Inhalt - Februar 2018

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Februar 2018

Grundlagen

Der Februar war einer der trübsten Februarmonate der letzten 30 Jahre und brachte verbreitet nur etwa die Hälfte der im Februar üblichen Sonnenstunden. Auf der Alpensüdseite fielen nur 20 bis 30 Prozent der normalen Regenmenge, am Alpennordhang waren es 40 bis 90 Prozent. Schnee fiel selten und in geringen Mengen. Am Monatsende führte eine sibirische Kältewelle für tiefe Temperaturen. An den letzten beiden Tagen sank die Temperatur auch im Flachland bis auf -10 Grad und tiefer. Damit wurde auch die Vegetationsentwicklung vorerst gestoppt.

 

Pflanzenbau

Die Kartoffellager waren Ende 2017 deutlich besser gefüllt als in den beiden Vorjahren (Tabelle 2.1). Die Gemüseproduktion startete im wettermässig sehr milden Januar mit höheren Mengen als in den beiden Vorjahren (Tabelle 2.2). Am 15. Februar waren die Bestände an Lagergemüse deutlich grösser als in den beiden Vorjahren (Tabelle 2.4). Massiv schlechter gefüllt als in den beiden Vorjahren sind die Äpfel- und Birnenlager. Die Birnenlager waren Ende Januar schon so gut wie leer (Tabelle2.5). 2017 wurde eine unterdurchschnittliche Weinmosternte eingefahren. Die Menge war kleiner als in den vier vorhergehenden Jahren (Tabelle 2.6).

 

Milchwirtschaft

Die für den Januar geschätzte Milchmenge liegt um 6.5 % höher als im Vorjahresmonat. Die Milchmenge steigt offensichtlich mit zunehmender Geschwindigkeit (Tabelle 3.1). 2017 nahm die Menge der zu Käse verwerteten Milch deutlich zu (+4,1 % gegenüber dem Vorjahr) und erreichte fast das Niveau von 2014 (Tabelle 3.2). Die Produktion von Käse nahm allerdings gegenüber dem Vorjahr nur um 2,4 % zu. Dies lässt sich erstens mit dem zeitlichen Abstand der beiden Grössen und zweitens mit der je nach Käsesorte variablen Ausgangsmilchmenge erklären. Sehr tief war 2017 die Butterproduktion, was sich teilweise mit dem tiefen Fettgehalt der Milch (Tabelle 3.6) bei gleichzeitig sinkender Milchmenge erklären lässt.

 

Viehwirtschaft

Der Bestand weiblicher Rinder von 1-2 Jahren lag Ende 2017 sehr hoch, was einerseits auf der Zunahme der Grossviehmast beruht, aber auch auf eine Verstärkung des Milchviehbestandes hindeuten könnte (Tabelle 4.2). Allerdings hat sich die Abnahme des Milchkuhbestandes in den letzten Monaten wieder beschleunigt (Tabelle 4.1). Die durchschnittlichen Schlachtgewichte von Gross- und Kleinvieh lagen im Januar sehr hoch (Tabelle 4.4). Auch die Schlachtungen waren im Januar 2018 im Vergleich mit Januar 2017 sehr zahlreich, mit Zunahmen von +3,3 % (Schweine) bis +24,8 % (Stiere). Wahrscheinlich ist dies auch eine Kompensation für die ausgesprochen spärlichen Schlachtungen im Dezember 2017 (Tabelle 4.5). Nur bei einigen Teilkategorien (männliche Kälber, Schlachtsauen) gingen die Schlachtungen gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Die Eierproduktion stieg im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,1 % an (Tabelle 4.9). Die Schlachtgeflügelproduktion lag im Januar um 1,6 % höher als vor einem Jahr (Tabelle 4.10). Rückläufig waren im Januar die Importe (-14,2 %), womit auch die verfügbare Menge an Geflügelfleisch im Vergleich zum Vorjahresmonat abnahm (Tabelle 4.11).

 

Aussenhandel 

Die Einfuhr von Milch und Milchprodukten ist im Januar gegenüber der Vorjahresperiode um 7,4 % angestiegen (Tabelle 5.5). Die Ausfuhren entwickelten sich deutlich schwächer. Ein Lichtblick sind die Käseexporte mit einer mengenmässigen Zunahme von 14 % (Tabelle 5.6). Gleichzeitig nahmen die Importe um fast 16 % zu. Viele Sorten konnten von der Steigerung profitieren. Nach Menge steht der Gruyère AOP mit einem Plus von 256 Tonnen an der Spitze (Tabelle 5.7). Sehr tief lagen im Januar die Fleischimporte, was durch die hohen Schlachtungen bedingt sein dürfte (Tabelle 5.9). Mengenmässig wurden mit Ausnahme des Strohs im Januar weniger landwirtschaftliche Produktionsmittel importiert als vor Jahresfrist. Wertmässig erfolgte v.a. bei den Maschinen und Geräten eine deutliche Zunahme (Tabelle 5.15). Gemessen in reinem Alkohol hat die Einfuhr von Spirituosen im Jahr 2017 stagniert (Tabelle 5.16).

 

Preise

Die Preise für Stiere, Rinder und Ochsen lagen 2018 bisher deutlich tiefer als in den beiden Vorjahren. Dafür verantwortlich ist das reichliche Angebot (Tabelle 6.3).  Die Kuhpreise liegen trotz leichter Abwärtstendenz weiterhin höher als in den beiden Vorjahren. Die Preise für Schlachtkälber waren im Februar rückläufig, konnten aber das Niveau der beiden Vorjahre halten (Tabelle 6.4). Der Preis für die Schlachtschweine bleibt weiterhin bei 3.60 CHF/kg (QM ab Hof). Die Jagerpreise sind im Februar saisongemäss deutlich angestiegen und liegen auf Vorjahresniveau (Tabelle 6.6). Die Preise für Lämmer und Schlachtschafe entwickeln sich konstant, liegen mit Ausnahme der Preise für Schlachtschafe der Kategorie SM4 aber leicht unter Vorjahresniveau. Der Produzentenpreisindex lag im Januar um 2,1 % höher als vor Jahresfrist (Tabellen 6.10 und 6.11), dies ist v.a. eine Folge der höheren Milchpreise (Tabelle 6.9). Auf dem Weltmarkt besteht weiterhin ein grosser Unterschied bei den Preisen für Butter und Magermilchpulver. Milchfett bleibt weiterhin gesucht, während die Preise für Magermilchpulver auf einem sehr tiefen Niveau liegen (Tabelle 6.25).

 

 

 

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"