Inhalt - Bericht zur Lage der Landwirtschaft

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Mai 2018

Grundlagen

Der Mai 2018 steht bezüglich Temperatur an fünfter Stelle der Jahre seit Messbeginn 1864. Das warme Wetter brachte auch reichlich Gewitter. Grössere Regenmengen fielen allerdings erst ab Mitte Mai und setzten damit der Frühlingstrockenheit ein Ende. Die Niederschläge waren insgesamt allerdings unterdurchschnittlich. In den meisten Regionen blieb die Regenmenge unter 70 % der Norm 1981-2010, nur im Südtessin lagen die Niederschläge im langjährigen Mittel.  Im Jahr 2017 wurden 5038 Hagelschäden und 3424 Elementarschäden gemeldet. Beim Hagel lag die Schadensvergütung mit 25,5 Millionen CHF über den Beträgen von 2014 bis 2016. Deutlich höher lagen die ausbezahlten Beträge insbesondere in den Jahren 2009 und 2013. Elementarschäden wurden für 10,2 Millionen CHF vergütet. Hier lagen die Entschädigungen letztmals im Jahr 2007 höher (Tabellen 1.4 und 1.5).

Pflanzenbau

Der Weidebeginn erfolgte 2018 etwas später als in den beiden Vorjahren. Verantwortlich war wohl die Kältephase Ende März, welche die Entwicklung der Wiesen und Weiden bremste (Tabelle 2.1). Der Stand der Ackerkulturen Ende April wird durch die Landwirte generell als gut und leicht überdurchschnittlich im Vergleich zu früheren Jahren bewertet (Tabelle 2). Etwas mehr Mühe hatten bisher die Frühlingssaaten aufgrund des trockenen Frühlings. Im Zuckerrübenanbau geht mit einer provisorischen Fläche von 18 987 ha der Anbau gegenüber dem Vorjahr um 640 ha bzw. 3,3 % zurück (Tabelle 2.5). Die Gemüseproduktion lag im April deutlich tiefer als im Vorjahresmonat (Tabelle 2.6). 2017 war das Wetter im April deutlich wärmer und die Vegetation weiter fortgeschritten.

 

Milchwirtschaft

Die Inlandmilchanlieferung wird für den Monat April auf 315,6 Millionen kg geschätzt und damit um 1,4 % höher als im Vorjahresmonat (Tabelle 3.1). Damit setzte sich das gemässigte Wachstum vom März fort. Die Verwertung von Milch zu Butter und Dauermilchwaren hat aufgrund der steigenden Milchmenge im ersten Quartal 2018 kontinuierlich zugenommen (Tabelle 3.2). Die Butterlager waren Ende März mit 4230 Tonnen aber nur leicht besser gefüllt als im Vorjahr mit 3809 Tonnen (Tabelle 3.5). Stabil und auf hohem Niveau liegt die zu Käse verwertete Milchmenge. Der Fett- und der Eiweissgehalt der Milch lagen im März mit 4,21 % bzw. 3,35 % vergleichsweise hoch (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Rückgang des Rindviehbestands hat sich im April nochmals beschleunigt. Der Milchkuhbestand umfasste noch 557 168 Kühe gegenüber 566 706 am Ende des Vorjahresmonats (Tabelle 4.1). Dies entspricht einem Rückgang um 1,7 %. Weiterhin hoch lag der Bestand an ein- bis zweijährigen Tieren (Tabelle 4.2). Im April lagen die Schlachtgewichte des Rindviehs und der Kälber sehr hoch (Tabelle 4.4). Es wurden 19,2 % mehr Stiere, Ochsen und Rinder als im Vorjahresmonat geschlachtet (Tabelle 4.5). Auch die Kuhschlachtungen lagen deutlich höher (+24,7 %) als im Vorjahresmonat. Bei den Schweinen wurde im April der schwache Vormonat kompensiert. Insgesamt liegen die Schweineschlachtungen im aktuellen Jahr nur leicht höher (+0,6 %) als 2017. Aufgrund des früheren Osterdatums können bei den Schafen und Ziegen die Monate März und April kaum mit dem Vorjahr verglichen werden. In den ersten vier Monaten 2018 wurden jedoch insgesamt 12 % mehr Schafe als 2017 geschlachtet. Damit liegen die Produktion von Rind- und Schaffleisch aktuell auf hohem Niveau (Tabellen 4.7 und 4.8). Die Inlandproduktion von Eiern nahm im April weiter zu, kumuliert beträgt die Zunahme 4 % gegenüber dem Vorjahr (Tabelle 4.9 %). Die Eierimporte haben im April ebenfalls zugenommen (+11,1 %), sind kumuliert bisher jedoch leicht rückläufig (-1,8 %). Weiter auf Wachstumskurs ist die Produktion von Geflügelfleisch mit einer Zunahme von 11,3 % im April und 2,6 % kumuliert (Tabellen 4.10 und 4.11). Ähnliche relative Zunahmen weisen auch die Importe auf.

 

Aussenhandel 

Die Importe von Kartoffeln fielen 2018 aufgrund der besseren Inlandernte bisher deutlich tiefer aus als 2017 (Tabelle 5.2). Dafür stiegen die Importe von Kernobst gegenüber 2018 massiv an (Tabelle 5.3). Die Importe von Milch und Milchprodukten nahmen auch im laufenden Jahr bisher zu. Umgerechnet in Vollmilchäquivalente beträgt die Zunahme kumuliert 3,6 % (Tabelle 5.5). Die Exporte nahmen dagegen ab. Der grösste Rückgang ist bei der Butter zu verzeichnen. Der positive Trend bei den Käseexporten setzte sich auch im April (+3,8 % nach Menge) fort (Tabelle 5.6). Wertmässig ist die Zunahme aufgrund steigender Exportpreise noch grösser (+6,7 %). Im April konnten mengenmässig die grössten Zunahmen bei Frischkäse, bei den anderen Halbhartkäsen und bei Le Gruyère AOP verzeichnet werden (Tabelle 5.7). Die Käseimporte stagnierten im Vergleich zum Vorjahr erstmals nach längerer Zeit. Das aktuell hohe Niveau der inländischen Fleischproduktion zeigt sich auch im Kapitel 2 (Fleisch) des Aussenhandels, wo die Importe unter dem Niveau des Vorjahres liegen (Tabelle 5.10). Die Durchschnittspreise der Importe liegen im aktuellen Jahr bisher deutlich höher als im Vorjahr (Tabelle 5.16). Ursache dürfte v.a. der erstarkte Euro sein. Das höhere Preisniveau hat natürlich auch Auswirkungen auf die Preise und den Importwert von Produktionsmitteln (Tabellen 5.11 bis 5.15).

 

Preise

Zucht- und Nutzkühe waren bisher auf den Auktionen offensichtlich weniger gefragt als im Vorjahr (Tabelle 6.1). Im Mai standen die Preie von Muni, Ochsen und Stieren weiter unter Druck, während die Preise für Verarbeitungstiere leicht zulegen konnten (Tabelle 6.3). Die Preise für Schlachtkälber haben im Mai leicht zugenommen und lagen in etwa auf Vorjahresniveau (Tabelle 6.4). Der Höhenflug der Tränkerpreise wurde im Mai gestoppt, die Preise blieben stabil (Tabelle 6.5). Die Preise für Schlachtschweine legten im Mai weiter zu und bewegten sich leicht über dem Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.6). Die Preise für Lämmer und Schlachtschafe blieben weiter unverändert und auf deutlich tieferem Niveau als im Vorjahr (Tabelle 6.7). Die Milchpreise nahmen mit Ausnahme des Preises für Biomilch im April ab. Sie lagen jedoch weiterhin über dem Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.9). Der Produzentenpreisindex lag im April um 2,5 % höher als im Vorjahresmonat (Tabellen 6.10 und 6.11). Der Index wird v.a. durch höhere Milch- und Gemüsepreise gestützt. Der Einkaufspreisindex ist im April gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,3 % angestiegen. Die Teuerungswelle dürfte v.a. eine Folge des höheren Eurokurses sein (Tabellen 6.15 und 6.16). Ende 2017 waren die Milchpreise auf dem Weltmarkt rückläufig und das Schlimmste wurde befürchtet. Die Entwicklung 2018 verlief bisher jedoch mehrheitlich positiv und die Preise für Milchfett erreichen schon fast wieder das Höchstniveau des Vorjahres (Tabelle 6.28).

Vergleich der Indexentwicklung ab 1990