Inhalt - Juni 2017

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Juni 2017

Grundlagen

Der April war zweigeteilt. Die erste Hälfte glänzte mit sonnigem und mildem Wetter. Problematisch in dieser Phase war v.a. die zunehmende Trockenheit. Die zweite Hälfte brachte tiefe Temperaturen, Schneeschauer und Frostnächte. In der Nacht auf den 20. April sank die Minimumtemperatur 2 Meter über Boden auf -2 bis -4 Grad. Im Walliser Haupttal wurden -5,5 Grad gemessen und auf der Alpensüdseite -1,5 bis -2,5 Grad. In der Folgenacht wurde es noch kälter. Auf der Alpennordseite fielen die Temperaturen auf 3 bis 5 Grad, lokal teilweise noch tiefer, im Zentralwallis auf -5 Grad und auf der Alpensüdseite auf -1,5 bis -2,5 Grad. Diese Werte liegen im Rekordbereich für die zweite Frühlingshälfte. Vergleichbare Tiefsttemperaturen gab es nur in den Jahren 1997 und 1961. Am 26. April brachte Kaltluft aus dem Norden winterliche Verhältnisse und Schnee in der Nordschweiz. Die Vegetation wurde durch die späten Frostnächte und die Schneefälle zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt getroffen, zudem hatte sie auch noch einen Vorsprung von teilweise mehr als zwei Wochen. Auch Mais- und Rübenkulturen litten je nach Entwicklungsstand unter den Frostschäden. Der späte Schneefall hat auch den Futter- und Ackerbaukulturen zugesetzt. Die Schneelast hat die schon gut entwickelten Getreide-, Raps- und Grasbestände vielerorts niedergedrückt und stark geschädigt. Die Schäden können zurzeit noch nicht abschliessend geschätzt werden, auf vielen Betrieben dürfte die Ernte bei den Spezialkulturen jedoch völlig ausfallen.

 

Pflanzenbau

Die Kartoffelvorräte befanden sich Ende März auf sehr tiefem Niveau. Entsprechend hoch lagen die Importe (Tabelle 2.1). Trockenheit, Spätfröste und Schneefall haben den Ackerkulturen teilweise stark zugesetzt. Mais und Rüben wurden je nach Entwicklungsstand teilweise durch die Fröste geschädigt. Der Schneedruck hat v.a. gut entwickelten Kulturen von Raps, Getreide und Eiweisserbsen stark zugesetzt. Die Ernteaussichten haben sich sicher deutlich verschlechtert, das Ausmass lässt sich insgesamt aber noch kaum abschätzen (Tabelle 2.2). Die Schäden im Obst- und Rebbau sind allerdings noch bedeutend grösser. Die Gemüseproduktion lag im März 10 % tiefer als im Vorjahresmonat. Dies dürfte teilweise noch ein später Effekt des sehr kalten Januars sein (Tabelle 2.3). Der Lagerbestand bei Äpfeln und Birnen war Ende April ähnlich wie im Vorjahresmonat. Die Birnenlager sind aufgebraucht (Tabelle 2.6).

 

Milchwirtschaft

Die Milchmenge wird für den Monat März auf Vorjahresniveau geschätzt (Tabelle 3.1). Die Kuhschlachtungen lagen im ersten Quartal 2017 ja auch deutlich tiefer als im Vorjahr (Tabelle 4.6) und der Milchkuhbestand geht nur noch schwach zurück (Tabelle 4.3). Im Februar ist der Median des Fettgehalts der Milch vergleichsweise tief gesunken (4,16 %), während der Eiweissgehalt weiterhin über dem Vorjahreswert lag (Tabelle 3.3). Die Buttervorräte lagen Ende Februar mit 3512 Tonnen um 40 % tiefer als im Vorjahresmonat (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Die verfügbaren Futtermittel haben in der Schweiz 2015 nach Trockensubstanz gegenüber dem Vorjahr um 0,9 % abgenommen (Tabelle 4.1). Der Rückgang des Milchkuhbestandes hat sich 2017 stark verlangsamt. Er lag Ende März nur 0,3 % tiefer als im Vorjahr (Tabelle 4.3). Weiterhin hoch sind die durchschnittlichen Schlachtgewichte bei den Schweinen. Im März lag das durchschnittliche Schlachtgewicht 0,7 % höher als im Jahr 2016 und 1.8 % höher als im Jahr 2015 (Tabelle 4.5). Im März wurden mehr Bankvieh und Kälber geschlachtet als im Vorjahresmonat. Auch bei den Schweinen lagen die Schlachtzahlen höher, während sie bei den Kühen, Schafen, Ziegen und Pferden tiefer lagen (Tabelle 4.6). Bei den Schafen und Ziegen dürfte allerdings das späte Osterdatum einen grossen Einfluss haben. Wahrscheinlich ergibt sich im April eine gewisse Kompensation. Insbesondere die Kalb- und Schweinefleischproduktion lagen damit im März deutlich höher (+11 % bzw. +6,7 %) als im Vorjahresmonat (Tabelle 4.9). Stark zurückgegangen sind die Importe von Schaffleisch, sowohl im März (-38 %) wie auch kumuliert für das erste Quartal (-16 %). Weiter auf Wachstumskurs ist die Eierproduktion mit einer Zunahme von 2,9 % für den Monat März und von 1,4 % für das erste Quartal (Tabelle 4.10). Noch deutlicher sind die Importe angestiegen. Die Produktion von Geflügelfleisch nahm im März um 3,3 % zu und im ersten Quartal um 4,7 % (Tabelle 4.12).

