Inhalt - November 2017

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - November 2017

Grundlagen

Der November brachte mehrmals Schnee bis in tiefere Lagen. Insgesamt waren die Niederschläge in vielen Regionen jedoch unterdurchschnittlich. Damit bleibt das Jahr weiterhin trocken (Tabelle 1.2). Die Temperaturen lagen beidseits der Alpen leicht höher als im langjährigen Mittel.

 

Pflanzenbau

Die Ertragsaussichten im Futterbau (inklusive Silomais) wurden im Herbst durch die meisten Betriebe als gut bis sehr gut eingeschätzt (Tabelle 2.2). Ende Jahr ist auf den meisten Betrieben genügend Raufutter vorhanden und viele Betriebe haben mehr Raufutter, als sie selber benötigen (Tabelle 2.1). Nach zwei eher ertragsschwachen Jahren, waren 2017 im Ackerbau meist gute bis sehr gute Erträge zu verzeichnen (Tabelle 2.6). Deshalb ist die Ernte von Getreide 2017 denn deutlich besser ausgefallen als in den beiden Vorjahren. Beim Brotgetreide gibt es sogar Überschüsse (Tabelle 2.3). Zugenommen hat die Erntemenge von Körnerleguminosen. Von zunehmender Bedeutung sind in diesem Bereich die Mischungen von Körnerleguminosen mit Getreide. Beim Raps wurden die hohen Erntemengen von 2014 und 2015 nicht erreicht, dafür waren die Erntemengen bei den Sonnenblumen und bei den Sojabohnen sehr hoch. Ende Oktober waren die Kartoffellager mit 91 139 Tonnen (Frischkonsum) bzw. 111 750 Tonnen (Verarbeitungsware) deutlich besser gefüllt als zum gleichen Zeitpunkt in den beiden Vorjahren (Tabelle 2.4).
 

Milchwirtschaft

Die Milchproduktion steigt seit vier Monaten wieder an und lag im September um geschätzte 2.3 % über dem Vorjahreswert (Tabelle 3.1). Im September hat die Verwertung zu Dauermilchwaren gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen (+19.4 %), während die Butterproduktion um 10.6 % abnahm (Tabelle 3.2). Der Fettgehalt der eingelieferten Milch war in den Sommermonaten eher tief bei einem vergleichsweise hohen Eiweissgehalt (Tabelle 3.3). In den letzten Jahren waren die Butterlager Ende August nur im Jahr 2013 (2576 Tonnen) kleiner als im aktuellen Jahr mit 3704 Tonnen (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Rindviehbestand lag Ende Oktober sozusagen gleich hoch wie ein Jahr zuvor. Der Rückgang des Milchkuhbestandes (-0,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat) hat sich wieder etwas beschleunigt, liegt aber immer noch tiefer als im Vorjahr (Tabelle 4.2). Zugenommen hat der Bestand der Tiere mit einem Alter von 1 bis 2 Jahren (Tabelle 4.1). Deutlich schwerer als vor Jahresfrist waren im Oktober die Schlachtgewichte von Rindern, Ochsen, Stieren und Schweinen (Tabelle 4.4). Ausser bei den Kühen und Equiden wurde im Oktober mehr Gross- und Kleinvieh geschlachtet als im Vorjahr (Tabelle 4.5). Deutlich gestiegen sind die Schweineschlachtungen (+4,2 %). Dies hat jedoch noch zu keinem Rückgang der Importe von Schweinefleisch geführt (Tabelle 4.8). Weiter auf Wachstumskurs liegt die Eierproduktion (Oktober +4,9 %, kumuliert + 1,6 %). Die Geflügelfleischproduktion lag im Oktober um 8,1 % über dem Vorjahresniveau, kumuliert beträgt die Zunahme gegenüber dem Vorjahr allerdings nur 1,2 % (Tabelle 4.11).

 

Aussenhandel

Die Importe von frischem Gemüse waren sowohl im Oktober (-11,2 %) wie auch kumuliert (-5,8 %) nach Menge rückläufig (Tabelle 5.2). Demgegenüber werden bei Früchten und Nüssen nach Menge geringfügige  Zunahmen der Importe (Oktober +1,1, kumuliert +2,9 %) verzeichnet. Bei der Einfuhr von Gemüse-, Fruchtzubereitungen und Getränken fällt v.a. der Rückgang bei der Position Wasser und Mineralwasser ins Gewicht (Tabelle 5.4). Die Exporte von Milchprodukten nach Vollmilchäquivalenten waren im Oktober (-0,9 %) und auch kumuliert (-9,1 %) gegenüber dem Vorjahr rückläufig, während die Importe weiter zunahmen (Tabelle 5.5). Die Käseexporte stiegen im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,4 % an (Tabelle 5.6). Noch deutlicher stiegen jedoch die Importe. Die Einfuhren landwirtschaftlicher Produkte sind im Oktober wertmässig um 9,4 % angestiegen, kumuliert um 4,0 % (Tabelle 5.9).

 

Preise

Die Preise von Rindern, Ochsen und Stieren fielen im Oktober erstmals unter das Vorjahresniveau (Tabelle 6.3). Die Preise für Verarbeitungstiere gingen ebenfalls zurück, lagen aber weiterhin deutlich über den Vorjahrespreisen. Die Preise für Schlachtkälber entwickelten sich stabil mit dem hohen Preis von 16,19 CHF/kg SG für die Kategorie KV T3 QM (Tabelle 6.4). Die Preise für Tränkekälber standen im Oktober weiterhin unter Druck und sackten weiter ab (Tabelle 6.5). Die Schweinepreise und die Jagerpreise verharrten auf gleichbleibend tiefem Niveau (Tabelle 6.6). Die Zunahme der Schlachtungen und die steigenden Schlachtgewichte der Schweine lassen keine Verbesserung erwarten. Rückläufig waren die Preise für Lämmer und Schlachtschafe (Tabelle 6.7). Vor allem die Lämmerpreise gaben mehr nach als in den beiden Vorjahren. Der Produzentenpreisindex lag im Oktober um 1,1 % höher als im Vorjahr (Tabelle 6.10). Die Zunahme stammt von der tierischen Produktion, während die Preise im Pflanzenbau eher tiefer als im Vorjahr oder stabil waren. Bei den Einkaufspreisen landwirtschaftlicher Produktionsmittel war im Oktober eine leichte Teuerung gegenüber dem Vorjahr von 0,5 % zu verzeichnen (Tabelle 6.14). Teurer waren v.a. Erdölprodukte, Düngemittel sowie Maschinen und Geräte.

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"