Inhalt - August 2018

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - August 2018

Grundlagen

Der August 2018 war der drittwärmste seit Messbeginn. Vor allem die West- und die Nordwestschweiz erhielten auch im August wenig Regen. Einzelne Gebiete erhielten nur 20 bis 30 % der Norm 1981 2010. Auch der Sommer insgesamt war der drittwärmste nach dem Sommer 2015 und 2003. Zudem war er ausgesprochen regenarm. Im landesweiten Mittel fielen nur 63 % der Norm 1981-2010. Ähnlich regenarm waren letztmals die Sommer 1983 und 1984. Dabei verstärkten im aktuellen Jahr die sehr hohen Temperaturen die Verdunstung und damit den Wassermangel. Der warme Sommer beschleunigte die Entwicklung der Vegetation und der Fruchtreife massiv. Der Vorsprung beträgt je nach Pflanzenart zwei bis drei Wochen gegenüber dem Mittel der Periode 1981-2010. 

Für den Juli 2018 wurden 1711 Hagelschäden gemeldet. Das sind weniger Fälle als im Vorjahr (2131), aber deutlich mehr als in den Jahren 2015 (551) und 2016 (574).

Pflanzenbau

Die Gemüseproduktion hat im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,6 % abgenommen und ist damit auf das Niveau des Jahres 2016 gefallen. Kumuliert bis und mit Juli ist die Menge nun fast gleich (+0,2 %) wie im Vorjahr (Tabelle 2.1). Die Obsternte 2018 fällt gemäss Schätzung des Obstverbandes sehr reichlich aus (Tabelle 2.4). Eine vergleichbare Obsternte gab es letztmals in den Jahren 2011 und 2014. Auch beim Mostobst wird 128 892 Tonnen Äpfel und 11 552 Tonnen Birnen eine sehr grosse Ernte geschätzt (Tabelle 2.3). 

 

Milchwirtschaft

Für den Juli wird erstmals in diesem Jahr ein deutlicher Rückgang der Menge (-0.5 %) gegenüber dem Vorjahr geschätzt (Tabelle 3.1). Wahrscheinlich machen sich nun die ersten Auswirkungen des Trockenjahres bemerkbar. Der seit Juni des letzten Jahres anhaltende Anstieg der Milchmenge dürfte damit vorerst beendet sein. Deutlich mehr Milch als im Vorjahr wurde im Juni zu Dauermilchwaren (+11,2 %) und Käse (+0,9 %) verarbeitet. Im ersten Semester 2018 nahm v.a. die Verwertung zu Butter (+10,3 %), Dauermilchwaren (+8,5 %) und Käse (+1,5 %) zu. Der Fett- und Eiweissgehalt der Milch war im ersten Semester 2018 im Mittel höher als in den beiden Vorjahren (Tabelle 3.6). 

 

Viehwirtschaft

Der Milchkuhbestand ist im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 6324 Kühe auf 543 918 Kühe gesunken (Tabelle 4.1). Damit kann trotz der Trockenheit noch kein beschleunigter Rückgang festgestellt werden. Die Auffuhren von Rindern auf den Schlachtviehmärkten der Proviande lagen im Juli mit 4885 Stück sogar leicht tiefer als im Vorjahr (5000 Stück). Höher als im Vorjahresmonat lagen im Juli 2018 die Schlachtgewichte beim Rindvieh, den Schweinen und den Schafen (Tabelle 4.4). Im Juli wurden mehr Grossvieh (+4,1 %), Schweine (+1,3 %) und Schafe (+20,3 %) als im Vorjahresmonat geschlachtet (Tabelle 4.5). Die Kälberschlachtungen gingen um 1,3 % zurück. Die Inlandproduktion von Rindfleisch nahm damit im Juli um 6,2 % zu (Tabelle 4.7). Die Produktion von Kalbfleisch blieb aufgrund höherer Schlachtgewichte sozusagen konstant (+0,1 %), während jene von Schweinefleisch (+2,6 %) und von Schaffleisch (+20,8 %) zunahm. Weiter angestiegen ist im Juli die Eierproduktion (+6,8 %). Kumuliert ergibt sich eine Zunahme um 5,5 % (Tabelle 4.9). Auch die Produktion von Schlachtgeflügel stieg im Juli (+12,0 %) weiter an, kumuliert beträgt die Zunahme 4,8 % (Tabelle 4.10). Die Importe nahmen 2018 bisher kumuliert um 6,0 % zu. 

