Inhalt - 22.02.17 Laka

Landwirtschaftskammer fasst Ja-Parole zur Energiestrategie 2050 und fordert Erhöhung des Milchpreises um vier Rappen

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 22. Februar 2017

 

Die Landwirtschaftskammer (LAKA) des Schweizer Bauernverbands diskutierte heute an ihrer Versammlung nebst den ordentlichen Traktanden auch die Energiestrategie 2050 und die Situation auf dem Milchmarkt. Die LAKA ist der Ansicht, dass die Landwirtschaft grosses Potenzial hat, einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in der Schweiz zu leisten und beschloss daher die Ja-Parole zur Energiestrategie 2050. Weiter zeigte sich die LAKA sehr besorgt über die aktuelle Situation auf dem Milchmarkt. Sie fordert, dass nun endlich auch in der Schweiz die Milchpreise angehoben und die grosse Lücke zwischen effektivem Milchpreis und geltenden Richtpreis umgehend geschlossen werden. 

Die Landwirtschaftskammer (LAKA), das Parlament des Schweizer Bauernverbands (SBV), befasste sich an ihrer Sitzung unter anderem mit der Energiestrategie 2050. SVP-Nationalrat Marcel Dettling legte der Versammlung die Nachteile der Energiestrategie 2050 dar, CVP-Nationalrat Daniel Fässler erläuterte die Chancen und Vorteile für die Bauernfamilien. Am Schluss setzten sich die zustimmenden Argumente durch – die Mitglieder der LAKA fassten mit 63 zu 4 Stimmen die Ja-Parole. 

Hauptargument für die Unterstützung der Vorlage war das grosse Potenzial, das die Landwirtschaft in der Bereitstellung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien hat. Auf grossen Dächern von Ställen und Scheunen kann über Photovoltaik umweltfreundlich Strom bereitgestellt werden. Über die Nutzung von Hofdünger und Co-Substraten können die Landwirte in einer Biogasanlage Strom und Wärme produzieren, was zu zusätzlicher Wertschöpfung auf den Betrieben führt. Viele solcher landwirtschaftlicher Projekte sind bereits geplant und stehen auf der KEV-Warteliste. Sie können nur in die staatliche Förderung aufgenommen und realisiert werden, wenn das Stimmvolk am 21. Mai 2017 Ja zur Energiestrategie 2050 sagt. Über die inländische Produktion von Strom aus erneuerbarer Energie kann die Landwirtschaft ausserdem einen Beitrag zur geringeren Stromabhängigkeit vom Ausland leisten. Über Energieeffizienzprogramme wird die Effizienz gefördert und so die Nachhaltigkeit der in der Schweiz produzierten Nahrungsmittel weiter verbessert.

Weiter diskutierte die LAKA einmal mehr die schwierige Situation auf dem Milchmarkt. Die aktuelle Lage ist ge-prägt von rückläufigen Milchmengen im Inland und steigenden Erlösen auf den internationalen Märkten. Ange-sichts dieser Situation fordert die LAKA, dass nun die effektiven Produzentenpreise auf das Niveau der Richtpreise der Branchenorganisation Milch (BOM) angehoben werden. Gerade im Segment der A-Milch liegen die effektiven Milchpreise mehrere Rappen unter dem Richtpreis von 65 Rp/kg. Diese Lücke muss nun sofort geschlossen werden. Eine Milchpreiserhöhung um durchschnittlich vier Rappen ist dringend vorzunehmen – unabhängig vom Entscheid der BOM betreffend Belassen des Richtpreises.

 

Rückfragen:

  • Markus Ritter, Präsident SBV, Mobile 079 300 56 93 
  • Jacques Bourgeois, Direktor SBV, Mobile 079 219 32 33
  • Martin Rufer, Leiter Produktion, Märkte und Ökologie SBV
    Mobile 078 803 45 54

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