Inhalt - November 2016

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - November 2016

Grundlagen

Der ungewöhnlich kalte Oktober 2016 beendete den warmen Spätsommer. Die Durchschnittstemperatur lag im Mittel 1 Grad tiefer als die Norm. Vom 8. bis 12. Oktober brachte Kaltluft am Alpennordhang Schnee bis auf 1000 Meter. Dies war auch am 20. und 21. Oktober nochmals der Fall. Die entsprechende Temperaturentwicklung lässt sich in der Grafik zur Tabelle 1.3 gut verfolgen. Ergiebige Regenfälle und Gewitter traten insbesondere am 25. Oktober im westlichen und zentralen Mittelland auf. Die Niederschlagsmenge blieb jedoch in den meisten Gebieten unter dem Durchschnitt. Auf der Alpennordseite wurde die Sonnenscheindauer durch Nebel und Hochnebel stark reduziert. Dafür war es in den Alpen und auf der Alpensüdseite meist sonnig. Das Jahr 2016 bleibt wohl wie das Jahr 2015 ein Jahr mit eher wenig Hagelschäden. Eine überdurchschnittliche Anzahl Schadenmeldungen erfolgte nur im Monat Mai (Tabellen 1.4 und 1.5). Auch Elementarschäden wurden weniger gemeldet als im Mittel der Jahre 2001-2010. Am meisten Schäden wurden im Juni gemeldet (Tabelle 1.6). 

 

Pflanzenbau

Die Zuckerrübenverarbeitung hat am 3. Oktober in Aarberg und am 10. Oktober in Frauenfeld gestartet. Der Zuckerrübengehalt lag mit 17,5 % bisher deutlich tiefer als im Vorjahr und eher auf dem Niveau der Jahre 2013 und 2014 (Tabelle 2.1). Die Produktion von Frischgemüse lag im September wohl nicht zuletzt aufgrund des sehr schönen Wetters leicht höher als in den beiden Vorjahren (Tabelle 2.2).

 

Milchwirtschaft

Die Inlandmilchanlieferung wird für September 2016 um 3.9 % tiefer als im Vorjahresmonat geschätzt. Damit nimmt die 12-Monats-Menge weiter ab. Die Abnahme macht sich nun auch bei der Milchverwertung sichtbar, wo die kumulierte Verwertung bis September gegenüber dem Vorjahr um 0,2 % zurückging. Grosse Mengen wurden jedoch zu Butter und Dauermilchwaren verwertet (Tabelle 3.2). Die Milchgehalte lagen im Juli deutlich über den Vorjahreswerten, jedoch unter den Werten des Jahres 2014 (Tabelle 3.3). Rückläufig gegenüber dem Vorjahr war sowohl im August (-0,7 %) wie kumuliert über die ersten 8 Monate (-2,5 %) die Käseproduktion.

 

Viehwirtschaft

Deutlich gesunken ist seit den ersten Monaten des laufenden Jahres der Bestand der ein- bis zweijährigen weiblichen Rinder (Tabelle 4.1). Ausser bei Ochsen (-2,4 %), Schweinen (-2,0 %) und den Equiden (-13 %) lagen die Schlachtungen im September in allen Kategorien höher als im Vorjahresmonat. Erwähnenswert ist die Steigerung bei den Stieren, bei denen die Schlachtungen inzwischen das Niveau des Jahres 2014 erreicht haben und deutlich über dem Niveau der Jahre 2013 und 2015 liegen (Tabelle 4.5). Aufgrund der Steigerung der Bankviehproduktion und der hohen Schlachtgewichte hat die Produktion von Rindfleisch im September (+3.8 %) und auch kumuliert bis September (+4,4 %) zugenommen (Tabelle 4.8). Beim Kalbfleisch lag die Produktion um 6,7 % höher als im Vorjahresmonat, hat jedoch kumuliert um 0,9 % abgenommen. Schweinefleisch wurde im September fast gleich viel wie im Vorjahresmonat produziert, kumuliert ergibt sich eine Abnahme um 1,3 %. Eier wurden im September 0,7 % weniger als im Vorjahresmonat produziert, kumuliert resultiert jedoch eine Zunahme um 1,8 % (Tabelle 4.9). Die Zunahme beim Schlachtgeflügel hält weiter an mit +1,1 % im September und +4,9 % kumuliert über die ersten neun Monate des Jahres (Tabelle 4.11).