 

Aussenhandel 

Die Käseexporte nahmen mengenmässig im Juli um 2,1 % ab. Kumuliert ergibt sich gegenüber dem Vorjahr immer noch eine Zunahme um 5,2 % (Tabelle 5.6). Vom Rückgang am meisten betroffen waren der Emmentaler AOP und der Switzerland Swiss. Eine Zunahme konnte bei Le Gruyère AOP realisiert werden (Tabelle 5.7). Im Juli wurde dafür 11,5 % mehr Käse als im Vorjahrjahresmonat importiert, kumuliert beträgt die Zunahme jedoch nur 4,3 %. Bei den Importen von Produktionsmitteln kann bisher nur beim Stroh eine deutliche Zunahme der Menge (kumuliert +19,9 %) festgestellt werden (Tabelle 5.15). Deutlich angestiegen sind jedoch die Durchschnittspreise bei den Produktionsmittelpreisen. Die Zunahme des Importwertes der Maschinen und Geräte dürfte denn zumindest bei den kumulierten Zahlen vor allem auf dem Teuerungseffekt beruhen.

 

Preise

Die Preise für Verarbeitungstiere sind im August 2018 regelrecht abgestürzt. Die Entwicklung verlief fast gleich wie 2016 (Tabelle 6.3). Demgegenüber konnten sich die Preise für das Bankvieh einigermassen halten. Die Preise für Schlachtkälber konnten sich saisongemäss leicht verbessern (Tabelle 6.4). Die Tränkerpreise haben den Peak im Juli erreicht und waren im August nun leicht rückläufig (Tabelle 6.5). Stark gesunken sind im August die Preise für Schlachtschweine und Jager (Tabelle 6.6). Die Entwicklung des Schlachtgewichts (Tabelle 4.4) deutet auf ein zu hohes Angebot. Auch die Preise von Lämmern und Schlachtschafen waren im August im Gegensatz zur Entwicklung in den beiden Vorjahren rückläufig. Hauptgrund dürfte das deutlich höhere Angebot sein (Tabelle 6.7). Positiv entwickelten sich im Juli die Milchpreise (Tabelle 6.8). Die inzwischen stabilere Milchproduktion dürfte den Preis weiter stützen. Der Produzentenpreisindex hat gegenüber dem Vorjahr um 2,3 % abgenommen (Tabellen 6.9 und 6.10). Die Preisentwicklung war im Juli bei den meisten Positionen negativ. Der Einkaufspreisindex ist innert Jahresfrist um 3,0 % gestiegen (Tabellen 6.13 und 6.14). Aufgrund des stärkeren Eurokurses steigt das Preisniveau generell an. Besonders stark ist die Teuerung bei Energie- und Schmierstoffen aufgrund des stark gestiegenen Erdölpreises. Die Jahresteuerung lag im Juli gemäss Landesindex der Konsumentenpreise bei 1,2 % (Tabelle 6.20). Aufgrund der Trockenheit in Europa und höheren Transportkosten in der Schifffahrt sind die Börsenpreise für Pflanzenbauprodukte in Deutschland angestiegen (Tabelle 6.24). Eine Ausnahme bilden hier nur die Extraktionsschrote. Die Preise für Milchprodukte waren in Europa im August zwar leicht rückläufig und bewegten sich unter dem Niveau des Vorjahres, sie blieben aber deutlich höher als 2015 und 2016 (Tabelle 6.25).

Schätzung der Schweizer Ackerfläche 2018

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"