Inhalt - Januar 2017

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Januar 2017

Grundlagen

Der Dezember war vielerorts der niederschlagärmste Dezember seit Messbeginn 1864. In den höheren Lagen war es der viertwärmste seit Messbeginn. Das Wetter war zu einem grossen Teil von Hochdrucklagen bestimmt, mit ziemlich viel Nebel im Mittelland und sonnigem Wetter in höheren Lagen.

 

Pflanzenbau

Ende November waren die Kartoffellager insbesondere bei den Speisesorten etwas besser gefüllt als im sehr schlechten Vorjahr, jedoch deutlich schlechter als 2013 und 2014 (Tabelle 2.3). Es wurde in den Monaten Oktober und November jedoch schon deutlich mehr importiert als im Vorjahr. Frischgemüse wurde im November 8,9 % weniger als im Vorjahresmonat produziert. Kumuliert beträgt die Abnahme jedoch nur 2 % und mengenmässig dürfte das Resultat 2016 somit beinahe jenes des Jahres 2015 erreichen, jedoch etwa 5 % unter der Menge von 2014 liegen (Tabelle 2.6). Der Lagerbestand an Dauergemüse lag am 15. Dezember mit 81 343 Tonnen sogar geringfügig höher als im Vorjahr (Tabelle 2.8). Die Holznutzung im Schweizer Wald ging im Jahr 2015 gegenüber 2014 um 7,4 % zurück und betrug noch 4,6 Millionen Kubikmeter. Dies dürfte nicht zuletzt eine Folge des tiefen Eurokurses sein (Tabelle 2.12).

 

Milchwirtschaft

Die Inlandmilchanlieferung wird für November 2016 um 2,8 % tiefer als im Vorjahresmonat geschätzt. Die 12-Monats-Menge liegt damit jedoch erst um 0,6 % tiefer als zu demselben Zeitpunkt im Vorjahr (Tabelle 3.1). Dies ist auch in Tabelle 3.2 ersichtlich. Die Produktion von Butter und Dauermilchwaren weisen kumuliert immer noch eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr auf. Der Fett- und Eiweissgehalt lag im Oktober leicht unter den Werten des Vorjahres (Tabelle 3.3). Ende Oktober waren mit 5255 Tonnen 27,6 % mehr Butter am Lager als im Vorjahr (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Rindviehbestand geht zurzeit eher etwas langsamer zurück als im Vorjahr (Tabelle 4.2). Sehr hoch waren im November die Schlachtgewichte der Schweine, was ungewöhnlich ist, da das Angebot auf Weihnachten üblicherweise gute Abnahme findet und allfällige Rückstaus zu diesem Zeitpunkt beseitigt werden können (Tabelle 4.4). Im November wurde ausser bei Ziegen (-50 %) und Kälbern (-5 %) mehr geschlachtet als im Vorjahresmonat. Beim Bankvieh (Stiere, Ochsen, Rinder) resultierte ein Plus von 6,7 % (Tabelle 4.5). Der Aufwärtstrend beim Bankvieh setzt sich damit fort, während die Kälberschlachtungen weiter zurückgehen. Kumuliert hat die Fleischproduktion bei den Schweinen insbesondere auch aufgrund der hohen Schlachtgewichte bis November gegenüber dem Vorjahr nur um 1,1 % abgenommen (Tabelle 4.6). Die Eierproduktion nahm im November gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,2 % ab, hat kumuliert gegenüber dem Vorjahr jedoch immer noch einen Zuwachs von 1,2 % (Tabelle 4.9). Deutlich angestiegen sind im November dafür die Importe. Die Produktion von Schlachtgeflügel lag im November nur unwesentlich über dem Vorjahresniveau. Kumuliert besteht eine Zunahme von 4,5 % (Tabelle 4.11).

 

Aussenhandel

Die Milchbilanz im Aussenhandel (Tabelle 5.1) wird neu auf der Basis der Nahrungsmittelbilanz mit der Einheit Vollmilchäquivalente (VMA) erstellt. Ein Vollmilchäquivalent entspricht der verwertbaren Energie eines Liters Vollmilch (2800 Kilojoule). Die Importe haben kumuliert bis und mit November um 5,6 % zugenommen, die Exporte um 13 %. Interessant ist der Umstand, dass etwa ein Drittel des Milch- Aussenhandels gemessen in VMA über verarbeitete Produkte erfolgt. Die Käseexporte konnten im November deutlich zulegen und kumuliert bis November liegt die Menge inzwischen um 2,1 % über dem Vorjahr. Mengenmässig vielen v.a. die Zunahmen bei anderen Hartkäsen und Switzerland Swiss ins Gewicht (Tabelle 5.3). Die Importmenge steigerte sich im gleichen Zeitraum jedoch um 5,5 % (Tabelle 5.2).

 

Preise

Die Preise für grosses Schlachtvieh konnten im Dezember das Niveau ausser bei der Kategorie RV knapp halten und lagen damit leicht höher als im Vorjahr (Tabelle 6.3). Die Preise für Schlachtkälber gingen um 1 bis 2 % zurück und fielen damit unter das Vorjahresniveau (Tabelle 6.4). Weiter zurück gingen auf Jahresende die Preise für Tränkekälber (Tabelle 6.5). Der Preis für Schlachtschweine verharrte auf 3,60 CHF für Schweine QM franko Schlachthof, während die Preise für Ferkel leicht anstiegen, aber unter dem Vorjahresniveau blieben (Tabelle 6.6). Die Preise für Lämmer und Schafe blieben im Dezember stabil und lagen gleich hoch (SM2) oder leicht höher als im Vorjahr (Tabelle 6.8). Der Produzentenpreisindex stieg im November 2016 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,2 % an, Hauptursache sind die deutlich besseren Schlachtschweinepreise (Tabellen 6.12 und 6.13). Der Einkaufspreisindex ging im November 2016 gegenüber 2017 um 2,4 % zurück. Eine gewisse Gegenbewegung ergibt sich zurzeit bei den Energie- und Schmierstoffen, welche aufgrund steigender Erdölpreise teurer werden (Tabellen 6.16 und 6.17). Die Weltmarktpreise für landwirtschaftliche Güter tendieren fester als auch schon (Pflanzenbau) oder haben sogar deutlichen Aufwind (Milchprodukte). Etwas gebremst wurde der Höhenflug des Zuckerpreises (Tabellen 6.27, 6.28, 6.30).

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"