Inhalt - August 2017

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - August 2017

Grundlagen

Der August 2017 war in vielen Regionen einer der zehn heissesten der letzten 150 Jahre. Der Temperaturüberschuss gegenüber der Norm 1981-2010 betrug 1.7 bis 1.8 Grad. Heftige Gewitter brachten vom 1. auf den 2. August viel Niederschläge, Hagel und Windgeschwindigkeiten von bis zu 190 km/h. Das warme Wetter wurde vom 6. bis 12. August durch eine aus dem Westen vordringende Störungszone unterbrochen. Diese brachte nasses und kühleres Wetter. Die Schneefallgrenze fiel am 11. August regional unter 2000 m und in höheren Berglagen fiel bis zu einem halben Meter Neuschnee. Eine Gewitterfront brachte am 18. August Gewitterböen mit Windgeschwindigkeiten von maximal 120 km/h. Dazu fiel auf der Alpennordseite auch Hagel. Eine weitere Gewitterfront mit Hagel überquerte am 24. August die Alpennordseite. Der Sommer 2017 ist der drittwärmste seit Messbeginn 1864. Heisser waren nur die Sommer 2003 und 2015. Hagelschäden wurden im aktuellen Jahr bis und mit Juni bisher etwas mehr gemeldet als in den beiden Vorjahren. Die Anzahl der Meldungen liegt trotzdem unter den langjährigen Durchschnittswerten (Tabelle 1.4).

 

Pflanzenbau

Die produzierte Gemüsemenge liegt seit dem Monat März über den Vorjahreswerten und lag auch im Juli um 7.8 % höher (Tabelle 2.1). Entsprechend stehen jedoch die Preise vermehrt unter Druck und lagen gewichtet im Juli um 6.2 % tiefer als im Vorjahr (Tabelle 2.2). Gemäss der aktuellen Mostobstschätzung wird mit einer sehr kleinen Ernte gerechnet, welche etwa der halben Menge der beiden Vorjahre entspricht (Tabelle 2.3). Auch die Tafelobsternte fällt 2017 insbesondere aufgrund der Spätfröste im April sehr spärlich aus. Die Ernten liegen deutlich tiefer als im ebenfalls schon schlechten Obstjahr 2016 (Tabelle 2.4).

 

Milchwirtschaft

Die Milchproduktion ist im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat leicht angestiegen (+1.1), wird nun für den Juli aber schon wieder um 0.5 % tiefer geschätzt (Tabelle 3.1). Im ersten Semester wurde mehr Milch zu Käse (+3.9 % ) und Jogurt (+3.4 % ) verarbeitet als im Vorjahr. In alle anderen Kanäle floss weniger Milch (Tabelle 3.2). Sowohl der Fett- wie auch der Eiweissgehalt der abgelieferten Milch ist im Mai angestiegen und lag höher als in den beiden Vorjahren (Tabelle 3.3). Die Butterlager sind Ende Juni mit 4844 Tonnen gegenüber dem Vorjahr um 43 % zurückgegangen (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Die Abnahme des Milchkuhbestandes hat sich wieder etwas beschleunigt, nachdem die Entwicklung im Frühling zeitweise stabil verlief. Ende Juli 2017 wurden 550 242 Milchkühe gehalten (Tabelle 4.2). Die Zunahme der anderen Kühe hat sich gegenüber den Vorjahren leicht beschleunigt. Im Juli 2017 wurden deutlich mehr Kühe (+18.6 % ) geschlachtet als im Vorjahresmonat. Eine nennenswerte Zunahme erfolgte auch bei den Schafen (+6.6 % ), während die Kälberschlachtungen (-5.6 % ) zurückgingen (Tabelle 4.5). Die inländische Rind- und Schaffleischproduktion lag im Juli damit höher (+9.2 % bzw. 9.0 % ) als im Vorjahresmonat, während die Kalbfleischproduktion (-5.9 % ) abnahm und die Schweinefleischproduktion ( 0.2 % ) beinahe konstant blieb. Kumuliert ergeben sich für die inländische Produktion von Rindfleisch ( 3 % ), Kalbfleisch (-4.0 % ) und Schaffleisch (-2.3 % ) Abnahmen, während die Inlandproduktion von Schweinefleisch (+0.8 % ) leicht zunahm (Tabelle 4.7). Die inländische Eierproduktion blieb im Juli nahezu stabil (+0.1 % ), nahm kumuliert jedoch um 1.3 % zu (Tabelle 4.9). Auch die Importe von Eiern für die menschliche Ernährung nahmen sowohl im Juli (+17.8 % ) wie auch kumuliert (+1.8 % ) zu. Die Produktion von Geflügelfleisch ist mit Zunahmen von 0.2 % im Juli und 1.4 % kumuliert weiterhin auf Wachstumskurs, allerdings etwas gemächlicher als in früheren Jahren (Tabelle 4.10). Die Importe sind weiterhin deutlich rückläufig, womit die verfügbare Menge ebenfalls abnimmt.

