Inhalt - Dezember 2016

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Dezember 2016

Grundlagen

Der November wechselte von winterlicher Kälte in der ersten Hälfte zu spätsommerlichem Wetter im letzten Drittel. In der Monatsmitte fiel in den Bergen reichlich Schnee, zeitweise bis auf 600 Meter hinunter. Dank des Föhns stiegen die Temperaturen am Alpennordrand in der zweiten Monatshälfte vereinzelt über 20 Grad. Insgesamt war der November um 0,5 bis 0,7 Grad wärmer als die Norm 1981-2010, wobei der Wärmeüberschuss in den Föhnlagen deutlich höher ausfiel. Nördlich der Alpen und in der Südschweiz lagen die Niederschläge bei 100 bis 150 % der Norm. In den Alpen lagen sie nur bei 60 bis 100 %.

 

Pflanzenbau

Die Betriebe konnten 2016 mehr Raufuttervorräte anlegen als in den Vorjahren. Entsprechend ist auch mehr Raufutter verkäuflich, insbesondere Heu und Silage (Tabelle 2.1). Die Erträge im Futterbau werden für den Herbst in den höheren Lagen etwas besser eingeschätzt als im Tal, jedoch im Allgemeinen eher gut. Der Silomais liefert bessere Erträge als im Vorjahr, erreicht jedoch nicht die Ergebnisse des Jahres 2014 (Tabelle 2.2). Die Erntemengen an Getreide, Körnerleguminosen und Eiweisserbsen sind 2016 sehr tief ausgefallen. Die mahlfähige Menge an Brotgetreide nimmt gegenüber 2015 um 24 % ab, die zur Fütterung bestimmte Getreidemenge nimmt um 18 % ab. Bei den Körnerleguminosen und Ölsaaten geht die Erntemenge gegenüber 2015 um 27 % bzw. 15 % zurück (Tabelle 2.3). Die Zuckergehalte der verarbeiteten Zuckerrüben waren in den letzten Wochen eher rückläufig. Sie sind in der Westschweiz mit 17,8% zurzeit höher als in der Ostschweiz mit 17,5% (Tabelle 2.5). Die Gemüseproduktion fiel im kalten Oktober deutlich unter das Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 2.8).

 

Milchwirtschaft

Die Inlandmilchanlieferung wird für Oktober 2016 um 3.4 % tiefer als im Vorjahresmonat geschätzt. Die 12-Monats-Menge nimmt damit weiter ab. Die verwertete Milchmenge geht kumuliert bis September gegenüber dem Vorjahr um 0,5 % zurück. Die Milchgehalte lagen im September mit 4,0 % Fett und 3,28 % Eiweiss deutlich unter den Vorjahreswerten (Tabelle 3.3). Mit 6138 Tonnen waren die Butterlager Ende September deutlich grösser (+40 %) als zu demselben Zeitpunkt im Vorjahr (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Die Bestände weiblicher Tiere unter einem Jahr und zwischen ein und zwei Jahren lagen auch im Oktober weiterhin höher als im Vorjahr (Tabelle 4.1). Die Abnahme des Milchkuhbestandes hat sich etwas verlangsamt, während die Zahl der Geburten in den letzten vier Monaten (Juli bis Oktober) jeweils leicht höher lag als im entsprechenden Vorjahresmonat (Tabelle 4.2). Das durchschnittliche Schlachtgewicht der Schweine ist mit 89,9 kg auf das Rekordniveau von Oktober 2014 angestiegen (Tabelle 4.4). Im Oktober wurde eher weniger geschlachtet als im Vorjahresmonat. Stabil blieben insgesamt die Schlachtungen von Bankvieh (Stiere, Ochsen, Rinder), während die Schafschlachtungen um 1 % zunahmen (Tabelle 4.5). Aufgrund der hohen Schlachtgewichte nahm die Fleischproduktion nur bei den Kälber (-7 %), den Schweinen (-3 %) und den Ziegen (-44 %) deutlich ab (Tabelle 4.6). Die verfügbare Fleischmenge ging in der Folge im Oktober beim Rindfleisch um 1,5 %, beim Kalbfleisch um 5,7 % und beim Schweinefleisch um 3,1 % zurück. Bei den Schafen stieg die verfügbare Fleischmenge aufgrund hoher Importe um 30,8 % an (Tabelle 4.8). Die Eierproduktion sank im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 %. Kumuliert ergibt sich jedoch immer noch eine Zunahme um 1,5 % (Tabelle 4.9). Die Schlachtgeflügelproduktion stagniert seit einigen Monaten und nahm im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,6 % ab. Kumuliert ergibt sich jedoch immer noch eine Zunahme von 5 % (Tabellen 4.10 und 4.11).

