Inhalt - Februar 2019

Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Februar 2019

Grundlagen

Der Februar 2019 war in den hohen Berglagen und auf der Alpensüdseite der zweit- bis fünftmildeste Februar seit Messbeginn. Für die Gesamtschweiz lagen die Temperaturen 3,0 Grad über der Norm 1981 2010. Damit gehört der Februar 2019 zu den zehn mildesten. Vor allem zu Beginn des Monats fiel reichlich Schnee und dies bis in die Niederungen. Ab dem zweiten Monatsdrittel war das Wetter sehr sonnig. Der Winter 2018/2019 lieferte v.a. in den Monaten Dezember und Januar auf der Alpennordseite und in den Alpen verbreitet überdurchschnittliche Niederschläge. Auf der Alpensüdseite blieb der Winter niederschlagsarm. Das aktuell warme Wetter könnte zu einem frühen Vegetationsstart führen, ähnlich wie 2017 (Grafik 1.3). Dies würde die Gefahr von Spätfrösten erhöhen. 2018 sind mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland für Tätigkeiten in Landwirtschaft (8817 Personen) und Gartenbau (1382 Personen) in die Schweiz eingewandert als in den beiden Vorjahren (Tabelle 1.4).

Pflanzenbau

Der Lagerbestand an Dauergemüse lag mit 50 487 Tonnen am 15. Februar 2019 tiefer als in den beiden Vorjahren (68 527 bzw. 58 873 Tonnen). Der grösste Unterschied bestand bei den Karotten. Das einzige Gemüse mit einer grösseren Menge sind die Zwiebeln mit 11 683 Tonnen gegenüber 10 099 und 8290 Tonnen in den beiden Vorjahren (Tabelle 2.2).

Milchwirtschaft

Die Milchproduktion ist seit August 2018 rückläufig (Tabelle 3.1). Für den Januar 2019 wird die Produktion auf 284 000 Tonnen und damit um 5 % tiefer als im Vorjahresmonat geschätzt. Allerdings ist die Produktion damit immer noch höher als im Januar 2017 mit 280 753 Tonnen. Die Milchverwertung zu Butter (+5,0 %), Dauermilchwaren (+2,5 %), Käse (+1,2 %) und Milchspezialitäten (+6,2 %) hat 2018 gegenüber dem Vorjahr zugenommen. In absoluten Zahlen floss mit 26 048 Tonnen Milch die grösste Mehrmenge in die Butterproduktion.

Viehwirtschaft

Innert Jahresfrist haben der Rindviehbestand um 1,4 % und der Milchkuhbestand um 1,6 % abgenommen (Tabelle 4.1). Ende Januar 2019 waren 556 184 Milchkühe registriert. Besonders tief im Vergleich zu den Vorjahren waren im Januar die Bestände männlicher Tiere bis zu einem Alter von drei Jahren und der weiblichen Tiere von 1 bis 2 Jahren (Tabelle 4.2). Zugenommen haben nur die Bestände weiblicher Kälber und der alten Stiere. Ersteres dürfte nicht zuletzt ein Effekt des Spermasexings sein. Im Januar haben die Schlachtungen von Ochsen (8,3 %), Rindern (+5,1 %) und Kühen (+1,0 %) gegenüber dem Vorjahresmonat zugenommen, jene von Stieren (-14,7 %) und Kälbern (-1,3 %) abgenommen. Im Januar 2018 lagen die Schlachtungen der Stiere allerdings sehr hoch (Tabelle 4.5). Die Schweineschlachtungen (--6,1 %) waren auch im Januar weiter rückläufig. Die Schafschlachtungen nahmen um 6,5 % und jene von Ziegen um 11,4 % zu. Der Januar ist jedoch ein schwacher Schlachtmonat bei den Ziegen, womit die Zunahme in absoluten Zahlen bescheiden ist.  Die Produktion von Rindfleisch ist 2018 deutlich angestiegen, ging nun im Januar gegenüber dem Vorjahr jedoch um 2,3 % zurück (Tabelle 4.8). Die Kalbfleischproduktion hat sich 2018 stabilisiert und wies im Januar eine Abnahme um 2,0 % aus. Die Schweinefleischproduktion ging auch im Januar weiter zurück, der Importanteil war mit 4,4 % trotzdem tief. Die Schaffleischproduktion nahm um 6,7 % zu und setzte damit den Wachstumstrend des Vorjahres fort. Die Schlachtgeflügelproduktion nahm im Januar um 2,3 % zu (Tabelle 4.11). Die Eierproduktion nahm im Januar gegenüber dem Vorjahr um 5,4 % (Tabelle 4.9). 

Aussenhandel    

Im Januar nahmen die Ausfuhren von Käse gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. Der durchschnittliche Preis lag jedoch leicht tiefer (Tabelle 5.6). Fast alle Käsesorten konnten im Export zulegen, in absoluten Mengen wies Switzerland Swiss mit 170 Tonnen die höchste Zunahme gegenüber dem Vorjahr aus (Tabelle 5.8). Die Importe von Futtermitteln nahmen mengenmässig im Jahr 2018 um bescheidene 1,6 % zu (Tabelle 5.11), trotz dem starken Anstieg der Heuimporte. Im Januar betrug die Zunahme nun 71,4 %, was v.a. auf die vermehrten Importe von Futtergetreide und Ölkuchen zurückzuführen ist.

Preise

Die Preise für Muni, Ochsen und Rinder gingen im Februar leicht zurück und lagen etwas höher als 2018, jedoch tiefer als 2017. Die Preise für Verarbeitungstiere stiegen im Februar um ca. 25 Rappen pro kg Schlachtgewicht an, lagen jedoch tiefer als in den beiden Vorjahren (Tabelle 6.3). Die Preise für Schlachtkälber sanken im Februar, übertrafen jedoch das Niveau der beiden Vorjahre mit einem Preis von 13.62 CHF für die Kategorie KV T3 QM (Tabelle 6.4). Die Preise für Tränkekälber verharrten im Februar saisongemäss auf tiefem Niveau (Tabelle 6.5). Die Preise für Schlachtschweine und Jager stiegen im Februar aufgrund der rückläufigen Schweinefleischproduktion erneut deutlich an (Tabelle 6.6). Auf tiefem Niveau lagen im Februar angesichts der hohen Produktion weiterhin die Preise für Lämmer und Schlachtschafe (Tabelle 6.7). Der Produzentenpreisindex lag im Januar insbesondere auch dank der deutlich gestiegenen Schweinepreise im Januar um 0,8 % höher als im Vorjahr (Tabellen 6.10 und 6.11). Die Preise für Milchprodukte in Europa sind derzeit vergleichsweise hoch und eher ansteigend (Tabelle 6.25).

Entwicklung von Produktion und Produzentenpreisen beim Schlachtvieh

Der Bericht zur Lage der Schweizer Landwirtschaft ist ein Auszug aus der Publikation "Agristat – statistisches Monatsheft"