Inhalt - 05.11.12 Solaranlagen

Keine freistehenden Solaranlagen auf Kulturland

Medienmitteilung vom 6. November 2012

Erneuerbare Energien gewinnen an Bedeutung und die Landwirtschaft hat ein grosses Potential, einen Beitrag dazu zu leisten. Die Energieproduktion darf aber nicht auf Kosten von Kulturland geschehen. Für Solaranlagen stehen mit zahlreichen noch ungenutzten Dachflächen genügend andere Standorte zu Verfügung.

Mit der Neuausrichtung der Schweizerischen Energiepolitik gewinnen erneuerbare Energien an Bedeutung. Energieträger wie Holz, Biogas oder Sonne sind in der Landwirtschaft gut nutzbar und bieten die Möglichkeit, zusätzliche Einkünfte zu generieren. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) berät und unterstützt Landwirte bei der Umsetzung von Projekten zur Energieproduktion wie zum Beispiel beim Erstellen einer Biogasanlage oder von Solaranlagen auf Dächern der landwirtschaftlichen Gebäude.

In jüngerer Zeit nimmt die Diskussion über freistehende Solaranlagen zu. Dabei geht es nicht allein um die Stromproduktion auf Kulturland, sondern um dessen Doppelnutzung: Während mit den Panels Strom produziert wird, könnten die Flächen darunter so bewirtschaftet werden, dass sie eine hohe Biodiversität aufweisen. Der SBV ist jedoch besorgt, dass durch diese Anlagen die Landwirtschaftsflächen noch stärker unter Druck geraten. Der sorgsame Umgang mit dem Kulturland hat für ihn oberste Priorität. Deshalb will er insbesondere die produktiven, gut zugänglichen und maschinell bewirtschaftbaren Flächen erhalten. Ausgedehnte freistehende Solaranlagen auf Kulturland würden diesem Schutzziel – das auch von der Öffentlichkeit getragen wird – zuwider laufen.

Im Siedlungsgebiet aber auch in der Landwirtschaftszone gibt es zahlreiche Dächer, die sich ausgezeichnet für Solaranlagen eignen. Dazu kommen weitere Bauten und Anlagen wie beispielsweise Lawinenverbauungen, Lärmschutzwände, etc. Bevor diese Möglichkeiten nicht ausgenutzt sind, sieht der SBV keine Notwendigkeit, kostbares Kulturland zu opfern. Freistehende Solaranlagen sollen ausserhalb von Bauzonen nur auf landwirtschaftlich nicht oder nur eingeschränkt nutzbaren Böden möglich sein.

Um sich eine differenzierte Meinung zur Thematik der freistehenden Solaranlagen zu bilden, hat der SBV in einem Bericht geltende Regeln und Argumente gesammelt sowie Vor- und Nachteile analysiert.

Auskunft:

  • Sandra Helfenstein, Mediensprecherin, Tel. 056 462 52 21,
    Mobile 079 826 89 75
  • Beat Röösli, Raumplanungspolitik, Tel. 031 385 36 49