Inhalt - 26.11.13 ACT Suisse Tier

AgroCleanTech setzt Energiestrategie 2050 bereits um

 Medienmitteilung von AgroCleanTech vom 25. November 2013

Klima und Energie sind brandaktuelle Themen. Die Plattform AgroCleanTech hat an einem Event im Rahmen der Suisse Tier in Luzern seine Energie- und Klimaschutzprojekte präsentiert. Der Direktor des Bundesamtes für Energie sieht AgroCleanTech in seiner Vorstellung der Energiestrategie 2050 als wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Strategie in der Landwirtschaft an.

Der Direktor des Bundesamtes für Energie, Walter Steinmann, stellte an der Suisse Tier die wichtigsten Leitplanken der Energiestrategie 2050 vor, die gegenwärtig im Parlament beraten wird. Er ging dabei auf die Neuerungen ein, die bereits auf den 1. Januar 2014 vorgezogen werden: Weiterer Abbau der Warteliste für die kostendeckende Einspeisevergütung, Einführung eines Investitionszuschusses für kleine Photovoltaik-Anlagen sowie die deutliche Senkung der Photovoltaikvergütungssätze. Er lobte dabei AgroCleanTech (ACT), für die gesteckten Ziele, die Analyse der Potentiale in der Landwirtschaft, die Vernetzung mit Partnern, den Abschluss einer Vorstudie über einen Energie- und Klimacheck sowie die Durchführung eines ersten Pilotprojektes im Energieeffizienzbereich.


Im Anschluss präsentierte Andreas Düring, Projektleiter im ACT-Energieeffizienzprojekt, die Förderung und Umsetzung von Wärmerückgewinnungsanlagen aus der Milchkühlung in den Pilotkantonen St. Gallen, Aargau und Fribourg. Auf Milchwirtschaftsbetrieben wird der grösste Teil der verbrauchten elektrischen Energie für die Milchkühlung sowie die Brauchwassererhitzung benötigt. Entsprechend liegt in diesem Bereich auch ein grosses Potential, die elektrische Energie effizienter zu nutzen und so den Stromverbrauch und damit auch die Energiekosten zu senken. Messresultate zeigen, dass auf Pilotbetrieben je nach Betriebsgrösse und Art der Technologie zwischen einem Drittel und vierzig Prozent der ursprünglich benötigten Energie für die Milchkühlung und Brauchwassererhitzung eingespart werden konnte. Dies entspricht 3‘500 bis 6‘000 kWh pro Jahr bzw. einer Reduktion der jährlichen Stromkosten um 700 bis 1200 Franken. Landwirte, die sich entschliessen, ihre alte Anlage umzurüsten, erhalten – abhängig vom Energiesparpotential – einen Förderbeitrag in der Höhe von 1000 bis 2000 Franken von AgroCleanTech, was einem Anteil von 20% bis 35% der gesamten Investitionskosten entspricht.


Auch im Klimaschutzbereich schlägt ACT mit Emissionsreduktionsbescheinigungen ein neues Kapitel auf. Klimaschutzmassnahmen wie beispielsweise methanhemmende Futtermittelzusätze oder die Wärmerückgewinnung aus der Gärgülle erlauben über den Verkauf der Bescheinigungen zusätzliche Einnahmen für die Landwirte. ACT entwickelt zusammen mit Partnern wie Ökostrom Schweiz oder South Pole Carbon entsprechende Programme, um diese Massnahmen beim Bundesamt für Umwelt zu registrieren und die Bescheinigungen zu bekommen. ACT-Projektleiter Stefan Mutzner referierte über den aktuellen Stand der Arbeiten und stellte landwirtschaftliche Biogasanlagen von Ökostrom Schweiz als erstes Praxisbeispiel eines Klimaschutzprojektes in der Landwirtschaft vor, mit dem erfolgreich Bescheinigungen generiert wurden. ACT wird zukünftig Klimaschutzmassnahmen der Landwirte gebündelt eingeben und an die Stiftung Klimaschutz und CO2-Kompensation (KliK) verkaufen und den Erlös an die Landwirte ausbezahlen. Mit den ersten Bescheinigungen rechnet ACT im Jahr 2015.


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