Inhalt - 06.09.17 Pflanzenschutz

Bauernverband steht zum Aktionsplan Pflanzenschutz

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 6. September 2017

Der Schweizer Bauernverband unterstützt den Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes. Die Reduktionsziele sind ehrgeizig und bedingen zusätzliche Unterstützung von Seiten der Forschung und Züchtung. Grosser Wermutstropfen: Neben der Landwirtschaft sollten auch die anderen Anwenderkreise von Pflanzenschutzmitteln in die Verantwortung genommen werden.

Die Schweizer Landwirtschaft ist darauf angewiesen, dass sie bei Bedarf ihre Kulturen vor Krankheiten und Schädlingen schützen kann und sie dafür ein ausreichendes Angebot an Pflanzenschutzmitteln zur Verfügung hat. Sie ist sich aber bewusst, dass ein verantwortungsvoller Umgang damit und die Suche nach Alternativen unabdingbar sind, um negative Effekte zu minimieren. Aus diesem Grund unterstützte die Branche die Entwicklung eines Aktionsplans Pflanzenschutz auf Bundesebene. Heute hat der Bundesrat diesen verabschiedet. Er skizziert Ziele und Massnahmen, um die Risiken von Pflanzenschutzmitteln für die Anwender, die Konsumenten und die Umwelt zu minimieren, vorbeugende und alternative Massnahmen zu fördern und das Wissen rund um unerwünschte Nebeneffekte zu erhöhen. Der Schweizer Bauernverband (SBV) begrüsst deshalb den Aktionsplan. Die Landwirtschaft ist sich bewusst, dass sie im Bereich der Pflanzenschutzmittel in besonderer Verantwortung steht und sie ist bereit, weiter an Verbesserungen zu arbeiten. Als wichtigste Massnahme des Aktionsplans erachtet der SBV die konsequente Umsetzung der rund 50 Vorgaben im Bereich Pflanzenschutz und Landwirtschaft. Daneben sind im Aktionsplan zahlreiche weitere Massnahmen vorgesehen. So definiert er Zwischenziele bei der Reduktion des Risikos (-50 Prozent) und der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit besonderem Risikopotential (-30 Prozent) deren Umsetzung sehr anspruchsvoll ist und viel Support von Seiten der Forschung im Bereich der Alternativen oder der Sortenzüchtung bedingt. Deshalb muss die Forschungstätigkeit in diesem Bereich gestärkt werden. Sinnvoll und nötig ist aus Sicht des SBV auch der Einbezug von Handel, Verarbeitung und Konsumenten, um beispielsweise die Ansprüche an die Übernahmebedingungen und die äussere Qualität zu hinterfragen.

Der SBV bedauert, dass die einmal geplante Kommunikationsstrategie rund um Pflanzenschutzmittel von Seiten Bund und Kanton wieder gestrichen wurde. Hier verpasst der Bund eine grosse Chance, denn er steht in der Pflicht, die Öffentlichkeit sachlich und mit wissenschaftlichen Fakten zu informieren. Ein grosser Fehler am Aktionsplan ist die einseitige Fokussierung auf die Landwirtschaft. So setzen auch die Bauindustrie, die Bahn, die öffentliche Hand und private Gartenbesitzer beträchtliche Mengen Pflanzenschutzmittel ein. Damit tragen sie ihren Anteil zu den unerwünschten Nebenwirkungen bei. Dass der Bund hier keinen prioritären Handlungsbedarf sieht, ist der Sache auf jeden Fall nicht dienlich.

 

 

Rückfragen:

  • David Brugger, Leiter Pflanzenbau SBV, Mobile 077 438 90 88
  • Martin Rufer, Leiter Produktion, Märkte und Ökologie SBV, Mobile 078 803 45 54
  • Jacques Bourgeois, Direktor SBV, Mobile 079 219 32 33

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