Inhalt - Oktober 2018

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Oktober 2018

Grundlagen

Der Oktober war warm, mild, niederschlagsarm und ausgesprochen sonnig. In einzelnen Regionen war es einer der sonnigsten Oktobermonate seit Messbeginn. Locarno registrierte am 24. Oktober den ersten Schweizer Hitzetag im Oktober mit 30,5 Grad. Grosse Niederschlagsmengen fielen Ende Oktober auf der Alpensüdseite sowie im angrenzenden Gebiet vom Oberwallis über die Gotthardregion bis nach Graubünden. Im westlichen Tessin fielen 300 bis 420 mm Niederschlag. In den nördlichen Alpen fiel zum Teil reichlich Neuschnee. Am östlichen Alpennordhang fiel Schnee bis auf 500 Meter. Mit dem September 2018 endete das wärmste oder zweitwärmste Sommerhalbjahr seit Messbeginn 1864. Das schöne Wetter erleichterte natürlich die verbleibenden Feldarbeiten und die Saat von Winterfrüchten. In vielen Regionen der Nordschweiz wäre Regen jedoch weiterhin dringend notwendig für das Gedeihen der Wintersaaten wie auch für den Grundwasserstand und die Quellen (Tabelle 1.2). Mit 4625 Hagel-Schadenmeldungen bis Ende September wird das Jahr 2018 als unterdurchschnittliches Hageljahr in Erinnerung bleiben (Tabellen 1.4/1.5). Der Bestand der in der Landwirtschaft erwerbstätigen, nicht ständigen ausländischen Wohnbevölkerung ist 2018 leicht angestiegen (Tabelle 1.7).

 

Pflanzenbau

2018 waren mit 26 935 Tonnen mehr Pflanzkartoffeln als in den Vorjahren verfügbar. Deutlich angestiegen ist der Anteil der Bio-Pflanzkartoffeln, von 4,1 % im Jahr 2017 auf 5,5 % im laufenden Jahr (Tabelle 2.1). Agria war erneut die wichtigste Sorte. Die Zuckergehalte der Zuckerrüben waren im laufenden Jahr im Gegensatz zu den Resultaten des Jahres 2017 bisher in der Ostschweiz höher als in der Westschweiz (Tabelle 2.2). Die Verarbeitung startete in den beiden Zuckerfabriken mit deutlich geringeren Mengen als in den Vorjahren. Die Gemüseproduktion lag im September unter den Mengen der beiden Vorjahre und liegt kumuliert bisher um 1,5 % tiefer als 2017 (Tabelle 2.3).

 

Milchwirtschaft

Für den Monat September wird die Milchmenge um 0,3 % tiefer als für den Vorjahresmonat geschätzt. Damit stabilisiert sich die Milchproduktion, was auf eine weiterhin positive Entwicklung der Milchpreise hoffen lässt (Tabelle 3.1). Im August hat v.a. die Verwertung zu Käse gegenüber dem Vorjahr zugenommen, was ein weiteres positives Zeichen ist (Tabelle 3.2).

Viehwirtschaft

Der Rückgang des Rindviehbestandes und v.a. des Milchkuhbestandes hat sich im September leicht beschleunigt, ist aber nicht dramatisch (Tabelle 4.1). Deutlich gesunken ist innert Jahresfrist der Bestand weiblicher Tiere mit einem Alter von ein bis zwei Jahren (Tabelle 4.2). Die durchschnittlichen Schlachtgewichte von Stieren, Ochsen, Rindern und Kälbern liegen weiterhin höher als in den Vorjahren. Bei den Kühen ist das Gewicht fast auf das Niveau der beiden Vorjahre gefallen. Bei Schweinen und Schafen lagen die Schlachtgewichte im September tiefer als im Vorjahr (Tabelle 4.4). Bei den Kühen ist der Rückgang der Schlachtgewichte wohl die Folge des leicht beschleunigten Bestandesrückgangs. Bei den Schweinen sind die tieferen Schlachtgewichte ein Hinweis darauf, dass sich die Marktlage etwas entspannt hat. Im September wurden im Vergleich zum Vorjahr etwas mehr Kühe (+4,8 %), Ochsen (+2,3 %), Kälber (+1,1 %) und Ziegen (+9,6 %) geschlachtet. Deutlich zurück gingen die Schlachtungen von Schweinen (-13,4 5). Die Inland-Fleischproduktion hat kumuliert bis Ende September beim Rindfleisch (+7,3 %), Kalbfleisch (+0,4 %) und Schaffleisch (+11,6 %) gegenüber dem Vorjahr zugenommen (Tabelle 4.8). Beim Schweinefleisch hat die Produktion leicht abgenommen (-2,1 %). Die Eierproduktion stieg auch im September an und erreicht kumuliert eine Zunahme von 5,1 % (Tabelle 4.9). Weiter auf Wachstumskurs ist auch die Produktion von Geflügelfleisch (Tabelle 4.11).

