Inhalt - September 2018

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - September 2018

Grundlagen

Der September 2018 war einer der wärmsten der letzten 150 Jahre. Die Temperatur lag im Mittel 2,2 Grad über der Norm 1981-2010. Dafür sorgten ausgeprägte Hochdrucklagen v.a. in der ersten Monatshälfte. Stürmische Westwinde durchzogen am 21. und 23. die Schweiz. Ein erster Temperatursturz erfolgte am 24. mit Schnee bis auf 1800 Meter (Grafik 1.3). Auf der Alpensüdseite und in der Westschweiz brachte der September teilweise nur 20 % der normalen Niederschläge. Die übrigen Regionen erhielten meist zwischen 40 und 80 % der Norm 1981–2010. Damit setzte sich das trockene Wetter der Vormonate fort (Tabelle 1.2). Die Weinlese begann dieses Jahr teilweise schon Ende August und insgesamt ca. 31 Tage früher als im Mittel der Periode 1981-2010. Die Blattverfärbung bei den Laubbäumen trat je nach Baumart rund 21 bis 30 Tage früher als in der Periode 1981-2010. Auch die Blüte der Herbstzeitlose hatte 9 Tage Vorsprung auf die Normperiode. Die Schadentage und Schadenmeldungen von Hagel lagen bis Ende August unter dem langjährigen Mittel und leicht tiefer als im Vorjahr. Nach 1711 Schadenmeldungen im Juli sind die Meldungen im August auf 688 gesunken (Tabelle 1.5).

 

Pflanzenbau

Die Heuernte 2018 lieferte noch ansprechende Mengen bei guter Qualität. Aufgrund der ab April eintretenden Trockenheit fielen die Ernten von Emd und Grassilage mengenmässig schlecht aus und die Qualität des Raufutters ist deutlich unterdurchschnittlich. Dabei bestehen jedoch grosse Unterschiede je nach Betrieb und Region (Tabelle 2.1). Gemäss den Angaben der Berichterstattern liegen die Erträge von Getreide, Körnerleguminosen und Raps 2018 zwar allgemein tiefer als 2017, sind aber doch etwas besser als gemäss den ersten Einschätzungen. Anscheinend haben v.a. das Sommergetreide und auch die Wintergerste gelitten (Tabelle 2.2). Die Kartoffelfläche hat 2018 nach ersten Schätzungen leicht abgenommen. Die Ernte liegt mit 422 778 Tonnen leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres, aber deutlich höher als 2015 und 2016 (Tabelle 2.3). 

 

Milchwirtschaft

Es wird erwartet, dass die Milchanlieferungen im August – wahrscheinlich aufgrund der Trockenheit - gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % abnehmen (Tabelle 3.1). Im Juli ist die Milchmenge noch angestiegen und damit insbesondere die Verwertung zu Käse und Dauermilchwaren (Tabelle 3.2). Beim Käse nimmt dabei in absoluten Zahlen vor allem die Produktion von Gruyère AOP, Raclettekäse und Frischkäse zu (Tabelle 3.4).

 

Viehwirtschaft

Im August hat sich die Bestandesabnahme beim Rindvieh beschleunigt, offensichtlich werden die Bestände aufgrund der Trockenheit reduziert (Tabelle 4.1). Auf den Schlachtviehmärkten der Proviande machte sich das bei den Auffuhren von Rindern allerdings nicht bemerkbar, während die Auffuhren von Schafen deutlich höher als im Vorjahr waren (Tabelle 4.3). Die Durchschnittsgewichte der Schlachttiere lagen auch im August im Allgemeinen über den Vorjahreswerten, ausser bei den Kühen, bei denen das Schlachtgewicht stärker zurückging als im Vorjahr (Tabelle 4.4). Für den August ist allgemein eine Zunahme der Schlachtungen zu verzeichnen, insbesondere bei den Schafen (+29,9 %), den Rindern (+15,9 %) und den Kühen (+11,9 %). Nur bei den Schweinen (-1,7 %) gab es eine leichte Abnahme (Tabelle 4.5). Damit stieg die Inlandproduktion von Rind- und Schaffleisch entsprechend deutlich an (Tabellen 4.7 und 4.8). Die Produktion von Eiern stieg im August um 4,1 % gegenüber dem Vorjahr an, kumuliert um 5,4 % (Tabelle 4.9). 

