Inhalt - 09.02.17 Manifest

Manifest Flüeli-Ranft

Manifest des Schweizer Bauernverbands vom 09. Februar 2017

Der Vorstand des Schweizer Bauernverbands (SBV) kam für seine zweitägige Sitzung im geschichtsträchtigen Flüeli-Ranft OW zusammen. Keineswegs ein Zufall, stehen 2017 doch gleich zwei für unser Land bedeutende Jubiläen an – einerseits der 600ste Geburtstag unseres Schutzpatrons Niklaus von Flüe, besser bekannt als Bruder Klaus, sowie der 500ste Jahrestag der Reformation. Bruder Klaus erlangte als Vermittler und Friedenstifter bereits zu Lebzeiten in allen Landesteilen grosse Bekanntheit. In Bescheidenheit und Demut war er Ratgeber und Vorbild für viele Menschen seiner Zeit.

Der SBV möchte mit der Wahl dieses Ortes daran erinnern, dass die Landwirtschaft durch ihre Vielzahl an Funktionen, insbesondere der Lebensmittelproduktion, ebenfalls eine zentrale Rolle für unser Land spielt. An die landwirtschaftlichen Betriebe werden heutzutage hohe – und mitunter auch diametrale – Anforderungen gestellt. Hohe Arbeitsbelastungen und tiefe Einkommen führen dazu, dass viele Bauernfamilien zunehmend überlastet sind.

Angesichts dieser Situation will sich der SBV für die Umsetzung folgender Massnahmen einsetzen:

 

  • Die Aufnahme der Ernährungssicherheit in die Bundesverfassung, um den weltweiten und nationalen Entwicklungen wie Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Abnahme der Landwirtschaftsflächen und Verknappung der Ressourcen in der politischen Ausrichtung unseres Landes Rechnung zu tragen. Bei einer Ernährungssicherheit vom Feld bis auf den Teller ist sich die Schweizer Landwirtschaft ihrer besonderen Verantwortung zur Erreichung der Ziele bewusst.
  • Eine Agrarpolitik 2022+, die darauf setzt, das Vertrauen zu stärken – Vertrauen einerseits zwischen Produzenten und Konsumenten, anderseits aber auch das Vertrauen der Bauernfamilien in ihre Zukunft. Diese Agrarpolitik muss zu einer höheren Wertschöpfung und zu einer Verringerung des administrativen Aufwands beitragen.
  • Die Bauernfamilien müssen mehr Wertschöpfung über die Vermarktung ihrer Produkte erzielen. Entscheidend dafür ist, dass sich die Land- und Ernährungswirtschaft konsequent auf Märkte fokussiert, in denen die Produktionskosten gedeckt werden können. Eine gezielte Absatzförderung dafür ist unabdingbar. Die Position der Bäuerinnen und Bauern in den Verhandlungen muss gestärkt und die Ausgaben der Konsumenten für Lebensmittel entlang der Wertschöpfungskette fairer verteilt werden.
  • Die Beibehaltung von Grenzschutzmassnahmen, die es erlauben Kostennachteile auszugleichen. Es handelt sich dabei um eine der zentralen agrarpolitischen Massnahmen, die zur Erzielung der bäuerlichen Wertschöpfung beiträgt.
  • Das Vertrauen der Konsumenten in Schweizer Lebensmittel muss über glaubwürdige Deklarationsbestimmungen gestärkt werden. Dazu gehören die korrekte Umsetzung der Swissness-Gesetzgebung, die Verbesserung der Transparenz bei Herkunftsbestimmungen sowie die Auslobung der GVO-Freiheit.

 

 

Rückfragen:

  • Markus Ritter, Präsident SBV, Mobile 079 300 56 93
  • Jacques Bourgeois, Direktor SBV, Mobile 079 219 32 33

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