Inhalt - 18.09.15 Umfrage

Agrarpolitik 2014-17 weckt Zukunftsängste

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 18. September 2015

Die Landwirtschaftskammer befasste sich mit den Ergebnissen, der im Frühling durchgeführten Umfrage zur Agrarpolitik 2014-17. Die grosse Mehrheit der Bauernfamilien beurteilt die Agrarpolitik 2014-17 kritisch. Vor allem die Talbetriebe, welche die grössten Verluste hinnehmen müssen, beurteilen ihre Situation als düster. Der Bauernverband nimmt nun die Ausarbeitung der Massnahmen in Angriff.

Eine Mehrheit der Schweizer Landwirte beurteilt die Agrarpolitik 2014-2017 negativ. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die der Schweizer Bauernverband (SBV) zusammen mit den Schweizer Milchproduzenten dieses Jahr durchgeführt hat. Die Durchschnittsnote der 1395 Antworten ist eine drei – also ungenügend! Unzufrieden sind die Betriebsleiterinnen und -leiter mit der aktuellen Agrarpolitik im Generellen aber auch in allen abgefragten Detailpunkten. Sie haben offene Fragen rege dazu genutzt, um Kritik anzubringen und ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Talbetriebe urteilen in der Regel wesentlich kritischer als die Bauern im Berggebiet. Dies kommt nicht so überraschend, denn es sind die Talbetriebe, die zwischen 2013 und 2014 grössere Abstriche bei den Direktzahlungen machen mussten, während ein Teil der Berglandwirtschaftsbetriebe von höheren Direktzahlungen profitieren. Häufigste Kritikpunkte sind der hohe administrative Aufwand, der starke Anreiz zur Extensivierung, die ungenügenden und unvollständigen Informationen und die Unsicherheit bezüglich Anforderungen bei den neuen Programmen.

Häufig wird auch die Befürchtung geäussert, die neue Agrarpolitik verursache eine sinkende Wirtschaftlichkeit und abnehmende Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. 60 Prozent der Betriebe erwarten in Zukunft sowohl tiefere Produkterlöse als auch tiefere Direktzahlungen und sinkende Einkommen, während nur 10% auf eine Verbesserung der Situation hofft. Bei der Frage nach den grössten Herausforderungen nennen die Betriebe an erster Stelle die Sicherung eines angemessenen Einkommens. Die Landwirte wollen dies durch Wachstum und/oder Nebenerwerb erreichen. Das Wachstumspotential wird allerdings generell als gering eingestuft, dies eine direkte Folge der vielen flächengebundenen Beiträge. Als grosse Chancen sehen die Betriebe am häufigsten die hohe Qualität der Produkte und die Labelproduktion.

Gemäss den Antwortenden zeigt die aktuelle Agrarpolitik Wirkung: Etwa ein Fünftel der Betriebe will extensiver wirtschaften und den Ressourceneinsatz bei Kraftfutter, Handelsdünger und Pflanzenbehandlungsmitteln senken. Die Neubeteiligung bei den neuen Programmen „Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion“ und „Landschaftsqualität“ war im ersten Jahr hoch. Damit versuchen die Bauernfamilien die Ausfälle aufgrund der weggefallenen Tierbeiträge zu kompensieren und Einkommensverluste abzufedern. Allerdings ist aufgrund der Antworten davon auszugehen, dass das Wachstumspotential dieser Programme bereits heute weitgehend ausgeschöpft ist. Fast 60% der Antwortenden wünschen sich mehr Stabilität für die nächste Periode der Agrarpolitik. Ebenfalls ein grosses Anliegen ist vielen, dass der Lebensmittelproduktion wieder eine grössere Bedeutung zugestanden wird. Darin sehen die Bauernfamilien ihre Hauptaufgabe, darauf begründet ihr Berufsstolz. Sie möchten ein angemessenes Einkommen aus dem Verkauf ihrer Produkte erwirtschaften können.

Der SBV publiziert die Umfrageergebnisse Ende 2015 in einem Bericht. Sie dienen im weiteren Prozess dazu, die agrarpolitischen Massnahmen sowie die übrigen Rahmenbedingungen anzupassen und zu verbessern.
 

 

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  • Martin Brugger, Stv. Leiter Wirtschaft, Bildung und Internationales
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