 

Aussenhandel 

Die Käseexporte waren im August zum zweiten Mal in Folge nach Menge leicht rückläufig gegenüber den Vorjahreszahlen (Tabelle 5.6). Kumuliert von Januar bis August ergibt sich jedoch immer noch eine Zunahme um 4,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Importe stagnierten jedoch ebenfalls und kumuliert beträgt die Zunahme der Importe bisher nur 3,7 %. In absoluten Mengen haben im August die Exporte von Emmentaler AOP und Switzerland Swiss am stärksten abgenommen (Tabelle 5.7). Deutlich zu nahmen in absoluten Mengen vor allem die Importe von Frischkäse,  etwas weniger stark jene von Weichkäse und Extra-Hartkäse (Tabelle 5.8). Woher der Anstieg bei den Importen im Zollkapitel 5 stammt, kann aufgrund nicht aussagekräftiger Zolltarifnummern nicht bestimmt werden (Tabelle 5.9). Der Anstieg der Menge im Zollkapitel 12 stammt von vermehrten Importen von Stroh, Heu und anderen Raufuttern. Dies ist auch in Tabelle 5.11 ersichtlich. Die Importe von Heu und Luzerne haben bis Ende August gegenüber dem Vorjahr um 60 449 Tonnen oder 18 Millionen CHF zugenommen. Demgegenüber haben die Importe anderer Futtermittel aufgrund der guten Ernte 2017 teilweise abgenommen, womit sich über alle Futtermittel kumuliert bisher mengenmässig eine Abnahme ergibt (Tabelle 5.15). Die Ausfuhren von landwirtschaftlichen Produkten, insbesondere verarbeiten Produkten, nehmen wertmässig im laufenden Jahr deutlich zu (Tabelle 5.10).

 

Preise

Die Preise an den Nutzviehauktionen haben in den letzten zwei Monaten stark abgenommen (Tabelle 6.2). Auch die Schlachtviehpreise für Verarbeitungstiere (RV und VK) standen im August unter starkem Druck und haben sich im September nur wenig erholt (Tabelle 6.4). Auch die Preise für Schlachtrinder und  ochsen waren in den letzten beiden Monaten rückläufig, allerdings nur schwach. Besser halten konnten sich die Preise der Munis. Weiter angestiegen sind die Preise für Schlachtkälber, sie lagen im September auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr. Die Preise für Jager und Schlachtschweine haben sich nach dem steilen Absturz im August leicht erholt. Die Schlachtschweinepreise liegen jedoch deutlich unter dem Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.7). In Anbetracht der massiven Zunahme der Schlachtungen kann es nicht erstaunen, dass die Preise für Lämmer und Schlachtschafe in den letzten beiden Monaten deutlich zurückgingen (Tabelle 6.8). Die Milchpreise konnten im August generell weiter zulegen und liegen höher als in den drei Vorjahren (Tabelle 6.9). Der Produzentenpreisindex nahm im August gegenüber dem Vorjahr um 2 % ab, Ursache sind v.a. die tiefen Preise in der tierischen Produktion, mit Ausnahme der Milch (Tabellen 6.12 und 6.13). Die Teuerung bei den Produktionsmitteln setzt sich mit einer Zunahme von 3 % gegenüber dem Vorjahr weiter fort. Die Preise liegen mit wenigen Ausnahmen generell höher als im Vorjahr (Tabellen 6.17 und 6.18). Etwas tiefer ist die allgemeine Teuerung gemäss LIK mit 1,2 % (Tabelle 6.24). 

Nutztierbestand der Schweiz

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"