Inhalt - Dezember 2017

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Dezember 2017

Grundlagen

Der Dezember 2017 brachte unbeständiges Wetter mit viel Niederschlägen und reichlich Schnee. Die Monatstemperatur lag im Mittel um 0,7 Grad unter der Norm 1981-2010.
Am 3. und 4. Januar durchzog das Sturmtief Burglind die Schweiz und brachte hohe Windgeschwindigkeiten und starke Niederschläge. Es kam teilweise zu erheblichen Schäden vor allem an Gebäuden und im Wald. Burglind war jedoch deutlich schwächer als die Stürme Vivian (27.02.1990) und Lothar (26.12.1999).

 

Pflanzenbau

Die Kartoffellager waren Ende November 2017 deutlich besser gefüllt als in den beiden Vorjahren. Die aktuellen Lagerbestände sind am ehesten mit denen des Jahres 2014 vergleichbar. Aufgrund des Veredlungsverkehrs ergab sich in der Zollstatistik ausnahmsweise sogar ein Exportüberschuss (Tabelle 2.1). Die Zuckerrübenkampagne wurde Ende 2017 mit durchschnittlichen Erträgen abgeschlossen. Das Resultat war deutlich besser als in den beiden Vorjahren. Während im Vertragsgebiet Frauenfeld durchschnittliche Zuckergehalte durch hohe Erträge kompensiert werden konnten, fielen in Aarberg tiefe Erträge bei hohen Zuckergehalten an (Tabelle 2.2). Die Bestände an Lagergemüse waren am 15. Dezember 2017 um mehr als 20 % höher als in den beiden Vorjahren. Das schöne Herbstwetter hat im November zu einer um 31 % höheren Gemüseproduktion als im Vorjahresmonat geführt. Kumuliert lag die Gemüseproduktion Ende November um 7,6 % höher als im Vorjahr (Tabelle 2.4). Ende November 2017 enthielten die Äpfel- und Birnenlager bloss 65 bzw. 25 % der Mengen im Vorjahr (Tabelle 2.7). Der Hauptgrund für die tiefen Lagerbestände ist die spärliche Ernte aufgrund der Spätfröste von Ende April.

 

Milchwirtschaft

Die Milchmenge steigt weiter kontinuierlich an. Für den November 2017 wurden die Milchanlieferungen um 3,1 % höher als im Vorjahr geschätzt (Tabelle 3.1). Von den mengenmässig bedeutenden Milchprodukten wurde im Oktober 2017 mehr produziert als im Vorjahresmonat (Tabelle 3.2). So wurde z.B. 6,8 % mehr Käse als im Vorjahresmonat hergestellt. Kumuliert lag die Gesamtproduktion noch unter dem Niveau des Jahres 2016. Beim Käse (+4,0 %), Jogurt (+4,3 %) und Konsumrahm (+1,1 %) war die Produktion 2017 bisher jedoch schon höher als im Vorjahr. Der Fettgehalt der Milch ist im Oktober 2017 mit 4,06 % wieder unter das Vorjahresniveau von 4,08 % gesunken (Tabelle 3.3). Ende Oktober waren nur noch 921 Tonnen Butter an Lager. Dieser Wert wurde letztmals im Dezember 2013 mit 783 Tonnen unterschritten (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Rindviehbestand war Ende November 2017 fast gleich gross wie am Ende des Vorjahrs (Tabelle 4.2). Der Milchkuhbestand hat um 0,9 % abgenommen, womit sich der Rückgang wieder etwas beschleunigt hat. Höher als in den beiden Vorjahren lagen Ende November die Bestände der Rinder von ein bis zwei Jahren (Tabelle 4.1). Die Schlachtgewichte des Gross- und Kleinviehs lagen mit Ausnahme der Ziegen im November 2017 generell höher als in den drei Vorjahren. Mit 91,6 kg Schlachtgewicht pro Tier wurde bei den Schweinen im November ein neuer Rekord aufgestellt (Tabelle 4.4). Die Schlachtungen von Kühen (-7,7%) und Kälbern (-4,8 %) waren deutlich weniger zahlreich als im Vorjahresmonat (Tabelle 4.5). Dafür wurden mehr Schafe (+8,5 %) und Ziegen (+10,1 %) geschlachtet. Die Inlandproduktion von Rindfleisch war damit weiterhin leicht rückläufig, jene von Kalbfleisch noch etwas deutlicher (Tabelle 4.8). Die Importe von Rind- und Kalbfleisch sind denn auch etwas angestiegen. Aufgrund der hohen Schlachtgewichte lag die Schweineproduktion im November 2017 um etwa 1 % höher als im Vorjahr, sowohl für den Monat wie auch kumuliert. Die Schaffleischproduktion lag im November um 10,7 % höher als im Vorjahresmonat, kumuliert war sie bis Ende November jedoch etwa gleich hoch wie im Vorjahr. Die Eierproduktion nahm im November weiter zu und lag kumuliert um 1,8 % höher als im Vorjahr (Tabelle 4.9). Dabei nahmen kumuliert auch die Importe von Eiern für die menschliche Ernährung leicht zu (+0,3 %). Die Produktion von Geflügelfleisch wuchs im November 2017 um 2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat, kumuliert betrug die Steigerung 1,3 % (Tabelle 4.11).