 

Aussenhandel

Sowohl im Monat Juli wie auch kumuliert über die ersten sieben Monate gingen die Importe von frischem Gemüse mengenmässig gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück (-13.8 % bzw. -6.8 % ). Die Ausdehnung der Fläche und der Produktion in der Schweiz dürfte wohl mit ein Grund sein (Tabelle 5.2). Die Importe von Milch nach Vollmilchäquivalenten nahmen im Juli um 5.1 % ab, kumuliert ergibt sich eine Abnahme um 0.5 % (Tabelle 5.5). Die Exporte nahmen v.a. aufgrund abnehmender Exporte von Dauermilchwaren und Butter im Juli um 19.1 % ab. Kumuliert beträgt die Abnahme 11.8 % . Im Gegensatz dazu konnten die Käseexporte im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat nach Menge um 6.9 % gesteigert werden (Tabelle 5.6). Kumuliert beträgt die Zunahme 0.9 % . Die Käseimporte nahmen im Juli um 0.7 % ab. Kumuliert ergibt sich eine Zunahme von 3.8 % . Die Zunahme bei den Exporten stammte im Juli v.a. von den nicht genauer definierten Positionen „anderer Käse“ und „anderer Hartkäse“ sowie vom „Switzerland Swiss“ (Tabelle 5.7). Den grössten Rückgang verzeichnete der „Emmentaler AOP“. Die Einfuhr von Futtermitteln hat bisher trotz den schlechten Inlandernten 2016 nur unwesentlich (kumuliert +1.2 % ) zugenommen (Tabelle 5.11). Die Importe von Heu (-24.8 % ) waren allerdings stark rückläufig.

 

Preise

Die Auktionspreise für Zucht- und Nutzkühe lagen im Juli und August über den Preisen der letzten drei Jahre (Tabelle 6.1). Die Schlachtviehpreise für grosses Rindvieh waren im August robust und auf höherem Niveau als im Vorjahr (Tabelle 6.3). Die Preise für Schlachtkühe konnten dabei im Vergleich zum Vorjahr im August das hohe Niveau halten. Die Kälberpreise haben leicht zugenommen und befinden sich weiterhin deutlich über dem Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.4). Deutlich höher als im Vorjahr lagen im August die Tränkerpreise (Tabelle 6.5). Die Preise für Jager und Schlachtschweine waren rückläufig. Sie liegen schon seit April unter dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.6). Die Milchpreise haben ab dem Monat Mai etwas Aufwind erhalten (Tabelle 6.8). Der gewichtete Verkehrsmilchpreis lag im Juni um 1.6 Rappen höher als im Vorjahresmonat. Der Produzentenpreisindex lag im Juli um 1.1 % tiefer als im Vorjahresmonat. Verantwortlich dafür waren insbesondere tiefere Preise für Schweine und Frischgemüse (Tabellen 6.9 und 6.10). Die Rohholzpreise haben stark unter der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 gelitten. Seit 2016 liegen die Preise auf tieferem Niveau, variieren jedoch nur noch schwach (Tabelle 6.11). Der Einkaufspreisindex war auch im Juli leicht rückläufig (-0.5 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Zugenommen haben v.a. die Preise für Treibstoffe (Tabellen 6.13 und 6.14). Im Vergleich dazu stieg die allgemeine Teuerung um 0.3 % (Tabelle 6.20). International befinden sich die Preise für Milchfett auf einem erstaunlichen Höhenflug, während die Preise für Milcheiweiss auf tiefem Niveau verharren (Tabelle 6.25).

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"