 

Aussenhandel 

Sowohl die Importe (-8,3 %) wie auch die Exporte (-7,6 %) von Käse lagen im September tiefer als im Vorjahr (Tabelle 5.6). Deutliche Zunahmen erzielten Raclette Suisse® und Weichkäse, die grössten absoluten Abnahmen waren bei Fertigfondue, anderem Halbhartkäse und Gruyère AOP zu verzeichnen (Tabelle 5.8). Die Importe von Futtermitteln haben im September v.a. aufgrund der stark gestiegenen Heuimporte gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Kumuliert wurden bis Ende September jedoch nach Gewicht insgesamt 3,3 % weniger Futtermittel eingeführt als 2017 (Tabelle 5.11). Die Ursache dafür dürfte die gute Inlandernte des Jahres 2017 sein, welche im laufenden Jahr einen tieferen Importbedarf von Futtergetreide zur Folge hat. Bis Ende September wurden mengenmässig auch weniger Saatgut (-13,4 %) und Pflanzenschutzmittel (-22.2 %) als im Vorjahr eingeführt, dafür mehr Stroh (+29,9 %). Die Strohimporte haben ab August deutlich zugenommen. Die Importe von Dünger (+0,8 %) sind nur wenig angestiegen (Tabelle 5.15). Zugenommen hat der kumulierte Wert der importierten Maschinen (+7,5 %), obwohl im September die Importe gegenüber dem Vorjahr abgenommen haben (-8,3 %).

 

Preise

Die Preise für Muni, Ochsen und Rinder haben sich im Oktober stabil oder leicht zunehmend entwickelt (Tabelle 6.3). Dafür waren die Preise für Verarbeitungstiere RV und VK nach der leichten Erholung im September nun erneut rückläufig. Das Preisniveau für grosses Rindvieh ist deutlich tiefer als im Vorjahr. Die Preise für Schlachtkälber stiegen im Oktober leicht an und erreichten beinahe das Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.4). Saisongemäss gingen die Preise für Tränkekälber im Oktober weiter zurück und dies auf leicht tieferem Niveau als im Vorjahr (Tabelle 6.5). Der Rückgang der Schweineschlachtungen hat im Oktober zu einem erneuten Preisanstieg geführt. Der Preis für Schlachtschweine erreichte damit das Niveau der beiden Vorjahre, während die Jagerpreise deutlich höher als im Vorjahr lagen (Tabelle 6.6). Aufgrund der hohen Inlandproduktion (Grafik 7.8) haben die Preise für Schlachtlämmer und –schafe im Oktober nochmals abgenommen (Tabelle 6.7, Grafik 7.8). Nur die Preise für Weidelämmer blieben auf tiefem Niveau (4.30 CHF/kg LG) stabil. Die Milchpreise haben sich auch im September nochmals positiv entwickelt. Der Industriemilchpreis lag mit 61,37 Rp./kg um 2,73 Rappen höher als im Vorjahr. Der Produzentenpreisindex lag im September um 0,7 % tiefer als im Vorjahr. Die Ursache waren die tieferen Preise für Schlachttiere und Eier (Tabellen 6.9/6.10). Nachdem sich die Stammholzpreise nach dem Preissturz im Jahr 2015 wieder leicht positiv entwickelten, sind sie in der letzten Zeit auf ein neues Tiefstniveau abgesackt (Tabelle 6.11). Die Jahresteuerung der landwirtschaftlichen Produktionsmittel betrug im September 3,0 % (Tabellen 6.13/6.14). Am stärksten war die Teuerung bei Produkten, welche vom Erdölpreis abhängig sind. Die Teuerung der Produktionsmittel war damit deutlich höher als die generelle Jahresteuerung (Tabelle 6.20), welche bei 1,0 % lag. In Deutschland sind die Preise für Getreide, Ölsaaten und Extraktionsschrote wegen den misslichen Ernten in Nordeuropa und der eingeschränkten Befahrbarkeit der Flüsse deutlich angestiegen (Tabelle 6.24). 

Nahrungsmittelbilanz (NMB) 2017

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"