Inhalt - 21.06.17 Pflanzenschutz

Pflanzenschutz: Landwirtschaft will Verantwortung wahrnehmen

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands und der landw. Organisationen Seeland vom 21. Juni 2017

Da Abnehmer und Konsumenten die Latte bezüglich Produktequalität sehr hoch legen, reichen vorbeugende Massnahmen oft nicht aus. Dann kommen die Schweizer Bauern nicht um den gezielten Einsatz von Pflanzenschutzmittel herum. Der Schweizer Bauernverband engagiert sich zusammen mit seinen Mitgliedorganisationen für einen verantwortungsvollen Umgang. Er fördert entsprechende Massnahmen und unterstützt den Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes.

Ein Salatkopf mit Läusen, Kartoffeln mit Drahtwurmlöchern oder Äpfel mit Schorfflecken sind unverkäuflich. Abnehmer und Konsumenten legen die Latte bezüglich Produktequalität hoch, so dass diese mit der Natur allein oft nicht erreicht werden kann. Entsprechend kommen die Bauernfamilien trotz vielen vorbeugenden Massnahmen wie geeignete Bodenbearbeitung und Fruchtfolge, gesundes Saatgut, resistente Sorten nicht um die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln herum, um die gewünschte Qualität zu erreichen und die Ernten zu sichern. An einer Medieninformation auf einem Gemüsebetrieb in Ins informierte der Schweizer Bauernverband zusammen mit den landwirtschaftlichen Organisationen Seeland über die bereits laufenden Massnahmen, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu optimieren und negative Auswirkungen zu vermeiden.

Pflanzenschutz geht ins Geld, Rückstände verunsichern die Konsumenten und problematische Mittel oder Anwenderfehler gefährden die Umwelt wie auch die Gesundheit der Bauern selber. Entsprechend hat die Landwirtschaft ein grosses Interesse, die Anwendung zu minimieren und zu optimieren. Es gilt aber auch mit ungerechtfertigten Vorwürfen aufzuhören und die Diskussion zu versachlichen. So hält die Forschungsanstalt Agroscope in ihrem 2013 erschienenen Bericht zu den Agrarumweltindikatoren für Pflanzenschutzmittel fest, dass Schweizer Landwirte nicht mehr Pflanzenschutzmittel einsetzen als jene im Ausland. In den letzten Jahren hat sich zudem viel getan: Hacken statt spritzen gegen Unkräuter, Nützlinge oder Pheromone statt Insektizide, natürliche Alternativen statt synthetischen Mittel, präzise Düsen und GPS-Technologie oder pflanzenschutzmittelfreie Zonen entlang von Oberflächengewässern, um nur einige Beispiele zu nennen. Damit sind nicht alle Probleme gelöst. Unter anderem, weil mit dem Klimawandel und der Globalisierung neue Krankheiten und Schädlinge in unser Land gelangen. Prominentes Beispiel ist dafür die Kirschessigfliege. Pflanzenschutzmittel sind und bleiben auch in Zukunft eine grosse Herausforderung. Mit dem geplanten Abbau bei der Forschung setzt der Bund ein völlig falsches Zeichen. Es gibt viele offene Fragen und Aufgaben, denen sich die Forschung annehmen muss: Die Züchtung neuer resistenterer Sorten, die Ermittlung der Eintragspfade und Quellen von Pflanzenschutzmitteln in die Umwelt oder die wirkungsvolle, aber schonende Bekämpfung von gefährlichen Schädlingen oder Krankheiten wie den Feuerbrand gehören dazu.

Die Landwirtschaft will sich im eigenen Interesse weiter verbessern. Dafür baut sie auf den Aktionsplan „Zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“ des Bundes, der diesen Sommer vom Bundesrat verabschiedet werden soll. Dieser soll messbare Ziele vorgeben, konkrete Massnahmen festlegen und Indikatoren zur Überprüfung der Zielerreichung definieren. Der Schweizer Bauernverband und seine Mitgliedorganisationen haben die Ausarbeitung des Aktionsplans von Beginn weg unterstützt. Eine Reduktion der Risiken, die sich durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ergeben, ist wichtig und richtig. Nicht zielführend sind aber die beiden laufenden Initiativen „Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide“ und „Sauberes Wasser für alle“. Mit ihren rigorosen Forderungen gefährden sie die inländische landwirtschaftliche Produktion und führen zur Verlagerung der Umweltprobleme ins Ausland.

 

 

Rückfragen:

  • Markus Ritter, Präsident SBV, Mobil 079 300 56 93
  • Jacques Bourgeois, Direktor SBV, Mobil 079 219 32 33
  • David Brugger, Leiter Pflanzenbau SBV, Mobil 077 438 90 88
  • Simon Van der Veer, Landwirtschaftslehrer & Landwirt, Mobil 079 224 60 04

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben