Inhalt - Bericht zur Lage der Landwirtschaft

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Januar 2019

Grundlagen

In den Bergregionen der Alpennordseite lagen die Temperaturen (im Mittel -8,2 Grad) im Januar 2019 deutlich tiefer gegenüber der Norm der Jahre 1981-2010. In den Tieflagen der Alpensüdseite war es hingegen sehr mild. In Lugano wurden im Durchschnitt 5 Grad, in Locarno-Monti 4,9 Grad gemessen. Die erste Januarhälfte war geprägt von einer Nordströmung, welche viel kalte und zum Teil auch feuchte Luft auf die Alpennordseite brachte. Im Süden hingegen blies ein stürmischer und milder Nordföhn. Vom 12. bis 14. Januar fiel vor allem in den zentralen und östlichen Alpen viel Neuschnee. Ab Mitte Januar war das Wetter meistens hochdruckbestimmt. Vom 23. bis 26. Januar fiel auf der Alpennordseite zum Teil Schnee bis in die Niederungen. Auf der Alpensüdseite hingegen fielen im Januar nur 10 bis 15 % der Niederschläge gegenüber der Norm 1981-2010.

Pflanzenbau

Nachdem die Futterbauerträge im Frühjahr 2018 als durchschnittlich beurteilt wurden, fielen sie im Sommer und Herbst aufgrund der Trockenheit deutlich tiefer aus als in den Vorjahren. Durch das schöne Wetter im Herbst konnte der Beginn der Winterfütterung vor allem in höheren Lagen hinausgezögert werden (Tabellen 2.1 und 2.2). Die Erträge im Ackerbau wurden unterschiedlich eingeschätzt. Während das Brotgetreide durchschnittlich ausfiel, lagen die Erträge für Futterweizen tiefer, diejenigen für Hafer höher (Tabelle 2.5). Im Dezember 2018 wurde 21,7 % weniger Gemüse produziert als im Vorjahresmonat. Der Preis stieg in der gleichen Zeitspanne um 18,6 %. Vor allem für Salate sowie Wurzel- und Knollengemüse wurden höhere Preise bezahlt. Über das ganze Jahr 2018 betrachtet, ging die Produktion von Frischgemüse um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Im Gegenzug stieg der Preis um 2,3 % (Tabellen 2.7 und 2.8).

Milchwirtschaft

Seit August 2018 gingen die Milchanlieferungen gegenüber den Vorjahresmonaten zurück. Sie mochten aber die Mehreinlieferungen von anfangs Jahr nicht abfedern, so dass insgesamt im Jahr 2018 0,7 % mehr Milch abgeliefert wurde als im 2017 (Tabelle 3.1). Im November 2018 wurde 9,9 % weniger Dauermilchwaren und 6,3 % weniger Butter hergestellt als im Vorjahresmonat. Zugenommen hat die Produktion von Konsummilch und auch von Konsumrahm (Tabelle 3.2). Von Januar bis November 2018 ist die Käseproduktion gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Es wurde vor allem mehr Tête de Moine AOP (+6,5 %), Weichkäse (+3,2 %) und Schweizer Raclettekäse (+3,5 %) produziert (Tabelle 3.4).

Viehwirtschaft

Beim Kuhbestand hält auch im Jahr 2018 der Trend zu immer weniger Milchkühen und mehr anderen Kühen an (Tabelle 4.1). Die Schlachtgewichte lagen im Jahr 2018 mit wenigen Ausnahmen leicht höher als im Vorjahr. Während bei den Ziegen die Schlachtgewichte deutlich um 5,9 % anstiegen. Bei den Schweinen waren diese im Durchschnitt praktisch unverändert (Tabelle 4.4). Im Jahr 2018 wurde deutlich mehr Grossvieh (+5,3 %) geschlachtet als im Vorjahr. Die Schweineschlachtungen gingen um 3,2 % zurück und auch die Kälberschlachtungen waren leicht rückläufig (-0,3 %). Zugenommen haben hingegen die Schlachtungen von Schafen (+9,7 %), Ziegen (+6,9 %) und Equiden (+2,8 %) (Tabelle 4.5). Die inländische Fleischproduktion stieg im Jahr 2018 mit Ausnahme der Schweine gegenüber dem Vorjahr (Tabelle 4.6). Auch die Produktion von Geflügelfleisch hat im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr weiter zugenommen. Vor allem die Produktion von Poulet-Fleisch ist angestiegen (Tabellen 4.11 und 4.12). Die Eierproduktion lag im Dezember 2018 7,0 % über dem Vorjahreswert. Über das ganze Jahr gesehen wurden 5,5 % mehr Eier produziert. In der gleichen Zeit gingen die Importe um 2,0 % zurück (Tabelle 4.10).

