Inhalt - Bericht zur Lage der Landwirtschaft

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Februar 2017

Grundlagen

Der Januar 2016 war einer der kältesten seit 30 Jahren. Auf der Alpennordseite lag die Durchschnittstemperatur 3 Grad unter der Norm 1981-2010, auf der Alpensüdseite betrug die Abweichung nur 1 Grad. Der aktuelle Winter ist damit deutlich kälter als in den beiden Vorjahren (Tabelle und Grafk 1.3). Es darf gehofft werden, dass die tiefen Temperaturen den Schädlingsdruck im Frühjahr etwas reduzieren. Aufgrund der häufgen Hochdrucklagen felen im Januar insgesamt nur spärliche Niederschläge. Im Hinblick auf den kommenden Vegetationsstart wäre es gut, wenn vor dem Vegetationsstart noch etwas mehr Niederschläge fallen würden.

 

Pflanzenbau

Futterbaulich war das Jahr 2016 mit dem nassen Frühling und der Trockenheit im Sommer ein schwieriges Jahr und die Erträge waren unterdurchschnittlich. In den höheren Lagen sah es tendenziell etwas besser aus (Tabelle 2.1). Die Kartoffellager waren Ende Dezember 2016 ähnlich schlecht gefüllt wie bei der vorangehenden Ernte und es wird noch mehr importiert (Tabelle 2.3). Die Erträge im Ackerbau lagen 2016 je nach Kultur um 10 bis 30 % tiefer als im guten Jahr 2014 (Tabelle 2.4). Sogar im Dürrejahr 2003 lagen die Erträge der meisten Kulturen höher. Trotz einem unterdurchschnittlichen Dezember 2016 mit einer mengenmässigen Abnahme von 5,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat, nahm die Produktion von Frischgemüse 2016 insgesamt nur um 2,2 % ab. Die Gemüseproduktion hat v.a. unter dem nasskalten Frühling gelitten (Tabelle 2.5). Der Bestand an Lagergemüse lag am 15. Januar 2016 ähnlich hoch wie 2014 und leicht höher als 2015. Die Flächen der Dauerkulturen entwickelten sich 2016 ziemlich stabil. Eine anhaltende Flächenzunahme erfolgt bei den Strauchbeeren (Tabelle 2.9)

 

Milchwirtschaft

Die Inlandmilchanlieferung wird für Dezember 2016 um 5,8 % tiefer als im Vorjahresmonat geschätzt. Die Jahresmenge 2016 dürfte damit um 1,5 % tiefer ausfallen als 2015. Allerdings nahm noch im November 2016 die Produktion von Dauermilchwaren (+6,5 %) gegenüber dem Vorjahresmonat zu, während die Käseproduktion um 3,5 % zurückging (Tabelle 3.2). Die Milchgehalte waren trotz der mässigen Qualität des Raufutters im November vergleichsweise hoch mit 4,19 % Fett und 3,42 % Eiweiss (Tabelle 3.3). Die Butterlager waren Ende November  2016 mit 3527 Tonnen um 3,9 % grösser als vor einem Jahr (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Bestand weiblicher Rinder von 2 bis 3 Jahren lag Ende 2016 leicht höher als Ende 2015 (Tabelle 4.1). Aktuell verlangsamt sich der Rückgang der Milchkühe (4.2). Ende 2016 lagen die durchschnittlichen Schlachtgewichte der Mastschweine mit 89,7 kg um beinahe 2 kg höher als Ende 2015 (Tabelle 4.4). Im Dezember 2016 wurde weniger Grossvieh geschlachtet als im Vorjahresmonat. Bei den Kälbern übertrafen die Schlachtungen nach zwei schwachen Monaten im Dezember erstmals wieder die Vorjahreszahlen. Schweine (-1,0 %) und Schafe (-1,9 %) wurden etwas weniger geschlachtet als im Dezember 2015 (Tabelle 4.5). Insgesamt wurden 2016 mehr Grossvieh, Schafe und Ziegen geschlachtet als 2015, jedoch weniger Kälber und Schweine. Dies führte 2016 zu einer deutlich höheren Produktion von Rindfleisch (inklusive Kalbfleisch) und Schafeisch sowie zu einer leichten Abnahme der Produktion von Schweinefleisch (Tabelle 4.6). Die Zunahme der Grossvieh- und Weidemast zu Lasten der Kälbermast dürfte auch 2017 anhalten (Tabelle 4.9). Die Eierproduktion hat 2016 um 2 % zugenommen, womit die Zunahme etwas tiefer ausgefallen ist als in den drei Vorjahren (Tabelle 4.12). Die Importe von Eiern haben um 2 % abgenommen. Die Schlachtgeflügelproduktion wurde 2016 um 4,3 % gesteigert (Tabelle 4.11).