 

Aussenhandel 

Die Einfuhr von frischem Gemüse war im November und auch kumuliert bis Ende November nach Menge weiterhin deutlich rückläufig gegenüber dem Vorjahr (Tabelle 5.2). Die Importe von Milchprodukten nach Vollmilchäquivalenten lagen im November 2017 um 0,9 % tiefer als im Vorjahresmonat. Kumuliert betrug die Zunahme jedoch immer noch 0,3 % (Tabelle 5.5). Die Ausfuhren waren im November (-8,1 %) wie auch kumuliert (‑8,9 %) rückläufig. Die Käseexporte lagen bis und mit November kumuliert um 2,3 % höher als im Vorjahr, trotz einem Rückgang um 1,9 % im November (Tabelle 5.6). Die grössten Verluste im Export stammen vom Switzerland Swiss, anderem Frischkäse und Emmentaler AOP (Tabelle 5.7). Beim Frischkäse haben die Importe im November am stärksten zugenommen (Tabelle 5.8) und zwar um 5,9 %. Im November sind sowohl die Importe wie auch die Exporte von landwirtschaftlichen Produkten wertmässig angestiegen (Tabellen 5.9 und 5.10). Auch kumuliert ergeben sich Zunahmen von 4,6 % für die Importe und 4,1 % für die Exporte. Einen deutlich ansteigenden Trend wiesen im November 2017 die Importe von Pflanzenschutzmitteln auf, sowohl nach Gewicht wie auch nach Wert (Tabelle 5.15).

 

Preise

Seit Mitte 2017 wurden auf den Auktionen leicht höhere Preise für Kühe als in den drei Vorjahren realisiert (Tabelle 6.1). Die Preise für Bankvieh (Kategorien MT, RG und OB) und Verarbeitungstiere (Kategorien RV und VK) sind im Dezember weiter gesunken. Dabei fielen die Preise für Bankvieh schon im November unter das Niveau der beiden Vorjahre, während die Preise für Verarbeitungstiere den deutlichen Abstand zu den beiden Vorjahren halten konnten. Die Preise für Schlachtkälber gingen im Dezember leicht zurück, blieben jedoch höher als im Vorjahr (Tabelle 6.4). Der Rückgang bei den Tränkerpreisen hat sich im Dezember deutlich verlangsamt (Tabelle 6.5). Die Preise für Schlachtschweine haben sich seit September 2017 nicht mehr bewegt (Tabelle 6.6). Die Preise für Jager sind im Dezember saisongemäss deutlich angestiegen und haben das Niveau des Vorjahres erreicht (Tabelle 6.6). Die Lämmer- und Schafpreise waren im Dezember rückläufig. Die Preise für Schlachtlämmer lagen mit 11.29 CHF/kg unter dem Niveau der beiden Vorjahre. Der Produzentenpreisindex lag im November um 1,2 % über dem Vorjahresniveau (Tabellen 6.12 und 6.13). Negativ entwickelt haben sich die Preise im Pflanzenbau mit Ausnahme der Obstpreise sowie die Preise für Schlachtschafe. Bei der tierischen Produktion haben sich die Preise für Schlachtrinder und Geflügelprodukte verbessert. Auch die Milchpreise entwickelten sich positiv (Tabelle 6.11). Die Einkaufspreise landwirtschaftlicher Produktionsmittel lagen im November um 0,8 % höher als im Vorjahr (Tabellen 6.17 und 6.17). Vor allem die Preise für Energie und Düngemittel sind angestiegen, in etwas bescheidenerem Ausmass auch die Preise für Investitionsgüter sowie die Preise für deren Unterhalt.

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"