Inhalt - 18.12.14 GVO

Keine Transparenz über Gentechfreiheit

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 18. Dezember 2014

Der Bund will auf tierischen Lebensmitteln nicht deklarieren, wenn diese ohne gentechnisch veränderte Futtermittel produziert wurden. Der Schweizer Bauernverband ist über den heute kommunizierten Entscheid sehr enttäuscht. Die Konsumenten haben somit weiterhin keine Transparenz über die Verwendung von Gentechfutter und es bleibt verdeckt, dass der grösste Teil der importierten tierischen Lebensmittel darauf setzt.

In keinem anderen Land setzt die Landwirtschaft so konsequent auf Gentechfreiheit wie in der Schweiz. Die einheimische Landwirtschaft verzichtet nicht nur auf den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Vielmehr garantiert sie auch, dass die in der Tierhaltung eingesetzten Futtermittel ohne Gentechnologie produziert wurden. Dieser Verzicht auf gentechfreies Futter führt zu jährlichen Mehrkosten von rund 35 Millionen Franken.

Aufgrund der geltenden Rechtslage darf die Landwirtschaft dieses Argument und diesen Mehrwert nicht deklarieren. Dies im Gegensatz zum Ausland, wo der Konsument eine „Ohne Gentechnik“-Auszeichnung auf Lebensmitteln findet. Weil es sich um eine Benachteiligung der Schweizer Bauern auf dem Markt handelt, setzt sich der Schweizer Bauernverband (SBV) seit Jahren dafür ein, dass in der Schweiz eine entsprechende Deklaration ebenfalls möglich ist.

Der Bund hat nun leider entschieden, dass dies weiterhin nicht erlaubt ist. Damit verhindert er, dass bei tierischen Lebensmitteln endlich Transparenz über die Verwendung der Gentechnologie herrscht. Man muss davon ausgehen, dass der grösste Teil der importierten tierischen Produkte – sei es Fleisch, Milchprodukte oder Eier – mit Hilfe von gentechnisch veränderten Futtermitteln hergestellt wurde. Weil weder der Verzicht auf die Gentechnologie ausgelobt werden darf noch die Verwendung von Gentechfutter deklariert werden muss, haben die Konsumenten bei dieser wichtigen Frage beim Einkauf im Laden keine Transparenz und keine Entscheidungsgrundlage. Sie müssen bereits wissen, dass Schweizer Lebensmittel ohne Gentechnologie und importierte tierische Lebensmittel mit grosser Wahrscheinlichkeit mit Gentechnologie erzeugt wurden.

Der SBV ist über den Entscheid sehr enttäuscht und er bringt das Anliegen nun über das Parlament wieder ein.

 

 

Rückfragen:

  • Jacques Bourgeois, Direktor SBV, Mobile 079 219 32 33
  • Martin Rufer, Leiter Produktion, Märkte und Ökologie SBV,
    Mobile 078 803 45 54

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