Inhalt - April 2018

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - April 2018

Grundlagen

Der April 2018 war der zweitwärmste seit Messbeginn 1864. Südföhn und Hochdrucklagen sorgten für sehr sonniges und warmes Wetter. Dies führte zu einer beschleunigten Schneeschmelze in den Bergen. Dank den warmen Temperaturen konnte die Vegetation den leichten Rückstand vom Monatsbeginn aufholen. Die rasante Entwicklung führte dazu, dass die Blüte von Kirsch-, Birnen- und Apfelbäumen fast gleichzeitig erfolgte. Die Kirschbäume blühten 4 Tage vor dem Mittel von 1981-2010, die Birnbäume 7 Tage und die Apfelbäume 9 Tage früher. Aufgrund des schönen Wetters war Regen Mangelware. In der Nordschweiz lagen die Regenmengen unter 30 % der Monatsnorm, im östlichen Mittelland sogar unter 10 % der Monatsnorm. Weitverbreitet sind auf der Alpennordseite dringend Niederschläge notwendig.

 

Pflanzenbau

Die Ackerkulturen präsentieren sich im Allgemeinen gut (Tabelle 2.1). Unterschiedlich präsentieren sich die Bestände von Wintergerste und Eiweisserbsen, bei denen die Beurteilungen von ungenügend bis ausgezeichnet gehen. Damit sind die Aussichten auf ein gutes Ackerbaujahr zurzeit intakt. Eine deutliche Zunahme der Erntemengen sind beim Dinkel und beim Raps aufgrund der Flächenzunahme zu erwarten (Tabelle 2.2). Ende April war es eher trocken. Niederschläge wären in vielen Gegenden sehr willkommen. Der Wassermangel war im Vorjahr jedoch deutlich grösser. Die Kartoffellager waren Ende März mit 34 220 Tonnen Speisekartoffeln für den Frischkonsum und 33 279 Tonnen für die Veredlungsindustrie noch gut gefüllt (Tabelle 2.3). Entsprechend haben die Importe erst zögerlich eingesetzt. Die Gemüseproduktion lag im März um 2,4 % über dem Vorjahresniveau (Tabelle 2.4), die durchschnittlichen Preise lagen leicht tiefer (Tabelle 2.5). Die Lager von Dauergemüse waren am 15. April mit 32 172 Tonnen deutlich besser bestückt als in den beiden Vorjahren (Tabelle 2.6). Zur Mangelware werden die inländischen Äpfel, bei denen die Lager Ende März weniger als die Hälfte der jeweiligen Menge in den Vorjahren enthielten (Tabelle 2.7).

 

Milchwirtschaft

Für den Monat März wird die Milchproduktion auf 310 500 Tonnen geschätzt, womit sich der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat auf 1,3 % verringert (Tabelle 3.1).  Die 12-Monats-Menge liegt damit bei 3,44 Millionen Tonnen. Bei der Milchverwertung wurden im Februar im Vergleich zum Vorjahr Zunahmen bei Butter(+18,1 %), Dauermilchwaren (+12,0 %) und etwas weniger ausgeprägt beim Käse (+1,3 %) festgestellt. Die Milchgehalte lagen im Februar mit 4,25 % Fett und 3,37 % Eiweiss sehr hoch (Tabelle 3.6).

 

Viehwirtschaft

Der Rindviehbestand lag Ende März um 0,4 % tiefer als im Vorjahr. Der Milchkuhbestand nahm gegenüber dem Vorjahresmonat um 7699 Kühe bzw. 1,4 % ab (Tabelle 4.2). Damit hat sich der Rückgang der Milchkühe wieder verstärkt. Weiterhin hoch liegen die Bestände von ein- bis zweijährigem Rindvieh, was der hohen Bankviehproduktion der letzten Zeit entspricht (Tabelle 4.3). Die Schlachtgewichte lagen beim Gross- und Kleinvieh im März sehr hoch (Tabelle 4.5). Insbesondere der Wert von 317 kg pro Schlachtkuh ist ein absoluter Rekord. Die Interpretation der hohen Schlachtgewichte ist allerdings sehr unterschiedlich: Beim Bankvieh werden sie wohl durch die schwächelnde Nachfrage und den dadurch hervorgerufenen Rückstau verursacht, während Schlachtkühe aufgrund hoher Preise vermehrt ausgemästet werden. Im März wurde deutlich weniger Grossvieh geschlachtet als im Vorjahr, dafür gingen aufgrund des frühen Ostertermins deutlich mehr Schafe und Ziegen in den Schlachthof (Tabelle 4.6). Die Inlandproduktion von Eiern hat im März gegenüber dem Vorjahr um 4.5 % zugenommen (Tabelle 4.10). Dafür haben die Importe (-10,4 %) und der Gesamtverbrauch (-2,1 %) abgenommen. Für die Geflügelfleischproduktion wurden auf der Basis einer Umfrage bei den Geflügelschlächtereien die Schlachtausbeute und die Faktoren für die Umrechnung in verkaufsfertiges Fleisch neu bestimmt. In der Folge wurden auch die Daten des Jahres 2017 revidiert.  