 

Aussenhandel

Die Getreideimporte lagen in den ersten drei Quartalen 2016 mit 697 842 Tonnen leicht höher als im Vorjahr (Tabelle 5.1). Dabei haben v.a. die Importe von Mais zugenommen. Leicht rückläufig entwickelten sich die Importe von Müllereierzeugnissen, während die Importe von verarbeiteten Produkten auf Getreidebasis zugenommen haben. Die Importe von frischem Gemüse lagen im 3. Quartal 2016 mengenmässig um 9 % tiefer als im Vorjahr (Tabelle 5.2). Bei den Importen von Früchten ergab sich gegenüber dem Vorjahr für das 3. Quartal sozusagen keine Änderung (Tabelle 5.3). Die Menge des exportierten Käses ging im September gegenüber dem Vorjahr ohne Fertigfondue leicht zurück (Tabelle 5.5), mit Berücksichtigung der Fondue-Exporte nahm sie minim zu (Tabelle 5.7). Deutlich zulegen konnte im September der Gruyère AOP, während bei Switzerland Swiss, Emmentaler AOP und Appenzeller® die grössten Einbussen erfolgten (Tabelle 5.7). Die Importe von lebendem Geflügel entwickeln sich trotz einer Steigerung im September langfristig negativ (Tabelle 5.8). Der Grund ist die Abnahme der Kükenimporte. Dies macht sich auch in den Tabellen 5.11 und 5.13 bemerkbar.

 

Preise

Die Preise für Nutzvieh an Auktionen entwickelten sich wie erwartet rückläufig. Der sehr tiefe Wert der Braunviehkühe in der Grafik zu Tabelle 6.1 beruht allerdings nur auf den Preismeldungen von 10 Kühen. Die Preise für Bankvieh und Verarbeitungstiere (Tabelle 6.3) zogen im Oktober leicht an, lagen jedoch leicht unter dem Vorjahresniveau. Saisongemäss im Aufwärtstrend liegen die Preise für Schlachtkälber. Diese lagen im Oktober leicht über den Vorjahrespreisen. Die Tränkerpreise gehen seit August des Jahres kontinuierlich zurück. Für männliche Tränker AA wurden im Oktober noch 10.14 CHF/kg LG gezahlt (Tabelle 6.5). Die Preise für Schlachtschweine blieben im Oktober stabil und lagen über dem Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.6), dasselbe gilt auch für die Jager-Preise. Nach der Preissteigerung im Juli entwickelten sich die Milchpreise im August je nach Verwertungskanal unterschiedlich: Die Preise für Industrie- und Biomilch konnten nochmals leicht zulegen, während sich die Preise für verkäste Milch insbesondere in den gewerblichen Käsereien negativ entwickelten (Tabelle 6.8).Der Produzentenpreisindex nahm im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 % ab (Tabellen 6.9 und 6.10).Positiv entwickelten sich innert Jahresfrist insbesondere die Preise für Schlachtschweine, Kartoffeln und Schlachtschafe. Der Einkaufspreisindex landwirtschaftlicher Produktionsmittel blieb im September mit 98,6 Punkten (Dezember 2015=100) stabil und lag damit um 1,4 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats (Tabellen 6.12 und 6.13). Aufgrund der hohen Tränkerpreise lag die Bruttomarge der Munimäster 2016 seit Februar deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.16). Die Preise für Milchprodukte auf dem Weltmarkt haben deutlichen Aufwind erhalten und entwickeln sich seit einigen Monaten positiv (Tabelle 6.24). Etwas fester als auch schon entwickeln sich die Weltmarktpreise für Ölsaaten (Tabellen 6.23 und 6.26). Eine regelrechte Preisrallye ist zudem beim Weltmarktpreis für Zucker ausgebrochen, welcher inzwischen deutlich über dem Niveau der drei Vorjahre liegt (Tabelle 6.26).

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"