Inhalt - September 2016

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - September 2016

Grundlagen

Das erste Monatsdrittel im August bescherte unterdurchschnittliche Temperaturen und einige Regenfälle. Vom 13. Bis 16. August herrschte sehr warmes Wetter mit zunehmenden Gewittern gegen das Ende der Periode und die folgenden Tage. Auch im letzten Monatsdrittel war ein Hochdruckgebiet wetterbestimmend und führte zu Temperaturen von über 30 Grad. In Genf wurde die höchste Augusttemperatur seit 1864 gemessen. Insgesamt lag die Augusttemperatur 1,0 Grad über der Norm 1981-2010. Die Sonnenscheindauer betrug 110 bis 130 Prozent. Die Niederschläge waren in vielen Gebieten unterdurchschnittlich. V.a. in der Westschweiz, im Wallis und im Tessin fiel nicht einmal ein Drittel der normalen Niederschlagsmenge. Die Hagel-Schadenmeldungen blieben bis und mit Juli tiefer als in den Vorjahren (Tabelle 1.5). Elementarschäden wurden v.a. im niederschlagsreichen Juni vermehrt gemeldet (Tabelle 1.6).

 

Pflanzenbau

Die Erträge im Ackerbau liegen bei Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchten gemäss ersten Meldungen der Berichterstatter massiv tiefer als in den Vorjahren. Extrem tief lagen die Erträge der Eiweisserbsen, bei denen teilweise auch Total-Ausfälle gemeldet wurden (Tabelle 2.2). Am besten halten konnten sich die Rapserträge, aber auch diese sind auf das Niveau von 2013 zurückgefallen (Tabelle 2.2). Die Produktion von Frischgemüse konnte im Juli beinahe zu den Vorjahresresultaten aufschliessen (Tabelle 2.3). Die Mostäpfelernte wird mit 77 570 Tonnen leicht höher als im Vorjahr geschätzt. Deutlich tiefer liegt die geschätzte Menge an Mostbirnen, welche in den letzten Jahren noch nie so tief ausfiel (Tabelle 2.5). Im Obstbau werden für 2016 generell tiefere Ernten als in den Vorjahren geschätzt. Am grössten sind die relativen Abnahmen bei den Konservenkirschen (-66 %), den Birnen (-38 %), den Tafelzwetschgen und den Tafelkirschen (-15 %).

 

Milchwirtschaft

Die Inlandmilchanlieferung wird für Juli 2016 um 2 % tiefer als im Vorjahresmonat geschätzt (Tabelle 3.1). Im ersten Halbjahr wurde weniger Milch zu Rahm (-3,9 %) und zu Käse (-3,2 %) verarbeitet als im Vorjahr (Tabelle 3.2). Für alle anderen Verwertungsarten stieg die Milchmenge an. Weiterhin hoch war im Juni der Fettgehalt der Milch mit 4,04 %, während sich der Eiweissgehalt mit 3,23 % auf dem Vorjahresniveau bewegte (Tabelle 3.3).

 

Viehwirtschaft

Der Bestand an ein- bis dreijährigen Rindern lag Ende Juli leicht höher als im Vorjahr (Tabelle 4.2). Die Milchkühe haben innert Jahresfrist um 10 290 Stück abgenommen (Tabelle 4.3). Gleichzeitig lagen die Geburten erstaunlicherweise auf der Höhe des Vorjahres. Die Durchschnittsgewichte der Schlachttiere liegen weiterhin deutlich über dem Niveau der Vorjahre (Tabelle 4.5). Die Zahl der Schlachtungen lag ausser bei Stieren und Ziegen im Juli unter dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 4.6). Besonders deutlich waren die Abnahmen bei den Kühen (-10,9 %), den Kälbern (-9,4 %) und den Schweinen (-6,7 %). Beim grossen Bankvieh (-3,3 %) kompensierte die Zunahme bei den Stieren (+1,1 %) teilweise die Abnahme bei Rindern und Ochsen. Die Eierproduktion stieg im Juli gegenüber dem Vorjahr um 2,5 % an (Tabelle 4.10), kumuliert beträgt die Zunahme für die ersten 7 Monate 2,4 % (Tabelle 4.10). Die Schlachtgeflügelproduktion nahm im Juli gegenüber dem Vorjahr nur um 0,4 % zu. Kumuliert beträgt die Zunahme jedoch immer noch 6,3 % gegenüber dem Vorjahr (Tabellen 4.11 und 4.12). Gleichzeitig sind die Importe rückläufig.