 

Aussenhandel 

Die Importe von Gemüse haben im März (-5,0 %) und im ersten Quartal (-10,9 %) nach Gewicht abgenommen (Tabelle 5.2). Wertmässig war der Rückgang noch deutlicher. Demgegenüber nahmen die Importe von Früchten sowohl im März (+18,7%) wie auch im ersten Quartal (+8,4 %) gegenüber dem Vorjahr mengenmässig zu (Tabelle 6.3). Milchprodukte wurden innerhalb des Zollkapitels 4 nach Vollmilchäquivalenten im März 1,5 % mehr und im ersten Quartal 5,8 % mehr importiert als 2017. Unter der Berücksichtigung der weiteren Zollkapitel ergibt sich im März insgesamt eine Abnahme der Importe von Milch und Milchprodukten (auch in verarbeiteter Form) um 1,4 %, im ersten Quartal 2018 jedoch eine Zunahme um 3,8 % (Tabelle 5.5). Die Exporte haben in den gleichen Zeitabschnitten zugenommen, wichtig war dabei die Zunahme der Schokoladeexporte (Zollkapitel 18). Die Käseexporte entwickelten sich auch im März (+12,3 %) gegenüber dem Vorjahr sehr positiv. Für das erste Quartal ergibt dies die rekordverdächtige Exportmenge von 17 093 Tonnen (Tabelle 5.6). Damit sind die Exporte im März stärker angestiegen als die Importe. Erfreulich ist auch die Entwicklung der durchschnittlichen Exportpreise. Man muss bis 2014 zurückgehen, um höhere Preise zu finden. Profitiert haben v.a. Gruyère AOP und Emmentaler AOP, während die Sorte Switzerland Swiss im März den grössten Rückgang hinnehmen musste (Tabelle 5.7). Im ersten Quartal 2018 wurden mit Ausnahme von Stroh (+22,4 %) mengenmässig deutlich weniger Produktionsmittel importiert als 2017 (Tabelle 5.15). Wertmässig resultierte beim Stroh und aufgrund höherer Preise auch beim Dünger eine Zunahme.

 

Preise

Die Preise für Muni, Ochsen und Rinder stehen seit Jahresbeginn unter Druck und waren auch im April deutlich tiefer als in den beiden Vorjahren. Im April resultierte nochmals eine leichte Abnahme. Weiterhin stabil und auf hohem Niveau waren im April die Preise für Schlachtkühe VK, während die Preise für die Kategorie RV leicht nachgaben und nun unter dem Vorjahresniveau abschlossen (Tabelle 6.3). Stabil und sozusagen auf Vorjahresniveau entwickelten sich die Preise für Schlachtkälber (Tabelle 6.4). Die Preise für Tränkekälber stiegen saisongemäss weiter an (Tabelle 6.5). Die Preise für Jager und Schlachtschweine entwickelten sich ähnlich wie im Vorjahr bzw. auf leicht höherem Niveau (Tabelle 6.6). Die Preise für Lämmer und Schlachtschafe blieben seit Jahresbeginn sozusagen unverändert (Tabelle 6.7). Ausser bei der Kategorie SM4 lagen die Preise dabei unter dem Vorjahresniveau. Der Produzentenpreisindex lag im März um 3,2 % über dem Vorjahreswert (Tabellen 6.10 und 6.11). Ausschlaggebend waren dabei die höheren Milchpreise. Der Einkaufspreisindex landwirtschaftlicher Produktionsmittel wurde revidiert und auf die Basis Januar 2018=100 umgestellt. Zur Gewichtung wurde die landwirtschaftliche Gesamtrechnung 2012 verwendet, die auch für den aktuellen Produzentenpreisindex die Gewichtung liefert. Die neue Methode wird ab Januar 2018 verwendet. Für den Vergleich mit den anderen Preisindices wird der Einkaufspreisindex weiterhin auf die Basis Dezember 2015=100 umgerechnet (Tabellen 6.14 und 6.15).

Produktionswert der Schweine- und Geflügelhaltung in % des tierischen Produktionswertes

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"