenhandel

2017 wurde bisher deutlich mehr Weich- und Hartweizen als im Vorjahr eingeführt. Rückläufig waren die Importe von Reis (Tabelle 5.1). Der Rückgang der Gemüseimporte (Tabelle 5.2) verläuft parallel zur Zunahme der Inlandproduktion (Tabelle 2.2). Im September wurde 9.8 % mehr Käse als im Vorjahresmonat exportiert (Tabelle 5.6). Damit verstärkt sich der positive Trend der letzten Monate. Stark zulegen konnten die Exporte von Switzerland Swiss, während die AOP-Sorten noch etwas weniger vom positiven Trend profitieren konnten (Tabelle 5.7). In den ersten drei Quartalen 2017 wurde massiv mehr Futtergerste als in der entsprechenden Vorjahresperiode importiert (Tabelle 5.11). Deutlich rückläufig waren 2017 bisher die Importe von Heu. Auch die Importe von Landmaschinen entwickelten sich im September (-7.6 %) wie auch für die ersten drei Quartale (-4.0 %) negativ (Tabelle 5.14).

 

Preise

Die Preise von grossem Schlachtvieh tendierten im Oktober leicht schwächer aber immer noch auf sehr hohem Niveau. Insbesondere beim Verarbeitungsvieh war die Differenz zu den Vorjahren massiv mit einem Preis von 8.85 für die Kategorie VK T3 QM (Tabelle 6.3). Deutlich höher als in den beiden Vorjahren lagen im Oktober auch die Preise für Schlachtkälber. Demgegenüber notierten die Tränkekälber rückläufige Preise (Tabelle 6.5). Die Schweinepreise stagnieren seit längerem auf dem Niveau von 3.60 CHF/kg SG QM ab Hof, ähnlich wie im Vorjahr (Tabelle 6.6). Deutlich gesunken sind im Oktober die Preise für Lämmer und Schlachtschafe. Dabei fielen die Preise im Oktober ausser bei den Schlachtschafen SM4 leicht unter das Vorjahresniveau (Tabelle 6.7). Die Milchpreise stiegen im August weiter an, mit Ausnahme des Milchpreises der gewerblichen Käsereien (Tabelle 6.8). Der Preis für Biomilch stieg auf 87.88 Rappen/kg. Gemäss Produzentenpreisindex entwickelten sich die Preise im Pflanzenbau schwächer als in der Tierproduktion (Tabellen 6.9 und 6.10). Der Gesamtindex lag im September um 1.2 % über dem Vorjahreswert. Der Index der Einkaufspreise landwirtschaftlicher Produktionsmittel nahm im September gegenüber dem Vorjahr um 0.4 % zu. Die aktuelle Teuerung basiert v.a. auf den Energie- und Schmierstoffen sowie den Düngemitteln. Die Treibstoffe wurden innert Jahresfrist um 15.3 % teurer (Tabellen 6.13 und 6.14). Auch der Landesindex der Konsumentenpreise weist eine leicht zunehmende Teuerung auf, innert Jahresfrist waren es 0.7 % (Tabelle 6.20). Unterdurchschnittlich war dabei die Teuerung bei den Nahrungsmitteln mit 0.3 %. Die Preise für Getreide und Ölsaaten tendierten auf den internationalen Märkten leicht fester. Demgegenüber gingen die Preise für Milchprodukte in Westeuropa im Oktober zurück. Die Butterpreise waren allerdings mit knapp 7.00 CHF/kg immer noch auf einem sehr hohen Stand.