 

Aussenhandel

Die Käseexporte nahmen im Oktober innert Jahresfrist um 0,5 % zu. Die grössten Zunahmen erfolgten in den Kategorien andere Hartkäse und andere Halbhartkäse. Die grösste Abnahme war beim Fertigfondue und beim Emmentaler AOP zu verzeichnen (Tabelle 5.1). Die Einfuhren von Futtermitteln entwickelten sich mengenmässig gegenüber dem Vorjahresmonat im Oktober rückläufig (-7,2 %). Kumuliert haben die Futtermittelimporte jedoch um 4,3 % zugenommen (Tabelle 5.5). Zugenommen haben bis Ende Oktober auch die Importe von Saatgut (+27,3 %) und Stroh (+2,5 %), während die Importe von Dünger (-0,3 %) und v.a. Pflanzenschutzmitteln (-23,5 %) sich rückläufig entwickelten (Tabelle 5.10). Aufgrund tiefer Weltmarktpreise und des tiefen Eurokurses führte dies nur beim Saatgut zu einer Zunahme des Importwertes (+16,8 %). Abgenommen hat auch der Wert der importierten Maschinen, im Oktober um 15,3 % und kumuliert um 7,3 %.

 

Preise

Die Preise für Nutzvieh an Auktionen haben im November wieder zum Niveau des Vorjahres aufgeschlossen (Tabelle 6.1). Die Preise für Bankvieh bewegten sich im November leicht unter dem Vorjahresniveau, jene für Verarbeitungstiere leicht darüber (Tabelle 6.3). Die Kälberpreise bewegten sich auf Vorjahresniveau mit 15,83 CHF/kg KV T3 QM. Die Preise für Tränkekälber nahmen im Oktober je nach Kategorie um 0.71 bis 1,26 CHF/kg Lebendgewicht ab (Tabelle 6.5). Die Preise für Schlachtschweine und Jager bewegen sich seit drei Monaten sozusagen nicht mehr. Sie liegen konstant auf 3.60 CHF/kg SG für Schlachtschweine QM ab Hof und auf 4.10 CHF für Jager mit 20 kg LG SGD-A (Tabelle 6.6). Angesichts der hohen Schlachtgewichte bleibt die Lage im Schweinemarkt weiterhin angespannt. Die Preise für Lämmer und Schafe entwickelten sich im November mit Ausnahme der stabilen Preise bei Schlachtschafen der Kategorie SM4 rückläufig. Bei den Lämmern und den Schlachtschafen der Kategorie SM4 lagen die Preise jedoch noch leicht höher als im Vorjahr, während sie bei der Kategorie SM2 tiefer lagen (Tabelle 6.7). Die Milchpreise verspürten im November leichten Aufwind, nur die Preise für verkäste Milch waren leicht rückläufig. Mit einem Verkehrsmilchpreis von 61,77 CHF lag der gewichtete Preis jedoch um 2,26 Rappen/kg tiefer als im Vorjahr. Nur der Preis für Biomilch lag über dem Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.8). Der Produzentenpreisindex blieb im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat stabil (Tabellen 6.9 und 6.10). Die pflanzliche Erzeugung konnte sich leicht verbessern, während sich die tierische Erzeugung leicht verschlechterte. Die Einkaufspreise landwirtschaftlicher Produktionsmittel lagen im Oktober um 2,2 % tiefer als im Oktober des Vorjahres (Tabellen 6.15 und 6.16). Die Weltmarktpreise für Milchprodukte haben in der zweiten Jahreshälfte 2016 Aufwind bekommen (Tabelle 6.28). Es ist zu hoffen, dass diese erfreuliche Entwicklung anhält. Bei den pflanzlichen Produkten ist der Preisdruck auf dem Weltmarkt weiterhin gross (Tabellen 6.23 und 6.30). Bei den Ölsaaten macht sich allerdings der Einfluss steigender Rohölpreise insbesondere beim Raps bemerkbar. Die Zuckerpreise steigen weiter an.

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"