Inhalt - August 2016

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - August 2016

Grundlagen

Die Temperaturen im Juli 2016 lagen nur leicht über der Norm. Im Gegensatz zum Hitzemonat Juli 2015 lagen die Temperaturen in diesem Jahr in den ersten beiden Dekaden bis zu sechs Grad tiefer (Tabelle 1.1). Zwischen dem 8. und 10. Juli gab es Höchstwerte zwischen 28 und 32 Grad. Die ersten Gewitter und Schauer gab es regional am 5. Und 8. Juli, bevor am 11. und 12. Juli eine Kaltfront verbreitet Niederschlag und Gewitter brachte. Ab dem 13. Juli wurde es kühler und die Schneefallgrenze sank daraufhin zum Teil bis auf 1600 Meter. Ab dem 16. Juli wurde es wieder schön und heiss, wenn auch gewitterhaft. An manchen Orten fiel innerhalb kurzer Zeit eine grosse Regenmenge. So gab es auf dem Hörnli im Zürcher Oberland innerhalb einer Stunde 49 mm Niederschlag.

 

Pflanzenbau

Die Heuernte verlief wegen dem nassen Juni schwierig. Die Menge lag leicht über den Vorjahren, die Qualität hingegen hat gelitten (Tabelle 2.1). Wie anzunehmen war, litten auch die Ackerkulturen unter dem Wetter. Ende Juli wurden die Kulturen, vor allem Getreide und Eiweisserbsen, schlechter beurteilt als in den Vorjahren (Tabelle 2.2). Die ersten Rückmeldungen über die Getreideernten bestätigen die tiefen Erträge und die schlechte Qualität mit tiefen Hektoliter-Gewichten und einer hohen Mykotoxin-Belastung. Die Reben trieben im 2016 etwas früher aus als im Vorjahr. Die Blüte begann aber im Kanton Graubünden eine Woche später als im letzten Jahr. Im Kanton Schaffhausen war der Blütenbeginn zur gleichen Zeit wie im Jahr 2015 (Tabelle 2.9).

 

Milchwirtschaft

Die Inlandmilchanlieferung wird für Juni 2016 um 1.2 % tiefer als im Vorjahresmonat geschätzt (Tabelle 3.1). Insgesamt wurde im ersten Halbjahr 2016 mehr Milch abgeliefert als in der gleichen Zeitperiode des Vorjahres. Im Mai wurden 18.8 % mehr Dauermilchwaren, 3.9 % weniger Konsummilch und 2.8 % weniger Käse hergestellt als im Vorjahresmonat (Tabelle 3.2). Die Milchinhaltsstoffe nahmen saisonbedingt ab. Der Fettgehalt lag mit 4.06 % über dem Niveau des Vorjahres (4.01 %). Der Eiweissgehalt blieb gegenüber dem Vorjahr gleich bei 3.26 % (Tabelle 3.3). Das Butterlager war Ende Mai um 38.8 % mehr gefüllt als Ende Mai 2015 und lag bei 8 853 Tonnen Butter (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Gesamtbestand an Rindvieh war im Juni weiterhin rückläufig und lag bei 1 496 760 Tieren (Tabelle 4.1). Bei der Aufteilung der weiblichen Tiere nach Altersklasse zeigt sich, dass es mehr 2 bis 3-jährigen Tiere gab als im Vorjahr. Der Bestand der 1 bis 2-jährigen Tiere sank auf das Niveau des Vorjahres. Die Schlachtgewichte lagen bei allen Tierarten im Juni tiefer als im Mai aber höher als im Juni des Vorjahres (Tabelle 4.4). Auch die Anzahl Schlachtungen lagen im Juni mit Ausnahme der Kühe und Schweine unter dem Niveau des Vormonats. Was zur Folge hat, dass die Fleischproduktion ausser bei den Schweinen im Juni tiefer war als im Mai. Bei den Kühen konnten die Mehrschlachtungen die tieferen Schlachtgewichte nicht kompensieren. Die Produktion von Inlandeiern nahm im Juni um 2.7 % zu gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Importe nahmen leicht zu, vor allem weil mehr Schaleneier eingeführt wurden (Tabelle 4.9). Die Inlandproduktion von Geflügelfleisch folgt weiterhin einem Aufwärtstrend. So nahmen die Schlachtungen im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 12.1 % zu. Im ersten Halbjahr 2016 wurde somit 7.3 % mehr Geflügelfleisch produziert als in der gleichen Periode des Vorjahres (Tabelle 4.11).

 

Aussenhandel

Im ersten Semester 2016 wurde mehr Getreide zu einem tieferen Preis als in der gleichen Periode des Vorjahres importiert. Bei den Müllereierzeugnissen wurde weniger importiert dafür zu einem höheren Preis (Tabelle 5.1). Die Käseimporte nahmen im ersten Halbjahr mit Ausnahme von Hartkäse gegenüber dem Vorjahr zu. Die Käseexporte nahmen in der gleichen Periode total um 0.6 % ab (Tabellen 5.5 und 5.6). Der Export von Butter lag im ersten Semester 2016 41 % höher als in der gleichen Periode des Vorjahres, der Preis war hingegen 8.1 % tiefer. Die Gemüseimporte nahmen im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr zu, dies bei einem tieferen Preis (Tabellen 5.8 und 5.10). Der grösste Teil davon stammte aus der EU (Tabelle 5.13).

 

Preise

Die Preise für Bankvieh und Verarbeitungstiere stiegen im Juli 2016 weiter an und lagen in etwa auf dem Vorjahresniveau (Tabelle 6.3). Während die Schlachtkälber im Juni 2016 noch das Vorjahresniveau erreichten, lagen die Preise im Juli nun etwas unter dem Vorjahreswert. Die Preise für Natura-Beef lagen im Juli auf Vorjahresniveau. Im ersten Halbjahr lagen sie jeweils deutlich über den Vorjahrespreisen (Tabelle 6.4). Die Preise für Tränkekälber stiegen weiter an, während die Jagerpreise saisonbedingt rückläufig waren. Für Schlachtschweine blieben die Preise gegenüber dem Vormonat nahezu stabil und lagen deutlich über dem Preis von 2015 (Tabelle 6.6). Der Industriemilchpreis konnte sich im Mai auf tiefem Niveau halten, während die Preise für verkäste Milch und Biomilch leicht stiegen (Tabelle 6.8). Im Juni 2016 stieg der Produzentenpreisindex um 0.4 % gegenüber dem Vorjahresmonat an. Grund dafür waren vor allem die um 16.8% besseren Preise für Schlachtschweine (Tabellen 6.9 und 6.10). Der Einkaufspreisindex sank in der gleichen Periode um 2.5%. Dies vor allem wegen der tieferen Preise für Heiz- und Treibstoffen (Tabellen 6.13 und 6.14). Die Weltmarktpreise für Schweine und Lammfleisch nahmen im Juni weiter zu und lagen über dem Niveau des Vorjahresmonats. Bei den pflanzlichen Produkten stiegen vor allem die Preise für Sojabohnen und Zucker an und lagen deutlich über den Vorjahrespreisen (Tabelle 6.28).

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"