Inhalt - 18.10.17 Zucker

Zuckermarkt: Anpassungen beim Grenzschutz dringend nötig

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands und der Interprofession Zucker vom 18. Oktober 2017

Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Ständerats (WAK-S) ist nicht auf die parlamentarische Initiative von Jacques Bourgeois „Stopp dem ruinösen Preisdumping beim Zucker – Sicherung der inländischen Zuckerproduktion“ eingetreten. Der Schweizer Bauernverband und die Schweizer Zuckerwirtschaft bedauern den Entscheid und appellieren an die WAK-N, an der Initiative festzuhalten. Nach der Quotenaufhebung in der EU sind dringend Anpassungen beim Grenzschutz Zucker nötig und möglich.

Der Schweizer Bauernverband und die Schweizer Zuckerwirtschaft sind enttäuscht über den Entscheid der WAK-S, die nicht auf die parlamentarische Initiative zum Grenzschutz Zucker eintrat. Die Mitglieder haben den dringenden Handlungsbedarf zur Erhaltung von Schweizer Zucker nicht erkannt. Somit verzögern sich die dringend nötige Anpassungen beim Grenzschutz Zucker weiter. Die Land- und Zuckerwirtschaft hofft, dass diese im politischen Folgeprozess trotzdem rasch angepackt werden können.

Die EU hat auf den 30. September 2017 einseitig die Zuckermarktordnung geändert und Zuckerquote, Exportbeschränkungen und Mindestpreis für Zuckerrüben aufgehoben. Sie baut die Zuckerproduktion und den Export stark aus, behält aber ihren eigenen Grenzschutz bei 420 € pro Tonne importiertem Zucker. Durch die bilateralen Abkommen („Doppelnull-Lösung“) ist der Schweizer Zuckerpreis eng mit dem EU-Preis verbunden. Deshalb steht die Schweizer Zuckerwirtschaft nun unter massivem Preis- und Importdruck. Bereits im Vorfeld der Quotenaufhebung sanken die Preise für Zucker – und damit auch für Zuckerrüben – stark. Die Zuckerrübenfläche ging in der Folge um über tausend Hektaren zurück und die Auslastung der Zuckerfabrik mit den Standorten Aarberg und Frauenfeld ist gefährdet. Es ist deshalb dringend nötig, den notifizierten WTO Zollansatz von 610 Franken pro Tonne Zucker besser auszunützen (aktuell beträgt er 90 Fr./t). Dazu sind Lösungen innerhalb der vorhandenen gesetzlichen Grundlagen möglich, die mit den WTO und bilateralen Abkommen kompatibel sind.

 

Rückfragen:

  • Jacques Bourgeois, Direktor SBV, Mobile 079 219 32 33
  • Guido Stäger, Direktor Schweizer Zucker AG, 032 391 62 00
  • Josef Meyer, Präsident Schweizer Zuckerrübenpflanzer SVZ, Mobile 079 606 10 21

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