 

Aussenhandel

Die Käseexporte gingen im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,5 % zurück. Kumuliert beträgt die Abnahme gegenüber dem Vorjahr 2 % (Tabelle 5.1). Die grössten Einbussen erfolgten bei Switzerland Swiss (-153 Tonnen) und Emmentaler AOP (-131 Tonnen). Die Differenz zwischen den durchschnittlichen Exportpreisen (8,35 CHF/kg) und Importpreisen (5,99 CHF/kg) lag im Juli im Vergleich zu den Vorjahren sehr hoch (Tabelle 5.2). Die Importe von Produktionsmitteln waren im Juli ausser bei den Futtermitteln mengen- und wertmässig rückläufig gegenüber dem Vorjahr. Kumuliert ergibt sich mengenmässig eine Zunahme für Saatgut (+31 %), Futtermittel (+7,6 %) und Stroh (+7,4 %) sowie eine Abnahme für Pflanzenschutzmittel ( 26,8 %) und Düngemittel (-1,6 %). Nach Wert haben die kumulierten Importe für Saatgut und Stroh zu- und alle anderen abgenommen (Tabellen 5.6-5.11).

 

Preise

Die Preise für Bankvieh und Verarbeitungstiere fielen im August 2016 unter das Vorjahresniveau (Tabelle 6.3). Jene für Schlachtkälber lagen auf demselben Niveau wie im Vorjahr mit 13,24 CHF pro kg Schlachtgewicht für die Kategorie KV T3 QM. Die Tränkerpreise haben im August offensichtlich den Zenit überschritten und nahmen in den meisten Kategorien leicht ab (Tabelle 6.5). Die Preise für Schlachtschweine gingen im August stark zurück, blieben jedoch weiterhin über dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.6). Ähnliches gilt für die Jagerpreise, welche sich auf den saisonalen Tiefpunkt zubewegen. Die Lämmerpreise lagen im August über dem Vorjahresniveau. Die Preise für Schlachtschafe entwickelten sich konstant und lagen gleich wie (Kategorie SM2) bzw. leicht höher als im Vorjahr (Kategorie SM4). Der Produzentenpreisindex landwirtschaftlicher Produkte lag im Juli um 0,3 % höher als im Vorjahr(Tabelle 6.10). Die Deflation bei den Einkaufspreisen landwirtschaftlicher Produktionsmittel hält weiter an mit einem Rückgang von 2,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat (Tabelle 6.14). Preis- Rückgänge sind in fast allen Positionen zu verzeichnen. Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 sind die Einkaufspreise um 4 % gesunken (Tabelle 6.21). Dementsprechend hat sich das Verhältnis der Produzentenpreise zu den Einkaufspreisen gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert (Tabelle 6.22). Die hohen Tränkerpreise führen gegenüber dem Vorjahr zu einem Rückgang der Bruttomarge in der Munimast (Tabelle 6.17). Die Weltmarktpreise für Ackerbauprodukte sind weiterhin generell tief (Tabellen 5.24 und 6.27. Stark angestiegen ist der Weltmarktpreis für Zucker, bei dem das Wetterphänomen El Niño zu Ertragsausfällen in Asien und Brasilien geführt hat. Der Weltmarktpreis war zum letzten Mal im Jahr 2012 auf dieser Höhe. Bei der Milch verbessern sich die Preis-Perspektiven international etwas, die Preise für Milchprodukte haben Aufwind erhalten (Tabelle 6.25).

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"