Aussenhandel    

Die Einfuhr von Gemüse und Früchten ist im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Deutlich rückläufig waren die Importe von Kartoffeln (-71,9 %) und frischem Steinobst (-23,6 %) (Tabellen 5.2 und 5.3). Die Nutzviehexporte haben sich im Jahr 2018 leicht erholt. Es wurden mehr Tiere exportiert als im Vorjahr (+22 Tiere), aber immer noch deutlich weniger als in den vorangehenden Jahren (Tabelle 5.5). Der Aussenhandel mit Käse hat im Jahr 2018 sowohl beim Export wie auch beim Import zugenommen, wobei der Import stärker anstieg (Tabelle 5.7). Zugenommen hat vor allem die Einfuhr von Frischkäse (+5,5 %), überwiegend Mozzarella, und Extra Hartkäse (+8,7 %) (Tabelle 5.8). Im Jahr 2018 wurde vor allem mehr Halbhartkäse exportiert (+4,6 %), aber auch die Ausfuhr von Hartkäse hat leicht zugenommen (+1,0 %) (Tabelle 5.9). Im Dezember 2018 wurden 6,8 % weniger Futtermittel importiert als im Vorjahresmonat. Über das ganze Jahr betrachtet, nahmen die Importe um 1,6 % leicht zu. Während die Importe von Getreide zurück gingen, stiegen die Einfuhren von Heu (+83,4 %) und Luzerneprodukten (+36 %) aufgrund der Trockenheit an (Tabelle 5.12). Der Import von Düngern nahm im Dezember 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich zu (+43,3 %). Über das ganze Jahr gingen die Importe hingegen leicht zurück. Es wurde zwar mehr Phosphatdünger importiert als im Vorjahr, dafür nahm die Einfuhr von Stickstoffdüngern, vor allem Harnstoff, ab. Während mengenmässig die Importe abnahmen, stiegen sie wertmässig an, weil mit Ausnahme einiger Phosphatdünger zu höheren Preisen importiert wurde (Tabelle 5.14).

Preise

Die Schlachtviehpreise für Stiere, Ochsen und Rinder lagen im Januar 2019 höher als im Vorjahresmonat. Auch die Preise für Schlachtkühe waren im Januar 2019 leicht höher als im Dezember 2018. Diese lagen aber bis zu einem Franken unter den Preisen von Januar 2018 (Tabelle 6.3). Saisonbedingt gingen im Januar 2019 die Preise für Schlachtkälber gegenüber dem Vormonat zurück und erreichten nicht ganz das Preisniveau von Januar 2018 (Tabelle 6.4). Die Preise für Tränkekälber blieben im Januar 2019 gegenüber dem Dezember 2018 unverändert (Tabelle 6.5). Der seit August 2018 verzeichnete Preisanstieg bei den Jagern und Schlachtschweinen hält auch im Januar 2019 weiter an. Die Preise lagen deutlich über denjenigen von Januar 2018 (Tabelle 6.6). Die Produzentenpreise von Milch lagen im Dezember 2018 unter dem Niveau des Vormonats. Auch wenn die Preise gegen Ende des Jahres zum Teil tiefer als im Vorjahr lagen, waren sie im Jahr 2018 im Durchschnitt höher als in den letzten zwei Jahren (Tabelle 6.10). Der Produzentenpreisindex hat im Dezember 2018 gegenüber dem Vormonat leicht zugenommen. Grund dafür waren höhere Preise beim Gemüse und dem Schlachtvieh (Tabellen 6.11 und 6.12). Der Einkaufspreisindex landwirtschaftlicher Produktionsmittel war im Dezember 2018 gegenüber dem Vormonat leicht rückläufig. Grund dafür waren tiefere Preise für Heiz- und Treibstoffe. Im Vergleich zum Dezember 2017 waren die Preise für Energie- und Schmierstoffe 8,9 % und die landwirtschaftlichen Investitionsgüter 2,8 % höher als im Dezember 2018, was dazu führt, dass der Einkaufspreisindex insgesamt im Dezember 2017 um 2,7 % höher lag als im Dezember 2018 (Tabellen 6.16 und 6.17).

Entwicklung im Milchsektor