 

Aussenhandel

2016 wurde deutlich mehr Getreide (+12,1 %) und zu tieferen Preisen(-9,7 %) als 2015 eingeführt (Tabelle 5.1). Die Importe von Gemüse nahmen 2016 nur schwach um 1,5 % zu. Anderslautende Meldungen schliessen die Kartoffeln mit ein, welche zusammen mit dem Gemüse im engeren Sinne zum Zollkapitel 7 gehören und aufgrund der schlechten Inlandernte vermehrt importiert wurden (Tabelle 5.2). Die Importe von Früchten haben 2016 um 2,8 % zugenommen. Dabei stiegen unter anderem die Importe von Äpfel, Birnen und Zwetschgen/Pflaumen deutlich an (Tabelle 2.8). Sowohl die Importe (+5,2 %) wie auch die Exporte (+12,9 %) von Milch und Milchprodukten haben gemessen in Vollmilchäquivalenten 2016 deutlich zugenommen. Beim Käse haben die Importe um 5,4 % und die Exporte 3,3 % zugenommen (Tabelle 5.5). Nach Vollmilchäquivalenten hat der Ausfuhrüberschuss bei der Milch über alle Zollkapitel um 22,7 % zugenommen. Ein wichtiger Grund dafür sind die deutlich gestiegenen Exporte von Frischmilchprodukten und Butter. Die Einfuhren landwirtschaftlicher Güter (Zollkapitel 1-24) nahmen 2016 um 3,9 % zu, während die Ausfuhren um 20,6 % abnahmen, v.a. wegen der Position Getränke (Tabelle 5.12). Wertmässig haben sowohl die Einfuhren (+3,0 %) wie auch die Exporte (+2,8 %) zugenommen.

 

Preise

Die Preise für grosses Schlachtvieh waren im Januar mit 9,34 CHF/ kg SG für Muni MT T3 QM leicht tiefer als im Dezember 2015, lagen jedoch etwas höher als im Vorjahresmonat (Tabelle 6.3). Deutlich ins Januarloch felen die Kälberpreise, welche sowohl im Vergleich zum Vormonat wie auch zum Januar 2015 deutlich tiefer ausfelen (Tabelle 6.4). Die Preise für Tränkekälber gingen im Januar eher zurück, lagen dabei jedoch für die meisten Kategorien über den Preisen des Vorjahresmonats (Tabelle 6.5). Die Preise für Mastschweine bewegen sich seit September 2016 nicht mehr. Nur die Preise für Zuchtsauen sind weiter zurückgegangen (Tabelle 6.6). Die Preise für Jager steigen an und diese Tendenz dürfte in den nächsten Monaten anhalten. Die Preise für Schlachtlämmer und –schafe sind im Januar gegenüber den Preisen des Vormonats zurückgegangen. Es folgt die übliche Durststrecke bis Ostern (Tabelle 6.7). Der Produzentenpreisindex lag im Dezember 2016 um 2 % höher als vor Jahresfrist (Tabelle 6.11 und 6.12). Den grössten negativen Einfluss haben die tiefen Milchpreise. Der Einkaufspreisindex lag im Dezember um 1,7 % tiefer als im Jahr zuvor (Tabellen 6.16 und 6.17). Die Preise für Verbrauchsgüter haben jedoch leicht ansteigende Tendenz, v.a. wegen den Preisen für Energie und Schmierstoffe. Die Milchpreise auf dem Weltmarkt waren im Januar leicht rückläufg, allerdings auf höherem Niveau als im Vorjahr (Tabelle 6.30). Deutlich angestiegen sind auf dem Weltmarkt die Preise für Raps (Tabelle 6.29) und Zucker (Tabelle 6.32).