Inhalt - Oktober 2016

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Oktober 2016

Grundlagen

Der September 2016 geht als dritt wärmster September seit Messbeginn im Jahre 1864 in die Geschichte ein. In den ersten zwei Monatswochen wurden vielerorts Rekordtemperaturen gemessen. Ab dem 16. September wurde es regnerisch und kühler, bevor sich ab dem 21. September wieder eine Hochdrucklage einstellte. Vereinzelt gab es während dieser Zeit in Tieflagen der Alpennordseite am Morgen Nebel. Am 25. und 26. September stiegen die Temperaturen um 1 bis 3 Grad über die Norm gemessen in der Zeitspanne 1981-2010. Durch die hohe Sonnenscheindauer und die Wärme war es im September trocken. Auf der Alpensüdseite und im Engadin fielen 20 bis 50 Prozent und in den übrigen Regionen 40 bis 80 Prozent der normalen Niederschlagsmengen (Norm 1981-2010). Im August gab es verglichen mit dem langjährigen Mittel weniger Hagel-Schadenmeldungen, aber mehr Meldungen als in den beiden Vorjahren (Tabelle 1.5). Elementarschäden wurden verglichen mit den Vorjahren weniger gemeldet (Tabelle 1.6).

 

Pflanzenbau

Die Raufutterernte verlief nach Einschätzung der Berichterstatter unterschiedlich. Während die wetterbedingt zum Teil späte Heuernte eine grosse Menge mit eher schlechter Qualität lieferte, waren die Emd- und Silageernten in der Qualität und Menge erfreulicher (Tabelle 2.1).

Die Produktion von Frischgemüse lag im August leicht über dem Vorjahreswert und erreichte beinahe das gleiche Niveau wie im Jahr 2014 (Tabelle 2.5). Auch der mengengewichtete Preis lag im August über dem Wert des Vorjahresmonats und erreichte den Wert des Jahres 2014 (Tabelle 2.6). In den ersten acht Monaten wurde mehr Frischgemüse zu einem höheren Preis produziert als in der gleichen Periode des Vorjahres.

 

Milchwirtschaft

Die Inlandmilchanlieferung wird für August 2016 um 3.6% tiefer als im Vorjahresmonat geschätzt. Insgesamt wurde im 2016 in etwa gleich viel Milch angeliefert wie in der gleichen Periode des Vorjahres (Tabelle 3.1). Im Juli wurde 14.5% weniger Milch zu Jogurt und 17.6% weniger Milch zu Butter verarbeitet als im Vorjahresmonat. Dafür stieg die Verarbeitung von Milch zu Dauermilchwaren um 16.1% und zu anderer Verwertung gar um 94.5% an (Tabelle 3.2). Die Fett- und Eiweissgehalte der Milch lagen im Juli 2016 über denjenigen vom Vorjahresmonat und erreichten nahezu das Niveau vom Juli 2014 (Tabelle 3.3).

 

Viehwirtschaft

Der Bestand der bis einjährigen Tiere lag im August erstmals in diesem Jahr über dem Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 4.1). Grund dafür waren die plus 10 599 Geburten gegenüber dem Vormonat. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Geburten im August trotz 5 597 weniger Kühen als im August 2015 (Tabelle 4.2). Die Schlachtgewichte lagen im August grösstenteils deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Einzig die Schlachtgewichte der Stiere und Schafe lagen beinahe auf dem Vorjahresniveau (Tabelle 4.4). Im August stiegen die Anzahl Schlachtungen beim Bankvieh gegenüber dem Vormonat deutlich an und lagen über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Zahl der Kuh-, Kälber- und Schafschlachtungen lagen unter dem Vorjahresniveau. Im August waren die Schweineschlachtungen höher als in den letzten drei Jahren zur selben Zeit (Tabelle 4.5). Die Fleischproduktion lag im August bei allen Kategorien mit Ausnahme der Schafe über dem Vorjahresniveau (Tabelle 4.6). Die Produktion von Eiern wie auch die Importe stiegen im August über das Niveau des Vorjahresmonats (Tabelle 4.9). Die Geflügelschlachtungen waren im August 2016 gegenüber dem August 2015 rückläufig. Trotzdem wurden im aktuellen Jahr 5.4% mehr Geflügelfleisch produziert als in der gleichen Periode des Vorjahres (Tabelle 4.10).

 

Aussenhandel

Der Käseexport nahm im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 16.4% zu. Es wurden vor allem mehr Sbrinz AOP (+85.7%), anderer Hartkäse (+ 62.3%) und Weichkäse (+52.4%) exportiert. Kumuliert über die ersten acht Monate nahmen die Exporte gegenüber dem Vorjahr um 0.1% zu (Tabelle 5.1). Milch und Rahm eingedickt oder gesüsst wurden in den ersten acht Monaten des aktuellen Jahres mehr ein- und ausgeführt. Dies geschah zu einem tieferen Preis als in der gleichen Periode des Vorjahres. Die Butterexporte nahmen kumuliert bei einem leicht tieferen Preis gegenüber der Vorjahresperiode zu. Die Butterimporte nahmen in der gleiche Periode bei steigendem Preis ab (Tabellen 5.2-5.4).

 

Preise

Die Preise für Bankvieh lagen wie bereits im August auch im September unter dem Niveau des Vorjahresmonats, stiegen aber gegenüber dem Juli 2016 an. Die Preise für Schlachtkühe nahmen im September weiter ab und fielen bei den VK T3 QM beinahe auf das Niveau von August 2014 (Tabelle 6.4). Bei den Natura-Beef T3 fielen die Preise im September erstmals unter das Preisniveau von 2015 (Tabelle 6.5). Auch die Preise für Tränkekälber nahmen gegenüber dem Vormonat ab (Tabelle 6.6). Die Preisabnahme bei den Jagern und Schlachtschweinen fiel im September 2016 gegenüber dem Vormonat nicht mehr so stark aus wie noch im August (Tabelle 6.8). Während die Preise für Weidelämmer im September lediglich um zwei Rappen gegenüber dem Vormonat sanken, stiegen die Preise für Lämmer an. Die Preise für Schlachtschafe blieben konstant (Tabelle 6.9). Der Produzentenpreisindex landwirtschaftlicher Erzeugnisse sank im August gegenüber dem Vorjahresmonat leicht um 0.4%. Während die pflanzliche Erzeugung um 1.9% zunahm, sank die tierische Erzeugung um 1.7% (Tabelle 6.14). Auch der Einkaufspreisindex landwirtschaftlicher Produktionsmittel nahm im August 2016 um 2.7% gegenüber dem Vorjahresmonat ab. Dies vor allem auf Grund tieferer Preise für Energie- und Schmierstoffe sowie Düngemittel (Tabelle 6.17). International nahmen die Preise für Milchprodukte im September 2016 gegenüber dem Vormonat zu und lagen über dem Preisniveau vom Vorjahr (Tabelle 6.30). Die Schlachtschweinepreise in unseren Nachbarländern lagen im August 2016 über den Werten des Vorjahresmonats. Die Preise für Schlachtkühe verzeichneten hingegen in der gleichen Zeitperiode eine Abnahme (Tabelle 6.31).

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"