 

Aussenhandel

Die Importe von ganzem Getreide haben mengenmässig im ersten Quartal 2017 um 24 % abgenommen, während die Importe von Müllereierzeugnissen (+9,4 %) und verarbeiteten Getreideprodukten (+1,5 %) zugenommen haben. Die Importe von frischem Gemüse haben im März um 4 % zugenommen, im ersten Quartal jedoch um 2,2 % abgenommen. Dabei stieg der Wert der Importe deutlich an (Tabelle 5.2). Umgerechnet in Vollmilchäquivalente haben die Importe von Milch im März wie auch im ersten Quartal leicht zugenommen. Deutlich zurückgegangen sind die Exporte (Tabelle 5.5). Die grösste Auswirkung hatte der Rückgang der Exporte von Dauermilchwaren, Butter und Käse. Nach Gewicht sind die Käseexporte im März um 10,1 % zurückgegangen, für das erste Quartal beträgt die Abnahme 4,0 % (Tabelle 5.6). Die Importe haben um 2,3 % (März) bzw. 1,7 % (kumuliert) zugenommen. V.a. Emmentaler AOP, Halbhartkäse und Greyerzer AOP mussten im März bei den Exporten Einbussen in Kauf nehmen (Tabelle 5.8). Die Einfuhr von Futtermitteln war 2017 bisher rückläufig. Im März nahmen die Einfuhren um 36,7 % ab, im ersten Quartal 2017 um 24,8 % (Tabelle 5.11). Zugenommen haben im Jahr 2017 mengenmässig die Einfuhren von Saatgut, Stroh und Pflanzenschutzmittel, während die Düngereinfuhren (-1 %) im ersten Quartal beinahe konstant blieben (Tabelle 5.16). Wertmässig deutlich abgenommen haben im ersten Quartal 2017 die Importe von Maschinen (-8,3 %).

 

Preise

Die Schlachtviehpreise für grosses Rindvieh lagen 2017 bisher immer über dem Vorjahresniveau. Aufgrund der geringen Kuhschlachtungen haben die Kuhpreise im April nochmals zugelegt (Tabelle 6.3). Die Preise für Schlachtkälber konnten das Preisniveau in den letzten zwei Monaten halten und liegen inzwischen deutlich über dem Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.4). Stark rückläufig entwickelten sich im April die Jagerpreise. Der Schlachtschweinepreis stieg zwar weiter an, lag im April jedoch leicht unter dem Vorjahresniveau (Tabelle 6.6). Die Preise für Lämmer und Schafe sind im April mit Ausnahme der Kategorie SM4 deutlich angestiegen (Tabelle 6.7). Die Preise für Gitzi verharrten im März aufgrund des späten Osterdatums beinahe auf dem Februar-Niveau (Tabelle 6.8). Die Produzentenmilchpreise nahmen im Februar ab. Ausser für Biomilch lagen sie unter dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.9). Der Produzentenpreisindex nahm im März gegenüber dem Vorjahr um 2,3 % zu. Gestützt wird der Index zurzeit v.a. durch die guten Preise beim Rind- und Kalbfleisch (Tabellen 6.10 und 6.11). Das Niveau der Einkaufspreise ging im März gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % zurück. Die grössten Zunahmen erfolgten bei den Erdölprodukten, während Düngemittel deutlich billiger wurden (Tabelle 6.16).

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"